Enthüllte Afghanistan-Dokumente bringen Obama in Bedrängnis

#1 von Schimmerlos ( gelöscht ) , 28.07.2010 00:58

Enthüllte Afghanistan-Dokumente bringen Obama in Bedrängnis


Ein düsteres Bild des afghanischen Kriegsalltags malen jene Dokumente, die WikiLeaks ins Internet gestellt hat.



WASHINGTON.
Kaum waren die rund 92.000 Militärdokumente aus sechs Kriegsjahren in Afghanistan im Internet zu lesen, da lief in Washington auch schon die Operation Schadensbegrenzung an.
„Unverantwortlich“, empörte sich der nationale Sicherheitsberater James Jones über den jüngsten Coup des Internet-Portals WikiLeaks: Die Enthüllungen könnten „das Leben von Amerikanern und unserer Partner gefährden“.

Was WikiLeaks da veröffentlicht und zuvor der New York Times, dem deutschen Spiegel und dem britischen Guardian zur Einsicht gegeben hatte, ist ein gewaltiger Berg geheimer Militärunterlagen, den die US-Regierung aus vielerlei Gründen gern unter Verschluss gehalten hätte. Anders als 1971 bei den berühmten „Pentagon Papers“ zum Vietnamkrieg geht es zwar nicht um die Lügen von Präsidenten. Doch was die Feldberichte von US-Soldaten aus den Jahren 2004 bis 2009 zeichnen, ist laut New York Times ein „ungeschminktes Bild vom Krieg in Afghanistan, das düsterer ausfällt als die offizielle Darstellung“.

Chaos und zivile Opfer

Detailliert beschrieben wird ein oft chaotischer, unübersichtlicher Kriegsalltag: Es geht um Gefechte mit Aufständischen oder um den Frust über korrupte afghanische Behörden. Brisant sind Depeschen über zivile Opfer bei der Taliban-Jagd des US-Geheimkommandos 373, Pannen beim Einsatz unbemannter Drohnen sowie Hinweise auf Verbindungen pakistanischer Geheimdienste zu den Taliban und Al-Kaida. Wenig schmeichelhaft ist laut Spiegel auch die Darstellung des deutschen Einsatzes am Hindukusch: „Kenntnislos und naiv war die deutsche Armee in den Konflikt gestolpert“, kommentierte das Magazin.

Während die deutschen Behörden die Dokumente prüfen wollen und Pakistan die Veröffentlichung „unverantwortlich“ nannte, reagiert Washington gereizt. Das ist nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass die Regierung von Präsident Barack Obama drei Monate vor der Kongresswahl kein Interesse an einer neuen Afghanistan-Debatte hat. Der Krieg am Hindukusch ist in den USA unpopulär. Das Weiße Haus verlegte sich auf eine aggressive Abwehrstrategie. Die Bedeutung der Papiere wurde heruntergespielt: Meist stammten sie aus der Amtszeit von Ex-Präsident George W. Bush, bevor Obama im Dezember 2009 die neue Afghanistan-Strategie verkündet habe, erklärte das Präsidialamt – als hätte sich die Lage am Hindukusch seither gebessert.

Unterdessen warf Afghanistans Präsident Hamid Karzai den NATO-Streitkräften in seinem Land vor, eine ihrer Raketen habe 52 Zivilisten getötet. Die NATO sagte, man könne dies nicht bestätigen.

http://www.nachrichten.at/nachrichten/po...k/art391,434605


Die Waffen nieder!
Bertha von Suttner

Schimmerlos

RE: Enthüllte Afghanistan-Dokumente bringen Obama in Bedrängnis

#2 von Klaus Pfahl , 28.07.2010 12:14

Möglicherweise entsprechen die Dokumente den wahren Gegebenheiten in Afghanistan. Es wird nirgendwann so oft gelogen wie im Krieg oder vor den Wahlen. Allerdings ist WikiLeaks eine Seite, in der jeder seine Verschwörungstheorien hineinsetzen kann. Diese Seite ist mit Vorsicht zu lesen.

Gruß
Blitz


Die Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein macht es erträglich.

Honoré de Balzac

 
Klaus Pfahl
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