Wenn der Euro zusammenbricht

#1 von Isis ( gelöscht ) , 27.11.2010 15:52

Waren es erst Griechenland, jetzt Irland und morgen vielleicht Portugal, Spanien oder Italien. Nicht ewig können die reicheren aber auch selbst verschuldeten Länder wie Deutschland und Frankreich den anderen EU-Mitgliedsländern unter die Arme greifen. In Berlin wird bereits über Plan B diskutiert, und eine Rückkehr zur D-Mark wird dabei nicht ausgeschlossen.


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.

Isis

RE: Wenn der Euro zusammenbricht

#2 von Klaus Pfahl , 27.11.2010 15:56

Eine neue Währung hilft niemandem in der aktuellen Situation. Ein solcher Schritt hätte fatale Folgen, speziell für die Banken. Sie müßten einen Ansturm auf die Spareinlagen fürchten, wären akut gefährdet. Der Einführung des Euro war schon eine Teilenteignung des privaten Kapitals. Der erneute Umtausch in eine andere Währung würde wieder eine Teuerung zur Folge haben.


Die Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein macht es erträglich.

Honoré de Balzac

 
Klaus Pfahl
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RE: Wenn der Euro zusammenbricht

#3 von Gast , 03.12.2010 14:17

Tja. Die sieben Sünden der EU.
1. Verdrängung.
Die meisten europäischen Politiker und Staatschefs beschwichtigen und sehen die Krise als vorübergehende Finanzklemme schwacher Euro-Länder, obwohl sie wissen, dass es gerade die Banken finanzstarker Staaten sind, die sich in jenen Ländern besonders engagiert haben.

2. Illusion
Als man in Brüssel den 750-Milliarden-Euro-Rettungsschirm aufspannte, glaubte man, allein dieses Hilfsversprechen werde die Märkte für immer beruhigen. Doch dies erwies sich als Irrtum, denn die internationalen Finanzakteure sind sich sicher, dass der Rettungsschirm die Probleme nicht einmal bis zu seinem Ablaufdatum 2013 verschiebt. Der De-facto-Staatsbankrott Irlands ist das beste Beispiel hierfür.

3. Übermut
Die Europäische Zentralbank (EZB) stützt die Schuldnerländer nicht nur mit Anleihekäufen, sondern hält deren Banken auch noch mit ständigen Liquiditätsspritzen über Wasser, was die Grenzen zwischen Fiskal- und Geldpolitik aufhebt und die Preisstabilität gefährdet.

4. Kommunikation
Bundeskanzlerin Merkel hat die Krise durch unbedachtes Handeln zweimal verschärft: Zuerst schwieg sie im Falle Griechenlands zu lange, dann redete sie im Falle Irlands zu vorschnell über eine etwaige Beteiligung privater Gläubiger.

5. Planlosigkeit
Weder in den europäischen Hauptstädten noch in der EU-Zentrale in Brüssel gibt es Pläne, wie man die angeschlagene Währungsunion auf Dauer stabilisieren will. Der Rettungsschirm verspricht lediglich eine Atempause und der angedachte Krisenmechanismus ist noch lange nicht verabschiedet.

6. Unehrlichkeit
Man kann die Währungsunion in der jetzigen Form nicht zusammenhalten, wenn man zugleich eine Transferunion zwischen armen und reichen Ländern ablehnt. Hier muss der Öffentlichkeit klarer Wein eingeschenkt werden.

7. Führungslosigkeit
Durch seine wirtschaftliche Stärke wäre Deutschland eine »natürliche« Führungsmacht in Europa. Doch es fühlt sich dieser Rolle noch nicht gewachsen und fällt immer wieder durch Inkompetenz auf.


zuletzt bearbeitet 03.12.2010 18:38 | Top

Re: Wenn der Euro zusammenbricht

#4 von Klaus Pfahl , 03.12.2010 18:38

Habe den guten Beitrag hierher verschoben. Das paßt besser


Die Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein macht es erträglich.

