Weltweiter Artenschwund beschleunigt sich

#1 von Schimmerlos ( gelöscht ) , 27.10.2010 02:31

Weltweiter Artenschwund beschleunigt sich

Durch Abholzung, Ackerbau, Jagd und Fischfang - der globale Artenschwund nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an: Ein Fünftel aller Wirbeltier-Spezies sind inzwischen gefährdet, wie 174 Wissenschafter nach der ersten weltweiten Bestandsaufnahme im Magazin "Science" berichten. Und der Trend beschleunigt sich: Im Vergleich zu 1970 hat das Maß des Artensterbens um das Zwei- bis Dreifache zugenommen.

Jedes Jahr rücken 52 Arten von Säugetieren, Vögeln und Amphibien auf der Gefährdungsskala eine Stufe näher ans Aussterben. Schutzprogramme retten zwar manche Tiere, halten den alarmierenden Gesamttrend aber nicht auf.


Die Forscher analysierten Daten von über 25.000 Wirbeltier-Arten - Säugetieren, Vögeln, Amphibien, Reptilien und Fischen. 20 Prozent davon gelten derzeit als bedroht. Dazu zählen jede vierte Säugetier-Spezies, ähnlich viele Reptilien-Vertreter und 13 Prozent der Vogelarten. Aber am stärksten leiden Amphibien: Mehr als 40 Prozent dieser Arten, zu denen etwa Frösche oder Lurche zählen, drohen von der Erde zu verschwinden.


Besonders schlimm ist die Lage in den artenreichen tropischen Regionen weltweit, aber vor allem in Asien. Abholzung, zunehmender Ackerbau und auch Jagd sowie Fischfang schränken die Lebensräume der Tiere zunehmend ein. Hinzu kommen neue Bedrohungen wie etwa der Chytridpilz, der in Amerika und Australien ganze Amphibienpopulationen dahinrafft.


Eine andere Gefahr geht von Medikamenten aus wie etwa Diclofenac. Der Entzündungshemmer wurde in Indien in den 1990er Jahren als Tierarznei eingeführt. Seitdem schwand die Population der Bengalgeier um über 99 Prozent. Der Grund: Fressen die Vögel Kadaver von Tieren, die mit dem Wirkstoff behandelt wurden, verenden sie an Nierenversagen.


Das Ziel, den Artenschwund bis zum Jahr 2020 zu stoppen, "klingt zwar gut, ist aber leider unrealistisch", klagt Paul Leadley von der Universität Paris-Sud: "Wenn wir so weitermachen wie bisher, steuern wir zweifellos auf einen katastrophalen Verlust der Artenvielfalt zu."

http://nachrichten.at.msn.com/chronik/ar...entid=155095743


Verletzende Worte
sollten auf Sand geschrieben werden,
lobende
in Stein gehauen.

Aus Arabien

Schimmerlos
zuletzt bearbeitet 04.02.2011 20:44 | Top

RE: Weltweiter Artenschwund beschleunigt sich

#2 von Hans ( gelöscht ) , 27.10.2010 17:42

Wir sollten schon regionales und globales Artensterben unterscheiden.
Von Staaten oder Bundesländern herausgegebene Rote Listen haben immer einen regionalen Bezug und dadurch eine andere Bedeutung als die internationale Rote Liste des IUCN. Sie können anders als die IUCN-Liste auf geografische Besonderheiten und Standorte eingehen.
In Deutschland werden die nationalen Roten Listen vom Bundesamt für Naturschutz in Bonn herausgegeben. Auch für einzelne Bundesländer gibt es Rote Listen. In Niedersachsen beispielsweise wurden diese früher vom Landesamt für Ökologie, heute vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) publiziert.

LG
Hans


Hans

RE: Weltweiter Artenschwund beschleunigt sich

#3 von Schimmerlos ( gelöscht ) , 27.10.2010 18:05

Wir können wohl nur mit Tränen in den Augen zusehen, wenn unsere grüne Lunge die Urwälder und Regenwälder abgeholzt werden.
Den Menschen dort wird ihr Lebensraum genommen und die Tiere landen im Nirwana.
Ich finde, das ganz sollte global betrachtet werden.


Verletzende Worte
sollten auf Sand geschrieben werden,
lobende
in Stein gehauen.

Aus Arabien

Schimmerlos
zuletzt bearbeitet 27.10.2010 18:06 | Top

RE: Weltweiter Artenschwund beschleunigt sich

#4 von Hans ( gelöscht ) , 27.10.2010 18:25

Soeben hatte ich im TV einen Bericht über den globalen Fischhandel gesehen. Befanden sich früher bekannte Fischsorten wie Rotbarsch, Kabeljau, Schellfisch, Heringe, Makrelen und Plattfische in den Ladentheken, greift man wegen der Überfischung der pelargischen Arten auf Exoten wie Papageienfische und andere bunte Korallenfische zurück.
An die abgemurksten Haie, deren bei vollem Bewußtsein abgeschnittene Flossen zu Suppen verarbeitet werden, mag ich garnicht denken.
Wie werden die Meere aussehen, wenn erst 9 Milliarden Menschen die Erde bevölkern?

