RE: Welche Musik hört Ihr gerne?

#166 von Schiffskatze , 07.01.2012 18:48



Ray Davies:






Dave Davies:

 
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RE: Welche Musik hört Ihr gerne?

#167 von peddor, der Rüstersieler ( gelöscht ) , 07.01.2012 19:25

Cupid's Inspiration: "Yesterday has gone" (Wahnsinnssong von 1968) (original allerdings von Anthony and The Imerials)


Peter


Back to the Sixties !

Back to Flower Power and Woodstock !


www.blumengroup.de

peddor, der Rüstersieler

RE: Welche Musik hört Ihr gerne?

#168 von Popeya , 07.01.2012 21:52

Bin ganz begeistert über die Songs, die hier schon veröffentlicht worden sind. Ich höre alles Mögliche gern, je nach Stimmungslage, zwischen Pop und Klassik. Meine Pop-"Glanzzeit" waren die späten 60er und die 70er Jahre, und ich erinnere mich auch noch an meinen allerersten Lieblingssong, das war der hier:


"Um zur Quelle zu kommen, musst du gegen den Strom schwimmen." (Stanislaw Jerzy Lec)

 
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RE: Welche Musik hört Ihr gerne?

#169 von Clara ( gelöscht ) , 07.01.2012 22:04

Oh ja, DAS war auch meine " Einstiegszeit ".
Ich erinnere noch sehr genau ein Konzert der " Bee Gees" in Hamburg. Ach ..*seufz

Schiffskatze und Peter liefern hier wirklich viel " Qualitätsware " ab. Einen Dank deshalb an die beiden "Experten" ...nur 'mal so


„Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt."


- Joachim Ringelnatz -

Clara

RE: Welche Musik hört Ihr gerne?

#170 von peddor, der Rüstersieler ( gelöscht ) , 07.01.2012 22:43

Nur für CLARA (Auszüge aus Zeitschriften-Abhandlungen und Büchern):


Ich würde gern einmal reflektieren, wie es überhaupt dazu kam, dass ein noch nicht 17jähriger aus der Provinzstadt Wilhelmshaven sich in die Weltstadt Hamburg katapultieren ließ. - Dies hat weitgehend mit einer regionalen politischen Entwicklung zu tun, die – wenn überhaupt – nur Ältere kennen oder nachvollziehen können.

Fang' ich doch einfach mal an:

Teil I

Ich bin Ende der Vierziger, Anfang der Fünfziger unter Tommies (= britischen sogenannten „Besatzern“) groß geworden. Wilhelmshaven als einst größter Kriegshafen Europas, als Stadt mit den in Relation zu ihrer Einwohnerzahl meisten Bunkern Deutschlands, mit der größten Schleusen-Anlage der Welt (Raeder-Schleuse), monumentalen U-Boot-Bunkern, riesigen Dockanlagen war überschwemmt von englischen (und kanadischen) Soldaten. Ich möchte nicht so weit gehen zu sagen, dass eine Kulturvermischung stattgefunden hat, aber wir im nördlichen Bereich der BN (Britische Zone Niedersachsen) unterlagen doch sehr stark britischem Einfluss: Sprache, englische Kultur, Kaffee, Tee, Schokolade, Zigaretten, gegenseitige Einladungen, Integration von englischen Soldatenkindern in unsere Sportvereine, zunehmendes Vertrauen statt Misstrauen, vor allem aber Musik, Musik, Musik! Schon als ca. Zehnjähriger, also etwa Mitte der Fünfziger Jahre, war ich, ob ich wollte oder nicht, dem Einfluss aktueller englischer/ britischer Musik unterworfen. Und schon bald kam die Zeit, da ich englischen (irischen) Skiffle und andere Vorstufen des Rock 'n Roll noch schöner (!) fand als Conny Froboess' „Pack die Badehose ein“ oder Caterina Valentes „Ganz Paris träumt von der Liebe“. Der NWDR wurde langweilig; es gab nur noch BFBS (British Forces Broadcast Service), AFN (American Forces Network) sowieso, während es in den Trümmern des allmählich auferstehenden WHV permanent knallte: Die Tommies versuchten (vergeblich!), die Raeder-Schleuse sowie andere Hafenanlagen und Bunker in die Luft zu sprengen; die Ziel-Übungs-Abwürfe britischer Bomben auf Helgoland taten ein übriges, dass Schlicktown über Jahre von Explosionsgeräuschen erschüttert wurde...



So wuchs ich auf – vor dem, zum und nach dem Beginn der Fünfziger Jahre: um uns herum englische Soldaten, englische Zeitungen, englische Musik, englische Schallplatten, nicht selten in der Arztpraxis meines Vaters englische Patienten, allerlei Tauschgeschäfte mit den Tommies bis hin zu Freundschaften mit dem Ex-“Erzfeind“...
So lässt sich daraus vorsichtig ableiten, dass die Küstenregionen, speziell Hafenstädte, intensiveren, auf jeden Fall früheren Kontakt zu den Besatzern hatten als das Binnenland. Bis die Tommies entfleuchten, kann ich meine Kindheit also durchaus als britisch mitgeprägt – mit mancherlei Extrakenntnissen – bezeichnen.
Ab Mitte der Fünfziger Jahre kam es zu ständigen Treffen von deutschen Ex-Marine-Crews (mein Vater war im 2. WK Schiffsarzt gewesen) zwischen Kiel, Hamburg, Wilhelmshaven, und ich begann das häufige Mitreisen-Dürfen in fremde Städte zu genießen. Dieser „Pendelverkehr“ brachte mich Knäblein schon früh und oft nach Hamburg, wo meine Eltern nicht nur Kriegskameraden plus Familien, sondern auch Kulturstätten wie vor allem das „Hansa-Theater“ (in dem der populäre Komiker Peter Piet ständig gastierte) besuchten.
So, das wär's erst mal, um Nicht-Zeitzeugen zu verklickern, warum ein Jüngelchen so früh „und überhaupt“ vom britischen Rock geprägt wurde, schon sehr früh Kenntnisse von Gruppen aus Liverpool und anderen englischen Städten zwangsläufig erhielt, bevor er 1960 ersten Kontakt mit den Beatles hatte.
The rest is history.


Teil II


DIE VORSTUFE ZUM „KAISERKELLER“ WIRD GEZÜNDET!