Honoré de Balzac

 
Klaus Pfahl
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RE: Wenn der Euro zusammenbricht

#5 von Isis ( gelöscht ) , 03.12.2010 18:49

Zitat von
Tja. Die sieben Sünden der EU.
1. Verdrängung.
Die meisten europäischen Politiker und Staatschefs beschwichtigen und sehen die Krise als vorübergehende Finanzklemme schwacher Euro-Länder, obwohl sie wissen, dass es gerade die Banken finanzstarker Staaten sind, die sich in jenen Ländern besonders engagiert haben.

2. Illusion
Als man in Brüssel den 750-Milliarden-Euro-Rettungsschirm aufspannte, glaubte man, allein dieses Hilfsversprechen werde die Märkte für immer beruhigen. Doch dies erwies sich als Irrtum, denn die internationalen Finanzakteure sind sich sicher, dass der Rettungsschirm die Probleme nicht einmal bis zu seinem Ablaufdatum 2013 verschiebt. Der De-facto-Staatsbankrott Irlands ist das beste Beispiel hierfür.

3. Übermut
Die Europäische Zentralbank (EZB) stützt die Schuldnerländer nicht nur mit Anleihekäufen, sondern hält deren Banken auch noch mit ständigen Liquiditätsspritzen über Wasser, was die Grenzen zwischen Fiskal- und Geldpolitik aufhebt und die Preisstabilität gefährdet.

4. Kommunikation
Bundeskanzlerin Merkel hat die Krise durch unbedachtes Handeln zweimal verschärft: Zuerst schwieg sie im Falle Griechenlands zu lange, dann redete sie im Falle Irlands zu vorschnell über eine etwaige Beteiligung privater Gläubiger.

5. Planlosigkeit
Weder in den europäischen Hauptstädten noch in der EU-Zentrale in Brüssel gibt es Pläne, wie man die angeschlagene Währungsunion auf Dauer stabilisieren will. Der Rettungsschirm verspricht lediglich eine Atempause und der angedachte Krisenmechanismus ist noch lange nicht verabschiedet.

6. Unehrlichkeit
Man kann die Währungsunion in der jetzigen Form nicht zusammenhalten, wenn man zugleich eine Transferunion zwischen armen und reichen Ländern ablehnt. Hier muss der Öffentlichkeit klarer Wein eingeschenkt werden.

7. Führungslosigkeit
Durch seine wirtschaftliche Stärke wäre Deutschland eine »natürliche« Führungsmacht in Europa. Doch es fühlt sich dieser Rolle noch nicht gewachsen und fällt immer wieder durch Inkompetenz auf.




Sauber Junge,
besser wäre es, wenn ich dich anreden könnte.
Es kommen noch harte Zeiten auf uns zu. Je mehr der Euro an Wert verliert, desto weniger sind die Banken bereit Kredite zu gewähren. Das wird zur Folge haben, dass künftig noch mehr Firmen Insolvenz anmelden werden. Wir stolpern bald von einer Krise in die nächste, und im Bundestag haben die Affen nichts anderes zu tun, als sich gegenseitig in die Waden zu beißen.


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.

Isis

RE: Wenn der Euro zusammenbricht

#6 von Gast ( Gast ) , 03.12.2010 20:59

Schweizer Franken heißt die Devise.

Gast

RE: Wenn der Euro zusammenbricht

#7 von _G_A_ , 03.12.2010 23:06

Ungarn verstaatlicht die privaten Rentenersparnisse seiner Bürger, Spanien setzt säumige Mieter auf die Straße und Belgien droht ohne Regierung bankrott auseinanderzubrechen.

Hier.. liest selber :


Wer mitdenken oder gar mitreden will, sollte dieses Angebot nicht versäumen.

 
_G_A_
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RE: Wenn der Euro zusammenbricht

#8 von Isis ( gelöscht ) , 04.12.2010 17:49

Sicher werden unsere Politgauner neidisch auf die Ungarn sein. Wenn unsere Geldverschwender an die Ersparnisse der Deutschen kämen, wären sie aus dem Schneider. Das bekommen die auch noch hin mit Inflation oder so ähnlich.


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.

Isis

RE: Wenn der Euro zusammenbricht

#9 von Sheppard , 01.06.2011 23:56

1 - Griechenland
2 - Irland
3 - Portugal


Bald kommen wir bei 27 an.


 
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