Niedriglohn made in Germany

#1 von Isis ( gelöscht ) , 02.12.2010 22:46

Die Billiganbieter stehen schon jetzt in den Startlöchern: Ab Mai 2011 ist der deutsche Arbeitsmarkt auch für Osteuropäer offen. Für deutsche Zeitarbeitsfirmen die Gelegenheit noch billigere Arbeitskräfte anzuheuern.
Damit ruiniert Deutschland nicht nur seine Nachbarn, auch auf die Arbeitnehmer in Niedriglohnbereich kommen harte Zeiten zu.
Warum sind viele Politiker gegen die Einführung eines Mindestlohn?
Arbeitgeberpräsident Hundt und Konsorten streuben sich mit Händen und Füßen.


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.

Isis

RE: Niedriglohn made in Germany

#2 von Hans ( gelöscht ) , 03.12.2010 19:40

Ackermann und Hundt befürchten, dass bei gesetzlich festgelegten Mindestlöhnen die Betriebskosten steigen und noch mehr Arbeitnehmer ihren Job verlieren werden. Folglich würden die Exporte sinken und gleichzeitig die Staatseinnahmen geringer ausfallen. Die Binnennachfrage ist ohnehin am Boden, wenn man einmal vom Weihnachtsgeschäft absieht. Bei uns vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendwo ein Geschäft geschlossen wird.

LG
Hans


Hans

RE: Niedriglohn made in Germany

#3 von Klaus Pfahl , 15.09.2011 23:08

In Deutschland klinken sich immer mehr Konzerne und Betriebe aus den Berufsverbänden aus. In keinem anderen europäischen Land ist der Niedriglohnsektor so stark gewachsen wie in Deutschland. Inzwischen bekommt fast jeder 5. Arbeitnehmer weniger als 5€ die Stunde.

http://wirtschaft.t-online.de/gehalt-jed..._49609036/index


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RE: Niedriglohn made in Germany

#4 von esraim , 16.09.2011 07:14

Zitat von Blitz
In Deutschland klinken sich immer mehr Konzerne und Betriebe aus den Berufsverbänden aus. In keinem anderen europäischen Land ist der Niedriglohnsektor so stark gewachsen wie in Deutschland. Inzwischen bekommt fast jeder 5. Arbeitnehmer weniger als 5€ die Stunde.

http://wirtschaft.t-online.de/gehalt-jed..._49609036/index



Der Euro und der Globale Wettbewerb lassen Grüßen.......Bald heißt es nur noch Made in China.

 
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RE: Niedriglohn made in Germany

#5 von Laura , 28.09.2011 18:43

Es bleibt zu hoffen, dass die nächste Regierung ohne FDP wie in unseren Nachbarländern auch Mindestlöhne einführen wird. Ich verstehe nicht, warum die SPD unter Schröder das nicht schon längst gemacht hatte.


Heute ist der 1. Tag von dem Rest meines Lebens.

 
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RE: Niedriglohn made in Germany

#6 von Germanicus ( gelöscht ) , 30.09.2011 18:45

Die Bundesargentur für Arbeit berichtet stolz, dass die Arbeitslosenquote im September um 149.000 auf 2,796 Millionen gesunken ist.

http://www.manager-magazin.de/politik/de...,789055,00.html

Leider gibt es zum Vergleich keine Zahlen, die belegen wie viele Hartz IV- Empfänger es mehr gibt.

Germanicus

RE: Niedriglohn made in Germany

#7 von Klaus Pfahl , 30.09.2011 19:25

In Wirklichkeit sieht es ungefähr so aus:
Bei der neusten Statistik fehlen alle Rentner zwischen 60 und 65 Jahren, die aber ja durchaus noch arbeiten sollen, wenn es nach unserem ebenfalls bankrotten Rentensystem geht. Es fehlen die Vorruheständler nach § 428 SGB III, die, mindestens 58 Jahre alt und meist unfreiwillig in den Vorruhestand gegangen, völlig entnervt am Arbeitsmarkt kapituliert haben. Weiterhin fehlen alle derzeitigen Maßnahmeteilnehmer. Es fehlen alle krank gemeldete Arbeitslose und geringfügig Beschäftigte in sogenannten Minijobs. Wenn man das alles zusammenrechnet, sind damit über mehr als 6 Millionen Menschen ohne einen richtigen Arbeitsplatz.