...das, was ich von den Tommies ergattern konnte außer Schokolade und anderen Süßigkeiten, nahm ich dankbar an, besonders die Heimatzeitungen der Soldaten – nicht um der englischen Sprache, die ich eh kaum verstand, willen, sondern um auf diese Weise etwas von der großen, weiten Welt zu erfahren: Bilder, Fotos, manchmal tatsächlich auch Textteile.

Auf der Rückfahrt von der Schule (nach dem traditionellen Kauf von einem Stück Kuchen (5 Pfennig) beim Bäcker) blieb ich oft vor den riesigen Sportanlagen stehen, die einst „uns“ gehörten, und bestaunte sowohl mir fremde Sportarten wie Feldhockey oder das noch verrücktere Cricket (dessen Regelwerk ich bis heute nicht verstehe) als auch die in witzig anzuschauenden Schuluniformen spielenden Schülerinnen und Schüler.
Die Invasion britischer Soldaten hatte natürlich die Notwendigkeit einer eigenen Schule mit sich gebracht. Diese war sinnigerweise in ehemaligen Wehrmachtskasernen untergebracht – ebenso sinnig ihr Standort am Wilhemshavener Südstrand, wo die FLAKs (Flugzeug-Abwehrkanonen) die in Wellen angreifende fliegende englische Bomber-Armada im 2. WK zumindest teilweise abzuwehren versucht hatten. An und auf dem so genannten Fliegerdeich befanden sich die diversen Gebäudekomplexe der Prince Rupert School.

Warum schreibe ich all' dieses Zeugs ? Weil ohne diese Vorgeschichte der baldige Kontakt zu den Unfab Five nicht klar werden würde – nach dem Motto: Was macht ein noch nicht 17-jähriger Provinzler urplötzlich im Soho von Hamburg?! Nichts geschah urplötzlich; alles entwickelte sich langsam, stetig und folgerichtig, erwuchs aus dem bisher und weiterhin Geschilderten.

Nach bereits 4-jährigem Leistungs-Schwimmsport im SCWF („Schwimmclub Wasserfreunde“) hatte ich mich 14-jährig (1958) auch dem JBRW („Jade-Box-Ring Wilhemshaven“) angeschlossen – weniger um zu boxen, als vielmehr dank des dortigen Konditionstrainings meine Schwimmkondition zu verbessern. - Irgendwann war für die JBR ein Wettkampf gegen die jungen Boxer der Prince Rupert School angesagt. Ich wurde „nominiert“ und absolvierte meinen allerersten Kampf überhaupt, ausgerechnet in der Sporthalle der PRS. Obwohl ich zeit meines Lebens Gewalt ablehnte, sah ich dem Fight doch in froher Erregung entgegen und malte mir aus, wie ich meinen Gegner auf die Bretter schicken würde. Kurz: In der zweiten (und letzten) Minute der ersten (!) Runde traf mich mein Opponent mittels Uppercut am Kehlkopf, was mich minutenlang ins Land der Träume sinken und dort verharren ließ.
Soweit mein erster Kontakt zu einem jugendlichen Tommie -Ältere hatte ich schon zu Hauf' kennen gelernt - , zu dem und zu dessen Freunden auf diese etwas unorthodoxe Weise eine längere Freundschaft begann.
Engländer im Alter meiner Eltern hatten schon früher Musikgruppen aus ihrer Heimat nach WHV geholt, die irgendwelche Musik à la Lonnie Donegan zu kopieren versuchten. 58/59 sah ich zum ersten Mal englische Bands in WHV, importiert aus dem Großraum Birmingham, Manchester, Liverpool. Die schienen „einheimische“ englische Gar nicht- oder Halbmusiker zu motivieren, es ihnen gleichzutun, die natürlich nur vor „ heimischer“ , eben englischer Kulisse auftraten. Deutsche durften unter bestimmten Umständen auch „mal gucken“, zumal die Engländer festgestellt hatten, dass die Deutschen gar nicht die animalischen Monster sind, als die sie in GB immer beschrieben worden waren.

Vereinzelte heftigste Besäufnisse meiner Eltern und diverser englischer Offiziere nebst Gattinnen trugen zu der raschen Völkerverständigung bei...
Heranwachsende PRS-Schüler berichteten von dem unglaublichen Boom, den Englands Skiffle-Rock'n'Roll-Musik Ende der 50er erlebte, wozu zwei Faktoren mit immensem Einfluss beitrugen: Hafenstädte wie Liverpool (aber auch Hamburg), zu denen G.I.s ihre Platten mitbrachten, wurden als erste von der neuen Welle überrollt. Zweitens: Buddy Holly's entsetzlich früher, unfassbarer Tod zog eine Kettenreaktion von Plattenproduktionen nach sich, die dazu führte, dass Charles Hardin Holley posthum an kaum zu übertreffender Popularität gewann.
Immer mehr Artikel über englische Bands geisterten durch den englischen Blätterwald, den ich in WHV stets zu Gesicht bekam, und man sprach von ersten Engagements britischer Gruppen auf deutschem Boden – leider nicht in Schlicktown, sondern natürlich in Hamburg, das ich bekanntlich schon längst kennen gelernt hatte – allerdings von der gediegenen, vornehmen Seite.

So reifte in dem 15/16jährigen unschuldigen, unbescholtenen, unreifen Knaben der ehrgeizige Wunsch, Haaamburch mal von einer anderen Seite zu erleben. Dies sollte früher als erhofft geschehen.