LG
Hans


Hans
zuletzt bearbeitet 27.10.2010 18:26 | Top

RE: Weltweiter Artenschwund beschleunigt sich

#5 von Isis ( gelöscht ) , 28.10.2010 17:50

Die können dann Wasserflöhe fangen.


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.

Isis

RE: Weltweiter Artenschwund beschleunigt sich

#6 von Buschflieger ( gelöscht ) , 29.10.2010 18:31

Zu dem Thema habe ich bereits meine Sichtweise unter "Angst" dargestellt. Vielleicht sollten beide topics zusammengeführt werden.

MfG


Buschflieger

RE: Weltweiter Artenschwund beschleunigt sich

#7 von Klaus Pfahl , 14.01.2011 17:28

Im Gegensatz dazu wird die Nordsee artenreicher. Der Klimawandel macht’s möglich. Trotz Rekordwinter stieg die Wassertemperatur der Nordsee letztes Jahr im Schnitt um ein Grad. Folge: Immer häufiger landen Fische aus dem südlichen Atlanik und dem Mittelmeer in den Netzen der Fischer vor unserer Küste. Und das bedeutet: Neue Genüsse für Gourmet-Gaumen.


Die Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein macht es erträglich.

Honoré de Balzac

 
Klaus Pfahl
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zuletzt bearbeitet 18.01.2011 | Top

RE: Weltweiter Artenschwund beschleunigt sich

#8 von Proconsul48 , 18.01.2011 17:21

Wachsamkeit ist angesagt um rechtzeitig Maßnahmen ergreifen zu können...

 
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RE: Weltweiter Artenschwund beschleunigt sich

#9 von Zaunkönig , 19.01.2011 15:21

Es ist zwar traurig, aber so funktioniert es nun mal in der Natur.
Wir sind ein Teil davon, auch wenn wir vieles zerstören.

Euer Zaunkönig


Der äußere Glanz hütet das innere Wesen.

 
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RE: Weltweiter Artenschwund beschleunigt sich

#10 von Klaus Pfahl , 19.01.2011 17:18

Gegen das Artensterben kann man etwas tun. Wenn rechtzeitig von allen noch lebenden Spezien einer Art Sperma- und Gewebeproben entnommen und tiefgefroren werden, können mittels neuer Gentechniken neue Individuen geschaffen werden. Japaner haben vor einen Mammut zu erschaffen. Wir dürfen gespannt sein.


Die Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein macht es erträglich.

Honoré de Balzac

 
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RE: Weltweiter Artenschwund beschleunigt sich

#11 von lei , 20.01.2011 18:21

wenn man von der art der deutschen spricht, käme es mir nicht ganz ungelegen,
wenn ein großer teil dem begriff artenschwund fallen würde.

 
lei
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RE: Weltweiter Artenschwund beschleunigt sich

#12 von Klaus Pfahl , 20.01.2011 18:48

Zitat von lei
wenn man von der art der deutschen spricht, käme es mir nicht ganz ungelegen,
wenn ein großer teil dem begriff artenschwund fallen würde.



Auha, was ist denn an den Deutschen so unangenehm?


Die Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein macht es erträglich.

Honoré de Balzac

 
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RE: Weltweiter Artenschwund beschleunigt sich

#13 von Scheinheilige ( gelöscht ) , 03.02.2011 17:57

Erfreulicherweise hat sich eine neue Vogelart in Deutschland und Europa verbreitet. In einigen Städten könnt ihr freilebende Halsbandsittiche beobachten. Die leuchtend grünen Vögel fühlen sich bei uns so wohl, dass sie sich stark vermehrt haben.
Die Heimat der Tiere liegt eigentlich in Afrika und Asien. Doch vermutlich sind vor langer Zeit einige Sittiche aus Käfigen bei uns ausgebüxt.

http://halsbandsittiche.papageien.org/Df_ale8c.htm


Scheinheilige

RE: Weltweiter Artenschwund beschleunigt sich

#14 von Alter Friese ( gelöscht ) , 03.02.2011 20:38

Das ist ja sehr erfreulich. Ungemütlich kann es werden, wenn sich die Keas aus Neuseeland hier breit machen. Die demolieren so ziemlich alles, was sich bewegt.


Lever dood as Slav

Alter Friese

RE: Weltweiter Artenschwund beschleunigt sich

#15 von Scheinheilige ( gelöscht ) , 04.02.2011 20:42

Ja, Flora- und Faunafälschung kann zu unabschätzbaren Folgen führen. Erinnert sei an die Karnickelplage in Australien oder an die weitaus schlimmeren Folgen durch Einschleppung der Ratte. Sie war im Mittelalter die Überträgerin der Pest, die über ein drittel aller Einwohner in Europa das Leben kostete.


Scheinheilige

   

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