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RE: Niedriglohn made in Germany

#8 von Popeya , 10.10.2011 20:04

Zitat von Germanicus
Die Bundesargentur für Arbeit berichtet stolz, dass die Arbeitslosenquote im September um 149.000 auf 2,796 Millionen gesunken ist.



Das dürfte daran liegen, dass diejenigen, die von der Arbeitsagentur automatisch in irgendwelche mehr oder weniger sinnfreien Maßnahmen gesteckt werden, offiziell nicht als arbeitslos geführt werden.


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RE: Niedriglohn made in Germany

#9 von Klaus Pfahl , 10.10.2011 20:16

Wenn die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften angeblich so hoch ist, warum liest man davon in den Stellenanzeigen nichts? Dort werden überwiegend ganz schlecht bezahlte Jobs oder die von privaten Leiharbeitsfirmen veröffentlicht.
Dafür werden die Werbespalten für die private Prostitution immer breiter.


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RE: Niedriglohn made in Germany

#10 von Popeya , 10.10.2011 20:31

Zitat von Blitz
Dafür werden die Werbespalten für die private Prostitution immer breiter.



*Sarkasmus on*
Die rot-grüne Regierung, der wir die Legalisierung der Prostitution verdanken, hatte nun mal immer schon eine Vorliebe für innovative, umweltfreundliche Berufssparten.
*Sarkasmus off*


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RE: Niedriglohn made in Germany

#11 von Klaus Pfahl , 10.10.2011 20:43

Da kann man wahrlich nur sarkastisch werden, und jetzt möchten Rot/Grün, und Schwarz/Gelb hat die Idee mit Freuden übernommen (weil so populär), von den "Damen" auch noch Steuern kassieren.


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RE: Niedriglohn made in Germany

#12 von Realist ( Gast ) , 10.10.2011 21:17

Der Niedriglohn ist seit Jahren gewollt, um mehr Duckmäusertum zu erzeugen. Es kann doch nicht angehen, das man zufriedene, ausgeglichene Arbeitnehmer hat, da wäre kein Streitpotenzial zu schaffen !

Nur sehe ich es mit meinem Avatar --- Realistisch--- : Der Euro wird gnadenlos abstürzen und dann folgt ein zweites 1929 und jeder fängt mit der bereits in der Bundesbank lagernden Ersatzwährung neu an, glauben Sie es mir, ich komme vom Fach !

Dann fangen wir alle mit einem neuen Niedriglohn an, alternativ einer neu zu bestimmenden Gehaltshöhe.
Das Erscheinungsbild unseres Arbeitsmarktes wird sich entscheidend ändern, deutsche Arbeitnehmer werden Ausländer aus gewissen Tätigkeiten zurückdrängen, das belegen Studien des Weltwirtschaftsinstituts in einem
Planspielszenario.

Realist

RE: Niedriglohn made in Germany

#13 von Laura , 10.10.2011 21:30

Ich würde es außerordentlich begrüßen, wenn du dich registrieren würdest. Noch kann ich kein Avatar von Dir sehen.
1929 ist nicht 2011. Vor über 80 Jahren lebte Deutschland mit seinem Erfindergeist, seiner Produktivität in den eigenen Reichsgrenzen und konnte sich an den eigenen Haaren wieder aus dem Sumpf ziehen.
Das ist heute nicht mehr möglich. Durch die Globalisierung und den Euro hat Deutschland sein Schicksal ganz in fremde Hände gegeben. Wir dürfen nicht einmal mehr über uns selbst bestimmen. Die Gesetze werden in Brüssel oder an der Wallstreet gemacht.
Ob wir den Euro behalten oder wieder die DM bekommen, ändern wird sich an der Lohnpolitik nichts, solange die Wirtschaftsgrenzen offen bleiben.


Heute ist der 1. Tag von dem Rest meines Lebens.

 
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