(Ende Teil II)

Teil III

Im Frühjahr 1981 – zur Zeit meiner fast dreimonatigen – Verzeihung! - legendären Unterrichtsreihe über die Beatles im Deutschunterricht („Das Phänomen Beatles und die 60er Jahre – von Mauerbau bis Mondlandung, von Cavern Club bis Woodstock“) - war es, als mich ein Verlag für sein Beatles-Opus gewinnen wollte: „It was 20 years ago today – die Beatles und die 60er Jahre“. Erscheinungsdatum Oktober '82, 20 Jahre nach LOVE ME DO.
Da das Buch auch und vor allem politisch-historische sowie kulturelle Hintergründe beleuchten sollte, wurde ich gebeten, eben solches auch zu tun – schlaglichtartig, wobei ich den Bogen zu spannen hatte von meinen ersten Rockmusik-Erinnnerungen bis zur Jetzt-Zeit, '81/'82. Ich tat, wie mir geheißen, wobei ich Diverses über die Beatles-Begegnungen schlicht „verschlucken“ musste. Ein ganzes Buch hätte ich allein schreiben können, doch bestand meine Hauptarbeit aus rigorosem Zusammenstreichen auf ca. 20 Seiten. Als ich ein Beleg-Exemplar erhielt, packte mich das Grauen ob der Flut von ca. 40 Fehlern, ob der Gedankenbrüche (wegen vom Lektor (?) weggeschnittener Reflexionen), ob entsetzlicher halber / unvollständiger Sätze, weil man Zeilen im Druck schlicht vergessen hatte und so für den Rezipienten sachlich falsche Sätze zu lesen waren, als da wären: „Von irgendwoher ((Zeitung), dieses Wort fehlt im Buch!) hatte ich vage ein Foto in Erinnerung, das John Lennon im oder vor dem („Jaracanda“ oder „Iron Door“ oder „Blue Angel“ oder schon ---> diese Wörter fehlen im Buch!) „Cavern“ (?) zeigt.“
Ein anderes Beispiel: „ 'Why don't you all fade away?' regt Pete Townshend provozierend an.“ Mein Manuskript sagt jedoch: “ (...) regt Roger Daltrey (Songwriter ist Pete Townshend) provozierend an.“
Wir nähern uns den beiden Höhepunkten.
„Tage zuvor hatte ich zum achten Male 'Help!' gesehen. Als die Band diesen Song intoniert, sinke ich in und falle ich auf die Knie - (...)“, ist im Buch zu lesen. „Leider wird dieser Song nicht intoniert. Dennoch: Bei SHE LOVES YOU sinke ich in und falle ich auf die Knie (...)“, steht in meinem Manuskript. (Es geht um das Essener Beatles-Konzert 1966.) Rätselhaft, isn't it?!

Je öller , je döller: Wenn ein Leser nicht ganz zu Unrecht annimmt, der Co-Autor sei ein Laienexperte der roaring sixties, dann dürfte ihn die Formulierung „'Good Vibrations' von Gerry and the Pacemakers“ sichtlich irritieren. Mein Manuskript hingegen verrät die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit: „'Good Vibrations' von den Beach Boys und 'Ferry 'cross the Mersey' von Gerry and the Pacemakers“...

1982 schrieb ich umgehend dem Verlag und teilte ihm mit, dass ich im Falle einer Zweitauflage Einspruch bezüglich meines Buchparts einlegen würde. Schließlich wollte ich mich speziell vor einer bestimmten Käufergruppe nicht blamieren: Schülern und deren Eltern...! Will sagen: Selbst ein guter Autor (falls ich denn einer war/ bin) taugt nichts, wenn sein Beitrag durch ein äußerst ominöses Lektorat, das falsche Sätze und über 40 formale Fehler „einbaute“ sowie durch scheinbar willkürliches Weglassen von Reflexionen Gedanken entstellte, verhunzt wird.


Nach über 20 Jahren (!) las ich unlängst meinen Buchauszug erneut, bedaure im Nachherein, doch relativ wenig über „Haaamburch“ geschrieben haben zu dürfen – der Beitrag wäre ins Endlose ausgeufert - , und belächle manches von mir Geschriebene – heute, 24 Jahre später: Das BBBTK, das Bravo-Beatles-Blitztournee-Konzert in der Essener Gruga-Halle sehe ich heute sicherlich weniger verklärt, und die 70er würde ich heute nicht mehr als „musikalisches Vakuum“ bezeichnen.
1982, nur 12 Jahre nach der Trennung der Fab Four, war ich wohl doch noch zu mystifiziert in der Thematik...

