Embryonenschutz um jeden Preis?

#1 von Klaus Pfahl , 06.07.2010 21:26

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Leipzig hat entschieden, daß die Präimplantationsdiagnostik (PID) zur genetischen Untersuchung von künstlich befruchteten Embryonen zulässig ist. Damit weisen die Richter auf einem der umstrittensten bioethischen Gebiete einen liberalen Weg, der auch schon in vielen anderen Ländern Europas gegangen wird. Bisher schien er aber in Deutschland durch das Embryonenschutzgesetz von 1990 versperrt zu sein.

http://www.welt.de/politik/deutschland/a...onenschutz.html

Kinderlosen Ehepaaren wird durch das Urteil ermöglicht garantiert gesunde Kinder zur Welt zu bringen, aber sind diese Vorsorgemaßnahmen noch mit unserer Ethik vereinbar?

Gruß
Blitz


Die Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein macht es erträglich.

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RE: Embryonenschutz um jeden Preis?

#2 von Gast , 07.07.2010 10:19

@blitz,

erst einmal ein recht herzliches dankeschön für die freundliche aufnahme.

setzt der bundesgerichtshof mit diesem urteil voraus, daß es sich bei embryonen um meschliches leben handelt?
wenn es so währe, müßten alle embryonen am leben erhalten werden.


RE: Embryonenschutz um jeden Preis?

#3 von Klaus Pfahl , 07.07.2010 12:38

Zitat von
@blitz,

erst einmal ein recht herzliches dankeschön für die freundliche aufnahme.

setzt der bundesgerichtshof mit diesem urteil voraus, daß es sich bei embryonen um meschliches leben handelt?
wenn es so währe, müßten alle embryonen am leben erhalten werden.



Verehrter Unbekannter,
dieses Urteil bezieht sich auf die Verpflanzung menschlicher Embryonen. Im Prinzip ist dagegen auch nichts einzuwenden. Für eine gesunde Selektion werden mehrere Embryonen gezeugt und durch eine Voruntersuchung auf genetische Schäden selektiert. Die gesunden werden in die Gebärmutter eingepflanzt und die selektierten mit Gendefekten vernichtet.
Rein juristisch betrachtet kann man dieses Verfahren mit einem Schwangerschaftsabruch vergleichen, der unerlaubt durchgeführt strafbar ist. Da sehe ich vom Gesetzgeber noch Nachholbedarf.

Gruß
Blitz


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RE: Embryonenschutz um jeden Preis?

#4 von Isis ( gelöscht ) , 07.07.2010 17:08

Was haben Männer überhaupt mit Embryonen von Frauen zu tun? Der meist kleine Spermabeitrag berechtigt sie noch lange nicht darüber zu urteilen, was Frau mit ihrer Frucht im Leibe macht. Sei es Abtreibung oder künstliche Befruchtung, es ist alleine ihre Entscheidung darüber zu befinden. Weder Kirche, Richter oder Sesselfurzer in den Parlamenten geht das etwas an.


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.

Isis

RE: Embryonenschutz um jeden Preis?

#5 von lei ( Gast ) , 09.07.2010 07:36

[quote="Isis"]Was haben Männer überhaupt mit Embryonen von Frauen zu tun? Der meist kleine Spermabeitrag berechtigt sie noch lange nicht darüber zu urteilen, was Frau mit ihrer Frucht im Leibe macht. Sei es Abtreibung oder künstliche Befruchtung, es ist alleine ihre Entscheidung darüber zu befinden. Weder Kirche, Richter oder Sesselfurzer in den Parlamenten geht das etwas an.[/quote]


@isis,

ich stelle mich voll und ganz hinter ihrer meinung.

ich glaube, in den 70er jahren kam der slogan "mein bauch gehört mir" auf.
daran hat sich nichts geändert.

@blitz,

in dem urteil des bundesverfassungsgerichts wird nicht ausdrücklich darauf hingewiesen, ob es sich im stadium der selektion um menschlkiches leben handelt.
eizellen zu selektieren heißt doch, menschliches leben selektieren.

lei

RE: Embryonenschutz um jeden Preis?

#6 von Klaus Pfahl , 09.07.2010 12:30

@lei,
ich finde es sogar gut, daß bei einer künstlichen Befruchtung menschliche Eizellen bzw Embryonen auf genetische Schäden untersucht werden um die besten dann zu verpflanzen. Jetzt taucht nur die Kardinalfrage wieder auf: Wann beginnt menschliches Leben. Nach der künftigen Rechsprechung muß auch bei den Gesetzen zum Schwangerschaftsabbruch und der Stammzellenforschung nachgebessert werden.

Deutschland tut sich immer noch schwer bei der Stammzellenforschung, weil in Labors damit auch menschliches Leben ein Ende findet. Dabei könnten Stammzellen für die Heilung schwerer Krankheiten ein Segen sein.

Gruß
Blitz


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aber das Vergessen allein macht es erträglich.

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zuletzt bearbeitet 09.07.2010 | Top

DOWN-Syndrom

#7 von Klaus Pfahl , 11.01.2012 23:17

Würdet Ihr, wenn sich bei einer Fruchtwasseruntersuchung heraus stellen würde, dass der Embryo mit einem DOWN-Syndrom zur Welt kommt, das Kind abtreiben lassen?


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aber das Vergessen allein macht es erträglich.

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RE: DOWN-Syndrom

#8 von Schiffskatze , 12.01.2012 00:04

Zitat von Blitz
Würdet Ihr, wenn sich bei einer Fruchtwasseruntersuchung heraus stellen würde, dass der Embryo mit einem DOWN-Syndrom zur Welt kommt, das Kind abtreiben lassen?



Ganz ehrlich? Ja!

 
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RE: DOWN-Syndrom

#9 von kritisches_Auge , 12.01.2012 09:48

Mir sind Irrtümer auf dem Gebiet der vorgeburtlichen Untersuchungen bekannt und ich würde einer solchen Untersuchung erst garnicht zustimmen.
Ich kenne im übrigen Kinder mit dem Down-Syndrom die eine ganz normale Schule besuchen.
Bei schweren Behinderungen würde ich auf jeden Fall abtreiben.
Im übrigen würde ich immer eine gemeinsame Entscheidung mit dem Vater des Kindes anstreben, später muß er sich genauso verantwortlich zeigen wie ich, von daher finde ich den Ausspruch " mein Bauch gehört mir" unfair; wenn mein Bauch wirklich nur mir gehört, darf ich eben nicht schwanger werden.


 
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RE: DOWN-Syndrom

#10 von Lilly , 14.01.2012 17:29

Ich würde abtreiben lassen. Man weiß aus den Medien, dass diese Kinder nicht alt werden. Dann ist der Schmerz viel größer.

MfG
Lilly


 
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zuletzt bearbeitet 14.01.2012 | Top

RE: DOWN-Syndrom

#11 von maronni , 14.01.2012 19:30

Wieviele Väter machen einen Abflug,wenn die Frau schwanger ist.
Ich denke schon, dass die Frau das größere Recht hat, über das werdende Leben des Kindes zu bestimmen.


immer frei von der Leber weg,
...auch wenn manchen die Galle hoch kommt

 
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