Schilderstreit in Südtirol

#1 von Schimmerlos ( gelöscht ) , 03.08.2010 01:47

Schilderstreit in Südtirol


Der „Schilderstreit“ in Südtirol eskaliert.

Österreich ist bereits als Schutzmacht Südtirols angerufen worden. Stein des Anstoßes sind die neuen 36.000 Wegweiser, die der Südtiroler Alpenverein (SAV) einsprachig in Deutsch angebracht hat.

Der italienische Regionenminister Raffaele Fitto sieht darin eine Behinderung und sogar Gefährdung italienischsprachiger Wanderer, die wichtige Hinweise nicht verstünden. Der Politiker der rechtslastigen Berlusconi-Regierung fordert nun, die Schilder so rasch wie möglich durch zweisprachige zu ersetzen und droht sogar damit, der Südtiroler Landesregierung die allgemeine Kompetenz für die Ortsbezeichnungen zu entziehen. Bisher weigert sich der SAV, der seinerseits von deutschtümelnden Südtirolern dominiert wird, die neuen Schilder entsprechend anzupassen. Ein Konflikt, der an den Dauerbrenner „Ortstafelstreit“ in Kärnten erinnert.

Die Auseinandersetzung weckt in Südtirol aber auch böse Erinnerungen an die Zeiten der Zwangsitalianisierung während des Faschismus. So schreibt der frühere Tiroler Landeshauptmann Wendelin Weingartner, es gehe wohl weniger um die Sicherheit in den Bergen als „um die Durchsetzung der aus faschistischen Zeiten stammenden Zielsetzung, das annektierte Südtirol auch sprachlich zu italianisieren“. Der Ton wird immer gereizter. Der SVP-Abgeordnete Siegfried Brugger drohte damit, den italienischen Verfassungsgerichtshof mit der Frage zu befassen. Landeshauptmann Luis Durnwalder bemüht sich nach anfänglich scharfen Tönen um einen Kompromiss unter Hinweis darauf, dass die Provinz lediglich für die Ortsschilder zuständig ist, nicht jedoch für die Wanderwege.

Rückenschutz erhält Durnwalder erstaunlicherweise von der italienischsprachigen Nachbarprovinz Trentino, die ebenfalls eifersüchtig über ihre Autonomie wacht. Ohne auf „die Fehler des Alpenvereins“ einzugehen, dürfe „der symbolische Gehalt der Drohung Roms nicht übersehen werden, Südtirol das Recht auf die Ortsbezeichnungen zu entziehen“, mahnte der Trentiner Landeshauptmann Lorenzo Dellai.

Lösung im Aostatal

Bevor der Wegweiser-Streit noch mehr böses Blut schafft, sollten Rom und Südtirol einen Blick ins Aostatal werfen. Dort hat man die faschistischen Namen unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg durch die ursprünglichen frankoprovenzalischen Bezeichnungen ersetzt. Das Vorgehen der italienischen Regierung in Südtirol sei „absurd“, so der Abgeordnete aus dem Aostatal, Roberto Nicco. Was Rom eigentlich wolle, sei die Abschaffung der Spezialautonomien. Dies sei gesetzlich aber „leider“ nicht möglich.

Zitat
Spinnen die, die Italiener?


Die Waffen nieder!
Bertha von Suttner

Schimmerlos

RE: Schilderstreit in Südtirol

#2 von Isis ( gelöscht ) , 04.08.2010 19:46

In Südtirol wird Deutsch gesprochen, deshalb sollten die Schilder auch deutsch bleiben. Woher kommen denn die meisten Touristen? In die Dolomiten traut sich kein Italiener hin.


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.

Isis
zuletzt bearbeitet 04.08.2010 19:47 | Top

RE: Schilderstreit in Südtirol

#3 von Karpfen123 ( gelöscht ) , 21.08.2012 21:51


Karpfen123
zuletzt bearbeitet 24.08.2012 10:59 | Top

RE: Schilderstreit in Südtirol

#4 von Klaus Pfahl , 21.08.2012 22:23

Von wo aus schreibst Du denn jetzt?


Die Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein macht es erträglich.

Honoré de Balzac

 
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zuletzt bearbeitet 21.08.2012 | Top

RE: Schilderstreit in Südtirol

#5 von Laura , 26.08.2012 01:10

Zitat von Karpfen123 im Beitrag #3




Äääh, was ist los?


Heute ist der 1. Tag von dem Rest meines Lebens.

 
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RE: Schilderstreit in Südtirol

#6 von Waldveilchen , 16.10.2012 18:34

Diesen Schilderstreit finde ich blöd. Ich verstehe nicht, wie man Jahre lang deswegen streiten kann, wie z.B. in Kärnten.

Am besten man macht zweisprachige Schilder, dann ist allen geholfen und es gibt kein Problem mehr.


 
Waldveilchen
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RE: Schilderstreit in Südtirol

#7 von Klaus Pfahl , 16.10.2012 18:39

Sind die sich noch immer nicht grün? Ich war mal vor `zig Jahren dort zum Wintersport, als noch die Bomben explodierten.


Die Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein macht es erträglich.

Honoré de Balzac

 
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RE: Schilderstreit in Südtirol

#8 von Proconsul48 , 04.01.2013 10:19

Wanderwege so beschildert lassen, wie sie jetzt sind...die Wanderkarten sind ohnedies 2-sprachig...

 
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