Teil IV

KAISERKELLER – PANIK STATT GENUSS

In der zweiten Mitte der 50er Jahre ergoss sich eine wahre Flut amerikanischer Musik auf dem europäischen Kontinent, dort allerdings zunächst in den großen Hafenstädten – quasi Brückenköpfe, an denen sie sich festbiss, bevor sie ins Landesinnere weiterrollte.
Zu Rudi Schuricke und anderen deutschen Herz-Schmerz-Sängern/ -innen traten in harte Konkurrenz Carl Perkins, Jerry Lee Lewis, Elvis, Buddy Holly, Little Richard, Chuck Berry, Bill Haley, Roy Orbison, Brenda Lee, Harry Belafonte (Calypso wurde salonfähig), Ray Charles, Sam Cooke, The Platters, The Drifters, The Coasters, Anthony and the Imperials, Teddy Bears, Dion and the Belmonts, Crescendos, Kingston Trio, später Chubby Checker („Let's twist again!“), Freddie Canon, Frankie Avalon, Paul Anka, Jonny Ray, Bobby Darin, die Shirelles, Crystals, Shangri-Las, Ronettes --- um nur einige wenige zu nennen.
Natürlich konnte man sich in Schlicktown diesem ungeheuren Sog entziehen ,wenn man wollte: Man stellte das Radio nicht an (elfenbeinfarbenes Blaupunktgerät mit „Magischem Auge“ - ist heute noch als „Erbstück“ der Eltern auf meinem Schreibtisch in Funktion) UND mied jeglichen Kontakt zu den „Besatzern“.
1960 und 61 verbrachte die Familie die jeweiligen Sommerferien an der Costa Brava (Sa Riera / Bagur, Spanien). Zehn Jahre später versuchte die family vergeblich zu eruieren, welches Ferien-Ereignis in welchem Jahr stattgefunden hatte : 61? 62? Wie also sollte ich wissen, wann genau ich zum ersten Mal des „Sündenpfuhls“ St.Pauli ansichtig geworden war?! Irgendwann im Herbst 60 war es, und ungewöhnlich warm war es. Wieder fuhren meine Eltern nach Hamburg, und diesmal bedrängte ich sie mitfahren zu dürfen, was ich keineswegs bei allen ihren Fahrten gen HH, Kiel...tat.
Längst schon hatte ich meinem Freund (?) Hans, Sohn der zu besuchenden Bekannten, kontaktiert (damals schrieb man sich noch richtige Briefe!) und ihm von meinem Plan erzählt, in den Großstadt-Rummel, präzise zum Kern St. Paulis, zu gelangen. (Alles nachzulesen im Buchauszug, Kapitel „Der 'Kaiserkeller' oder : 'Ich schlich mich heimlich fort...!'“ (Freddy Quinn in „Junge, komm bald wieder“)) Die Eltern und ihre Freunde besuchten zusammen mit einem anderen mir nicht bekannten Ehepaar das „Hansa-Theater“, um danach irgendwo feucht-fröhlich den Abend/die Nacht ausklingen zu lassen, weshalb sie prophylaktisch per Taxi vom Haus (mit direktem Elb-Blick) ihrer Marine-Freunde starteten.
Ich, adrett, gepflegt wie eh und je von meiner Mutter eingekleidet, entnahm dem mitgebrachten Schlafsack „geschmuggelte“ Kleidungsstücke wie Nietenhose, Nyltesthemd, Schnürsenkelfliege und das WICHTIGSTE, meines Vater schäbig-schmuddlige Lederjacke, die er bei der Gartenarbeit trug.
Hans, in meinen Plan dezidiert eingeweiht, zückte die eigens angefertigte Wegbeschreibung zur Reeperbahn/Großen Freiheit und --- blieb zu Hause!! Die Angst vor der eigenen Courage ließ ihn urplötzlich erzittern, er faselte entschuldigend etwas von randalierenden englischen Radaubrüdern, deren Geschrei man ohnehin nicht als Musik bezeichnen könne.
Scheiße! Egal! Es war keine Zeit zu verlieren! „Halt bloß die Schnauze! Verrat' nix! Ich werde vor Mitternacht zurück sein!“, sagte ich und hetzte los. Wie gut, wenn man seit Jahren durchtrainiert ist! Auch mehrfaches Verlaufen machte mir nichts aus. Das Herzrasen war nicht durch den Dauersprint verursacht worden, sondern durch den Ein- und Umbruch innerhalb meiner Persönlichkeitsentwicklung, die binnen einer Viertelstunde eine brutale, jähe Zäsur erfuhr!
Der wohlbehüteten Atmosphäre des Elternhauses hatte ich mich kurzzeitig entzogen, mich freiwillig in eine mir neue, kalte, fremde Welt katapultiert. Das einzige Gefühl, das mich während der nächsten halben Stunde überwältigte, war Angst, pure Angst. Aufregung, Vorfreude? Keine Spur davon. Den „Kaiserkeller“ als die derzeitige kurzfristige Kultstätte hatte ich schon lange zuvor zu Hause „lokalisert“ ; Heimatzeitungen der Tommies berichteten längst vom Broterwerb Liverpooler (und offenbar nur Liverpooler) Bands in Hamburg. Sporadisch waren deren erste Fotos in typischen Photographier-Posen (schrecklich!) mit kurzen Begleitartikeln aufgetaucht.

Nun stand ich also vor dem „Kaiserkeller“, dessen Eingang Auftritte von Rory Storm and the Hurricans und The Beatles ankündigten, um mich herum grell blinkende Neonreklame.

Das heißt, direkt vor dem „Keller“ stand ich nicht, denn ein unmittelbar vor dem Eingang zu sehender Menschenauflauf stellte sich schnell als Schlägerei heraus, an der offenbar auch Gäste, die von drinnen nach draußen stürmten, beteiligt waren. Das Herz rutschte mir noch tiefer, als ich an der Kasse meinen Obolus entrichtete ; dem prüfenden Blick des Kassierers versuchte ich standzuhalten, verschluckte aber bereits da mein Kaugummi, das mir bewusst das Image des Lässigen geben sollte. Rohes Mobiliar, dicke Rauchschwaden, Schweiß- und Alkoholdünste, zerbrochene Gläser, Kleiderschränke von Halbstarken, mehrsprachiges Stimmengewirr, Bierlachen und Bierleichen versetzten mir einen ungeahnten Schock ; statt Faszination ein Schreckensvision – statt erhofften Wohlbefindens butterweiche Knie, rasender Puls, Adrenalin-Ausschüttung. Minutenlang muss ich so gestanden haben mit stetem Blickkontakt zum Ausgang; statt Vergnügens paralysierende Panikstimmung. Äußerlich dahingehend bestrebt, mich den Gästen anzugleichen, schien mir mein Inneres nur aus Herzklopfen zu bestehen. Ich starrte auf das halbwegs zerbrochene Podest, auch Bühne genannt, und auf die fünf jungen Leute : Wer waren sie denn nun, Rory Storm und Co. oder The Beatles? Von irgendwoher hatte ich vage ein Foto der early Beatles, eben aus jenem englischen Blätterwald, in Erinnerung. Ich fixierte die lautstarken jungen Männer auf der Bühne und war mir dann sicher : Vor mit standen die Beatles! Der eher grölende, stampfende, teilweise verrückt gestikulierende Sänger war --- John Lennon...

Hier und jetzt begann für mich der Beatles-Mythos, den ich nun in never ending stories (Kaiserkeller, Top Ten inklusive small talks, Star Club, Gespräche bei „Gretel und Alfons“, Gruga-Halle Essen...) fortsetzen könnte. Nach einer halben Stunde verließ ich die Stätte, meine, Songs wie „Sweet little sixteen“ gehört zu haben. Ansonsten machte sich die Sehnsucht breit schnellstens wieder in „gesicherte Gefilde“ zu gelangen.
Selbstverständlich erfuhren die Eltern von meinem tolldreisten nächtlichen Ausflug – entsprechende Sanktionen nahm ich mit bemerkenswerter Gelassenheit in Kauf --- denn irgendwie fühlte ich, nahm ich wahr: So komisch dieser erste zaghafte Kontakt war - es hatte gefunkt. Dass ich die Beatles noch über zehn Mal in Hamburg sehen würde, ahnte ich an jenem Abend nicht, noch weniger, dass ich mit ihnen quatschen würde... Der Abend, der allein eines Buches würdig wäre : eine seltsame Atmosphäre von totaler Anspannung, teilweise panischer Angst einerseits, positiver Vorahnung andererseits...
Noch heute zehre ich von diesem für mich historischen Tag!

BEATLES FOREVER !!!
TEIL 2 !!!


...und hier ist der Buch-Auszug (Copyright liegt bei mir), in dem ich von John's Tod auf furchtbar tragikomische Weise erfahre:

(Das Buch trägt den Titel "It was 20 years ago today - die Beatles und die 60er Jahre", so genannt, weil es bewusst im Oktober 82 erschien, genau 20 Jahre nach Veröffentlichung der ersten Beatles-Single "Love me do".)


Mein Buchbeitrag (S. 63 ff) ist betitelt "Die Roaring Sixties und die Beatles - They'll never come back - Einer von Millionen Fans erinnert sich"

Auf Seite 83 ff beschreibe ich die seltsamen Umstände, unter denen ich von John Lennon's Tod erfuhr. Dieses Kapitel überschrieb ich:

JOHN LENNON, THE IMMORTAL POET OF MERSEY BEAT

In den ausklingenden 60er Jahren studierte ich Deutsch und Sport in Münster. Im Ruhrpott, in Recklinghausen, wohne ich seit den 70er Jahren, jeden Tag aufs Neue der Nordseebrise nachtrauernd, die ich ein Vierteljahrhundert eingeatmet hatte. Am Morgen des 5. Dezember 1980 fuhren ca. 100 Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums, an dem ich unterrichte, in Begleitung von acht Lehrern zum Skikurs in die Dolomiten. Auf einer dortigen Hochebene waren wir isoliert von der Zivilisation. Eine Schülerin hatte einen italienischen Freund, der sie am 9.Dezember in unserem abgelegenen Jugendhotel besuchen wollte. Er kam.

Am Abend dieses Tages bestellte ich mir in der hauseigenen Pizzeria ein Gericht, das ich nicht mehr essen würde. Ich setze gerade zu einem Schluck Cola an, als die Schülerin mir gegenübertritt und lakonisch bemerkt: "John Lennon ist tot. Erschossen worden. Stefano (ihr Südtiroler Freund) hat's mir gesagt." ("...weil nicht sein kann, was nicht sein darf !" sagte einst Christian Morgenstern.) Ich reagiere prompt: "Quatsch." Die Schülerin fühlte sich zurecht schroff abgewiesen und ging. Ich blieb sitzen. Welche "Enten" waren nicht schon durch die Weltpresse und andere Medien gegeistert !! Ich dachte überhaupt nicht weiter über diesen vermeintlich üblen Scherz nach. Ich hielt die Möglichkeit nicht nur für ausgeschlossen, sie WAR ausgeschlossen ! Die Pizza kam. Müde vom Skiunterricht ließ ich den Tag Revue passieren, während ich das Besteck in die Hand nahm.

Er war anstrengend gewesen, so anstrengend,dass ich mir in der Mittagspause mehrere Capupucini gegönnt hatte.Ich hatte mich in das Hauscafe gesetzt, das heiße Getränk geschlürft und - so entsann ich mich jetzt vor dem ersten Pizzabissen - zu meiner Überraschung und Freude gleichermaßen wahrgenommen, dass anstelle der üblichen italienischen Schnulzen aus dem Radio BEATLES-Songs... elektrisiert knalle ich das Pizza-Besteck auf den Tisch.Ich springe auf, als sei ein Feuer ausgebrochen, und stürze an die Bar, stehe keines Wortes mächtig dem verdutzten Barkeeper gegenüber. Ich höre "Ticket to ride", starre auf das Gerät. Nein ! Es läuft keine Cassette ! Das Radio spielt ! Ich wage die Frage zu formulieren: "Lorenzo, hast Du heute Nachrichten gehört ?" "Ja." "Ist... ich höre heute so viele Beatles-Songs !" "Gestern nacht ist John Lennon ermordet worden." "Nein !!!" schreie ich ihn an, rase in die Küche; das dortige Personal versteht nur Italienisch. Ich kleide meine Frage in zwei Worte: "John Lennon ?" "Si", sagt eine Köchin und gibt mir gestikulierend zu verstehen, dass er erschossen worden sei. Unfassbar, unbegreiflich !

Ich stürze aus der Küche, renne nach draußen und dabei einige Schüler um, atme schwer in den kalten Winterabend, versuche mich zu beruhigen - wie ? - , sortiere Gedanken, sehe in der Zeitspanne eines Wimpernschlags John im Kaiserkeller, im Star Club, in der Gruga-Halle Essen; der Herzschlag schmerzt, der Magen verkrampft sich, ich setze mich; dann schießen mir Tränen aus den Augen. Ich versuche mir einzureden, dass ich all das nicht real erlebe, sondern träume. Später gehe ich auf mein Zimmer, heule, schluchze, wimmere bis zum nächsten Morgen. Die nächsten Tage des Skikurses sind furchtbar.



"Mit John Lennon haben wir einen der größten Komponisten und Poeten
unseres Jahrhunderts verloren," so Leonard Bernstein. (...)

Noch Wochen, ja - Monate später kann ich's nicht fassen.






Gruß - Peter


Nachtrag im September 2011:

Als Ehemann einer Engländerin (YORK) war ich seit Mitte der 80er -zig, -zigmal in merry old England, natürlich blieben Wallfahrten nach Liverpool, zehn an der Zahl bis heute, nicht aus.

Da ich zum einen Schottland-Fan bin, zum anderen Paul Mc. Cartney's MULL OF KINTYRE für einen der schönsten Songs überhaupt halte, besuchte ich natüüüüürlich auch diese wunderschöne Halbinsel-Spitze im Südwesten von Argyll / Bute immer und immer wieder, zuletzt in den zurückliegenden Sommerferien.

Paule habe ich bisher (nur) viermal in seinen Solo-Konzerten gesehen.


Am 13. April 2012 feiert der STAR CLUB Hamburg das 50-jährige Jubiläum seiner Eröffnung. Ich war damals dabei, und das Hotelzimmer ist für April 2012 bereits gebucht.

Vielleicht, das ist noch nicht klar, spielen dann als Top Act Gerry and The Pacemakers („You'll never walk alone“ / „Ferry 'cross the Mersey“...). Zu Gerry Marsden habe ich noch heute Kontakt. Aber das wiederum ist eine gaaaaanz andere Geschichte.......

Beatles-Fans empfehle ich www.erdbeerfelder.de ; dort sieht man u.a. knapp 7.0000 Beiträge von einem gewissen „Rockopa Peter“ !


Back to the Sixties !

Back to Flower Power and Woodstock !


www.blumengroup.de

peddor, der Rüstersieler
zuletzt bearbeitet 08.01.2012 12:07 | Top

RE: Welche Musik hört Ihr gerne?

#171 von Clara ( gelöscht ) , 08.01.2012 11:03

@ PETER .Danke für diesen eindrucksvollen Streifzug durch die Zeitgeschichte "damals. Ich beneide Dich sehr, "DABEI" - insbesondere in der music-scene- gewesen zu sein und kann NATÜRLICH aufgrund Deiner sehr eigenen aber durchaus auch amüsanten Schreibweise ganz viel der Atmosphäre in den Clubs wie z.B. dem " Kaiserkeller " nachvollziehen. Impressions pure; gefällt mir. ..und irgendwie sehe ich John Lennon stampfend und gröhlend vor mir * smile-icon.
Uns, den etwas jüngeren "begnadeten Spätgeborenen", blieb leider später nur das " Madhouse", die " Tenne", das " Top Ten " ...ohne seinen legendären Ruf, den Du schilderst. Aber man konnte ihn noch erahnen..! "N'oubliez jamais " singt Joe Cocker.... Every generation has its own way. DU hast ein unglaubliches Glück gehabt ..mit diesem, Deinem "Weg. Es gibt eben Dinge, die sind mit keinem Geld der Welt zu bezahlen...
Ganz ganz viel Spaß wünsche ich Dir am 13. April in " Hamburch " , Du wirst ihn haben , I'm sure, 'cause..you're a part of this very special time. Great !!

PS. Wie alt ist eigentlich der Horst Fascher jetzt? Bin zu faul, bei Wiki nachzuschauen..


„Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt."


- Joachim Ringelnatz -

Clara
zuletzt bearbeitet 08.01.2012 11:18 | Top

RE: Welche Musik hört Ihr gerne?

#172 von peddor, der Rüstersieler ( gelöscht ) , 08.01.2012 12:05

Dank für Dank !

Ich "streife" nochmal, während ich The Mamas' and The Papas' "California Dreamin'" höre...






Gerry & The Pacemakers




Freunden dürfte es nicht unbekannt sein, dass ich Geeeerrrryyyy als Menschen, als Sänger, als Bandleader aufs Höchste seit Jahrzehnten verehre (YOU'LL NEVER WALK ALONE / FERRY CROSS THE MERSEY etc., etc.).

(Übrigens: „Gerry“ mit weichem „Dsch“ und nicht als „G“ ausgesprochen. Und nein, es sind auch nicht die „Peacemakers“(das war EINE von Wyatt Earp's guns), sondern die „Pacemakers“, die Schrittmacher eben !)

Wer eigentlich sind Gerry and The Pacemakers ?

Weil er, Dscherry, am Mittag des Folgetages schon in XYZ an der englisch-schottischen Grenze sein musste, gab es ausnahmsweise nicht die (offizielle) Möglichkeit eines kurzen backstage-Besuches. Doch es kam anders, denn Phil lotste – nur – mich hinter die Bühne...Damals !

Wir, die family, waren im Sommer 1991drei Wochen in einem Cottage an der Yorkshire Coast in Hunmanby, und ich wusste, dass G & TPM im nahen Bridlington spielen würden. Also rief ich zuvor Phil an (zu dem der Kontakt durch James lange zuvor hergestellt worden war), um Ersteren zu fragen, ob er auch in Bridlington zugegen sein werde. Er war – nebst Frau !

Ääääh, ja, James und Phil... James Clark war zu der Zeit der Sub-Manager (was immer das sein möge) von Gerry and The Pacemakers, und er wohnte, wie es der Zufall, den es nicht gibt, so wollte, natürlich in York, der Heimatstadt meiner Frau. Überflüssig zu erwähnen, dass ich zu ihm baldigst Kontakt aufgenommen hatte, obwohl er – noch schlimmer als ich selbst – nie Zeit hatte. Deshalb verwies er mich auch für weitere Gespräche an Phil. Phil Tucker ist der „chairman of the worldwide Gerry and The Pacemakers Fan Club“ und wohnt (immer noch) in Boroughbridge, very near by York. - Selbstverständlich lud ich mich selbst zu ihm ein, und ab der Zeit – late 80s – führten wir stundenlange Gespräche in seinem „Boroughbridge Garden Center“ über Gerry, Beatles, Brian Epstein, Merseybeat, Liverpool itself, wobei wir von Phil's Frau immer großzügig beköstigt wurden.

Zurück zu jenem Abend in Bridlington: Phil also war es, der mich nach dem xten Refrain des Abschluss-Songs „You'll never walk alone !“ hinter die Bühne lotste, wo ich übrigens nicht nur Gerry wiedersah, sondern erstmals auch Pauline, seine Frau, traf. Anwesend waren auch die Pacemakers selbst – und „The Foxes“, die „backing vocal group“, die drei Töchter der einst in ganz England berühmten und äußerst populären „Beverly Sisters“.
(Komisch ! Die „1991er“ Pacemakers waren mal gerade zwischen fünf und zehn Jahren alt, als Gerry mit seiner Ur-Band seine Welterfolge feierte.)
Gerry ließ es sich nicht nehmen, mich auf das Herzlichste zu begrüßen – Phil machte diverse Fotos: Gerry mit mir, The Pacemakers mit mir, die drei Blondinen („The Foxes“) mit mir.
Wir quatschten eeewig, wobei Phil seine Dienste als Übersetzer ins Normal-Englische anbot, denn manches vom Liverpool-Akzent ist mir noch immer nicht geläufig.
Gerry sprach von den Ursprüngen seiner Band, wobei er meinte, in vielen Rock-Lexika stehe „pure rubbish“ über die Anfänge seiner Band (1957 / 58); er selbst könne das chaotische Puzzle der „Geburtswehen“ von den „Mars Bars“, der GM-Skiffle Group, von der leider zwei Mitglieder abwanderten und später „Fourmost“ gründeten, über das GM-Trio bis zu G & TPM kaum zusammensetzen.

Nicht minder falsch seien Auftrittskatalogisierungen „of the early Hamburg days“, weil oft (!) alle (Teile diverser Bands) mit allen gespielten hätten, oft abhängig von der mentalen und physischen Fitness eines jeden Einzelnen. Besonders im „Kaiserkeller“ spielten nicht selten Gerry oder sein Bruder Freddie und Rory Storm und ein anderer „Hurricane“ sowie ein Beatle - und nannten sich „Beatles“ oder „G & TPM“ oder „RS & TH“ - merkte ja keiner !!!


Das ist ja mein Reden seit Jahrzehnten, dass ich nicht selten mixed Bands im HH gesehen hatte !!!
Aber auf mich hört ja keiner !


Nicht der äußerst bescheidene Gerry, aber der ebenfalls eigentlich gern zurückhaltende Phil verwies auf Gerry's „Weltrekord“: Die drei ersten Songs wurden AUSNAHMSLOS number one hits in the british charts. Dieser Rekord wurde erst in den 80ern durch Frankie goes to Hollywood egalisiert !

Während wir redeten, versuchte Gerry auf einem Fetzen Papier den Stammbaum seiner Band zu skizzieren, verwarf dieses Ansinnen aber bald; den Fetzen habe ich dennoch mitgenommen als Erinnerung an Bridlington. Apropos Erinnerung: Phil's Frau (!) gab mir ein Poster jenes gewaltigen Konzerts in Bridlington, das halb versteckt in einem kleinen Raum unseres Hauses hängt, denn meine Frau ist ganz offensichtlich keine Freundin von Beatlemania, Merseybeatmania etc., etc. .
Und sowatt is' Engländerin...!!!


Anyway: Der Bogen der Kontakte zu Gerry and The Pacemakers spannt sich vom „Kaiserkeller“ 1960 über den 30. Oktober 1977 (G & TPM im „Gloria-Theater“ Herten, wo ich diverse Fotos machte und ihn für die Zeitung interviewte), über den Februar 1982, wo G & TPM im Wechsel mit meiner Band RETURN im damaligen NRW-Oldie-Mekka, dem „Bierdorf“ Duisburg, spielte, bis nach Bridlington 1991. Irgendwann Mitte des Post-Millenium-Jahrzehnts sah ich die Band erneut – wieder in England.

Der Kontakt zu Gerry (und Phil) ist bis heute nie verloren gegangen. Just, als ich zum 50. (?) Male in York, hoffentlich meiner künftigen Heimatstadt, war, musste Phil nach Liverpool fahren, um mit Gerry was zu regeln; natürlich fuhr ich mit, d.h. Phil fuhr mit mir mit, da ich ihn aus Boroughbridge abholte.


Ach, ich könnte noch stundenlang aus dem Nähkästchen plaudern, doch ich möchte niemanden langweilen...





Gruß - Peter


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RE: Welche Musik hört Ihr gerne?

#173 von Schiffskatze , 08.01.2012 12:27

Zitat von Clara
@ PETER .Danke für diesen eindrucksvollen Streifzug durch die Zeitgeschichte "damals. Ich beneide Dich sehr, "DABEI" - insbesondere in der music-scene- gewesen zu sein und kann NATÜRLICH aufgrund Deiner sehr eigenen aber durchaus auch amüsanten Schreibweise ganz viel der Atmosphäre in den Clubs wie z.B. dem " Kaiserkeller " nachvollziehen. Impressions pure; gefällt mir. ..und irgendwie sehe ich John Lennon stampfend und gröhlend vor mir * smile-icon.
Uns, den etwas jüngeren "begnadeten Spätgeborenen", blieb leider später nur das " Madhouse", die " Tenne", das " Top Ten " ...ohne seinen legendären Ruf, den Du schilderst. Aber man konnte ihn noch erahnen..! "N'oubliez jamais " singt Joe Cocker.... Every generation has its own way. DU hast ein unglaubliches Glück gehabt ..mit diesem, Deinem "Weg. Es gibt eben Dinge, die sind mit keinem Geld der Welt zu bezahlen...
Ganz ganz viel Spaß wünsche ich Dir am 13. April in " Hamburch " , Du wirst ihn haben , I'm sure, 'cause..you're a part of this very special time. Great !!

PS. Wie alt ist eigentlich der Horst Fascher jetzt? Bin zu faul, bei Wiki nachzuschauen..






An diesem Dank will ich mich gerne anschliessen. Aus Peters Berichten und Erfahrungen, die er mit Sicherheit durch nichts auf der Welt eintauschen würde, (ginge mir genau so) spricht echte Liebe zur Musik der damaligen Zeit.
Bin auch damit aufgewachsen und kenne daher fast alles aus den 60ern und für mich ist das bis ans Ende meiner Tage DIE Musik. Nur wenige Bands nach dieser Zeit haben mich jemals so begeistern können. Dazu gehören T.Rex, ABBA, Michael Jackson, Udo Jürgens.....und dann hört es auch schon fast auf.






In the Ghetto - auch die Version mit Tochter Lisa Marie gefällt mir.

 
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RE: Welche Musik hört Ihr gerne?

#174 von peddor, der Rüstersieler ( gelöscht ) , 08.01.2012 13:01

Danke, UH-Schiffskatze !



The Animals, "We've gotta get out of this place !" (sing und spiel ich immer meiner Frau vor, wenn sie mal wieder unseren Wunsch nach Umzug nach GB in Zweifel zieht),

Buddy Holly, "Rave on" (noch nie zuvor in meinem Leben so geheult wie am 4./5. Februar 1959...),

Don Mc Lean, "American Pie" (Buddy's Leben und Musik gewidmet ---> "The day when music died"),

The Marmalade (einst in ihrer Heimatstadt Glasgow LIVE erlebt), "Reflections of my life".


Peter, den Blick nach vorn, doch WOODSTOCK im Herzen !


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RE: Welche Musik hört Ihr gerne?

#175 von peddor, der Rüstersieler ( gelöscht ) , 08.01.2012 13:15

PS: Zu Horsti (Horst Fascher) und Tony Sheridan habe ich seit jeher ein gestörtes Verhältnis, da sie BEIDE sich gern als Entdecker der Beatles oder fünfter Beatle (das wäre allenfalls Klaus Voormann !!!) apostrophieren lassen - und keine Gelegenheit auslassen, speziell in Büchern eigene Legenden-Bildung zu betreiben. Aber das ist wiederum ne andere Schtory. Beide treffe ich immer wieder - nicht nur bei der "Beatlemania" in HH.

Horst ist Jahrgang 1936, glaub' ich.



Momentan The Easybeats, "Friday on my mind"





Peter


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RE: Welche Musik hört Ihr gerne?

#176 von Clara ( gelöscht ) , 08.01.2012 13:26

Zitat von peddor, der Rüstersieler
PS: Zu Horsti (Horst Fascher) und Tony Sheridan habe ich seit jeher ein gestörtes Verhältnis, da sie BEIDE sich gern als Entdecker der Beatles oder fünfter Beatle (das wäre allenfalls Klaus Voormann !!!) apostrophieren lassen - und keine Gelegenheit auslassen, speziell in Büchern eigene Legenden-Bildung zu betreiben. Aber das ist wiederum ne andere Schtory. Beide treffe ich immer wieder - nicht nur bei der "Beatlemania" in HH.

Horst ist Jahrgang 1936, glaub' ich.



Momentan The Easybeats, "Friday on my mind"





Peter








Hui..das sind natürlich Insider- Interna , die selten an die Öffentlichkeit geraten. Aber trotzdem interessant zu lesen. Thx !
Hab' aber an die Music-Experten, Schiffkatze und Dich, eine ganz bescheidene Frage: Wenn einem gerade ab und zu so zwischendurch auch 'mal nach Classic-Music ist, darf man das dann auch posten ? Heute morgens z.B. war ein so schöner Vorfrühlings-Morgen und mir war ein bisschen nach Grieg..hab' mich aber nicht getraut


„Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt."


- Joachim Ringelnatz -

Clara

RE: Welche Musik hört Ihr gerne?

#177 von Schiffskatze , 08.01.2012 13:36

Zitat von peddor, der Rüstersieler
PS: Zu Horsti (Horst Fascher) und Tony Sheridan habe ich seit jeher ein gestörtes Verhältnis, da sie BEIDE sich gern als Entdecker der Beatles oder fünfter Beatle (das wäre allenfalls Klaus Voormann !!!) apostrophieren lassen - und keine Gelegenheit auslassen, speziell in Büchern eigene Legenden-Bildung zu betreiben. Aber das ist wiederum ne andere Schtory. Beide treffe ich immer wieder - nicht nur bei der "Beatlemania" in HH.

Horst ist Jahrgang 1936, glaub' ich.



Momentan The Easybeats, "Friday on my mind"







Peter









"Friday on my mind" - das ist Öl für meine Ohren.

Hier eine Kostprobe der Easybeats:




Ich hoffe für Dich, wenn Du nicht mehr unterrichten solltest, nicht in RE versauern und Deine Frau nicht lange überreden musst, nach Schottland zu ziehen.


War es nicht Paul, der dagegen war, dass Pete Best weiterhin bei den Beatles blieb?
Und Stuart Sutcliffe - der früh verstorben ist und die Erfolge der Band nicht erlebt hat - hast Du damals beide noch in HH gesehen?


 
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RE: Welche Musik hört Ihr gerne?

#178 von Schiffskatze , 08.01.2012 14:10

Zitat von Clara

Zitat von peddor, der Rüstersieler
PS: Zu Horsti (Horst Fascher) und Tony Sheridan habe ich seit jeher ein gestörtes Verhältnis, da sie BEIDE sich gern als Entdecker der Beatles oder fünfter Beatle (das wäre allenfalls Klaus Voormann !!!) apostrophieren lassen - und keine Gelegenheit auslassen, speziell in Büchern eigene Legenden-Bildung zu betreiben. Aber das ist wiederum ne andere Schtory. Beide treffe ich immer wieder - nicht nur bei der "Beatlemania" in HH.

Horst ist Jahrgang 1936, glaub' ich.



Momentan The Easybeats, "Friday on my mind"





Peter








Hui..das sind natürlich Insider- Interna , die selten an die Öffentlichkeit geraten. Aber trotzdem interessant zu lesen. Thx !
Hab' aber an die Music-Experten, Schiffkatze und Dich, eine ganz bescheidene Frage: Wenn einem gerade ab und zu so zwischendurch auch 'mal nach Classic-Music ist, darf man das dann auch posten ? Heute morgens z.B. war ein so schöner Vorfrühlings-Morgen und mir war ein bisschen nach Grieg..hab' mich aber nicht getraut




Aber immer! Peddor und ich haben diesen thread nicht für uns alleine gepachtet.- Ich mag übrigens auch Klassik.

 
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RE: Welche Musik hört Ihr gerne?

#179 von Clara ( gelöscht ) , 08.01.2012 14:26

Danke !Hab 'aber inzwischen einen Classic-Music-thread eröffnet..unhöflicherweise bei Kunst-Literatur-... .(Blitz kann ihn ja wieder löschen, wenn es unpassend sein sollte..)
Auf die Idee kam ich übrigens, weil "Popeya" ihre/ seine (?) Musikauswahl " je nach Stimmung " wählt; mir geht's da ganz genauso !


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RE: Welche Musik hört Ihr gerne?

#180 von peddor, der Rüstersieler ( gelöscht ) , 08.01.2012 14:29

So, muss mich endlich an meine Klausuren setzen, deshalb nur kurz:


1. Nee, das sind keine Insider-Infos; die sind überall nachlesbar, Clara. Lies mal Horst Faschers Buch "Let the good times roll"; noch nie soviel Selbst-Glorifizierung gelesen.


2. Mit Tony habe ich so manche Oldie-Night in NRW moderiert...Mann, Mann, Mann: Ich (Tony) und die (Rest-)Beatles...


3. Wer Pete Best letztendlich tatsächlich (!) rausschmiss, wird immer legendenumrankt bleiben...


4. Stu, daaamals Verlobter von Astrid Kirchherr - nicht mehr bei den Beatles, sondern Kunststudent in HH - , starb einen Tag (!!!) vor Eröffnung des HH-Star Club (12. IV. 1962) in Astrids Wohnung an Gehirnblutung. Die Beatles konnten, geschockt, kaum spielen / singen, mussten aber, denn sie eröffneten den Star Club.


5. Klassik ? Aber immer !!! Ich liebe besonders Tschaikowsky (u.a. Klavierkonzert Opus Nr. 23 in b-Moll) und Liszt (u.a. "Les Preludes"), Rachmaninov, aber auch Manches von Mozart und Händel.

Bach ist mir zu schwermütig !





Momentan: The Moody Blues (Birmingham), "Nights in white satin"



Peter, wech von hier für heute...









...oder auch nich'.


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