Gesundheitsreform 2010

#1 von Klaus Pfahl , 06.07.2010 19:57

Auch wenn sich Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) alle Mühe gibt, das Publikum von den Vorzügen der neuesten Jahrhundertreform im Gesundheitswesen zu überzeugen: Der große Wurf, der versprochene Systemwechsel ist das nicht, was die Koalition jetzt nach monatelangem Hick-Hack vereinbart hat.

http://www.welt.de/debatte/kommentare/ar...serhoehung.html


Ich bin von dieser Bundesregierung so enttäuscht, daß ich es gar nicht mehr in Worte fassen kann. Arbeit soll sich wieder lohnen, mehr Netto vom Brutto und andere Wahlsprüche klingen nun wie Hohn in meinen Ohren.
Was ist bei der "Reform" herausgekommen? Höhere Kassenbeiträge, geringere Leistungen der Kassen, und die Pharmaindustrie ist wieder einmal der lachende Dritte.

Gruß
Blitz


Die Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein macht es erträglich.

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zuletzt bearbeitet 06.07.2010 | Top

RE: Gesundheitsreform 2010

#2 von lei ( Gast ) , 15.07.2010 15:13

@blitz,

es ist bequem, mit dem strom zu schwimmen.

ich sehe die sache anders!

wer von den deutschen lebt wirklich gesund?
die öko-freaks glauben, wenn sie bio-nahrung zu sich nehmen, bleiben sie gesund bis ins hohe alter.
es ist ein glaube, denn beweisen können sie es nicht.

eine andere gruppe lebt ohne öko-müsli, sie haben mit sicherheit die gleiche lebenserwartung bei
relativer gesundheit wie unsere ökos.

die dritte gruppe, dazu zähle ich den überwiegenden teil der deutschen, leben ungesund!
es ist kein cliché, wenn ich sage die kiffen, saufen, rauchen, fressen und korpulieren was das zeug hält.
sie brauchen keine sanktionen zu fürchten, da die krankenkassen und damit die solidargemeinschaft der
beitragszahler zahlt. hier

die pharmaindustrie und die letztgenannten sollten viel mehr in die pflicht genommen werden.

die pharmaindustrie könnte über ein eu-gesetz ihre preise eu-weit angleichen. damit würde deutschland,
als land mit den weitaus höchsten medizinpreisen, eine riesige menge einsparen.

eure uneinsichtigen freunde des genusses würden mit doppelten krankenkassenbeiträgen in die pflicht genommen.
in außnahmefällen ist ihnen mit versagen der medizinischen versorgung zu drohen und auch durchzusetzen.


lei

RE: Gesundheitsreform 2010

#3 von Klaus Pfahl , 15.07.2010 17:34

@lei,
ich liege garnicht so daneben, und im Strom befinden wir uns alle. Wer gegenan schwimmt hat es nur schwerer. So ähnlich stand es doch in der Mao-Bibel.
Wer sollte denn die Pharmaindustrie an die Kette legen? Das kann nur die Politik.
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler hatte bei seinem Amtsantritt großspurig verlauten lassen das Preismonopol für innovative Arzneimittel zu kippen. Was ist dabei herausgekommen? Nichts, außer weiter Einschränkungen in der Arzeneimittelversorgung und höhere Kassenbeiträge. Wer heute kein ausreichendes Einkommen hat um sich für Zahnersatz zu versichern, wird künftig auf den Felgen kauen. Die Pharmaindustrie ist für unsere Parlamentarier eine heilige Kuh, die nicht angerührt werden darf.

Gruß
Blitz


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RE: Gesundheitsreform 2010

#4 von Gast , 15.07.2010 19:04

[quote="Blitz"]@lei,
ich liege garnicht so daneben, und im Strom befinden wir uns alle. Wer gegenan schwimmt hat es nur schwerer. So ähnlich stand es doch in der Mao-Bibel.[wink]
Wer sollte denn die Pharmaindustrie an die Kette legen? Das kann nur die Politik.
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler hatte bei seinem Amtsantritt großspurig verlauten lassen das Preismonopol für innovative Arzneimittel zu kippen. Was ist dabei herausgekommen? Nichts, außer weiter Einschränkungen in der Arzeneimittelversorgung und höhere Kassenbeiträge. Wer heute kein ausreichendes Einkommen hat um sich für Zahnersatz zu versichern, wird künftig auf den Felgen kauen. Die Pharmaindustrie ist für unsere Parlamentarier eine heilige Kuh, die nicht angerührt werden darf.

Gruß
Blitz[/quote]

@blitz,

offensichtlich haben sie meinen beitrag nicht richtig gelesen.

ich habe die möglichkeit in betracht gezogen,preise für pharmaprodukte europaweit anzugleichen.
hier hätte die politik eine großes potential um die preise zu senken.


RE: Gesundheitsreform 2010

#5 von Buschflieger ( gelöscht ) , 16.07.2010 12:39

@lei,
Preise anpassen oder festlegen machte man in kommunistischen Ländern. Wir leben in einer freien Marktwirtschaft, da bestimmen Angebot und Nachfrage die Preise. In Deutschland sollten ausländische Pharmaprodukte zugelassen und der Lobbyismus verboten werden. Abgeordnete haben doch den Eid geleistet "zum Wohle des deutschen Volkes". Genau das Gegenteil ist der Fall.

MfG


Buschflieger

RE: Gesundheitsreform 2010

#6 von lei ( Gast ) , 16.07.2010 18:34

[quote="Buschflieger"]@lei,
Preise anpassen oder festlegen machte man in kommunistischen Ländern. Wir leben in einer freien Marktwirtschaft, da bestimmen Angebot und Nachfrage die Preise. In Deutschland sollten ausländische Pharmaprodukte zugelassen und der Lobbyismus verboten werden. Abgeordnete haben doch den Eid geleistet "zum Wohle des deutschen Volkes". Genau das Gegenteil ist der Fall.

MfG[/quote]

@buschflieger,

......preise für pharmaprodukte europaweit anzugleichen, war mein schreiben.

darf ich sie darauf hinweisen, daß in deutschland die preise für medizien festgelegt sind.

auf meinen weiteren vorschlag mag wohl keiner eingehen, weil sich jeder die frage stellen muß,
lebe ich gesund und nicht auf kosten der solidargemeinschaft der krankenkassen-beitragszahler?

lei

RE: Gesundheitsreform 2010

#7 von Klaus Pfahl , 16.07.2010 18:48

@lei
Die Preise für Medizin sind deswegen fest, weil keine Konkurrenz zu unserer Pharmaindustrie zugelassen wird. Die wenigen deutschen Firmen haben sich die Preise abgesprochen.
Als Solidargemeinschaft werden die Lebensgewohnheiten Einzelner toleriert. Ob nun Jemand säuft, raucht oder sich mit der Völlerei ins Jenseits bringt ist jedem Deutschen selbst überlassen. Andere treiben gefährlichen Extremsport oder fahren mit dem Auto zu riskant. Es wäre schier unmöglich die Bevölkerung in Risikogruppen einzustufen und dafür unterschiedliche Krankenkassenbeiträge zu verlangen. Wer will denn die Bürger darauf kontrollieren?
Wir leben in keinem sozialistischen Einheitsstaat, in dem das Verhalten der Bürger vorgeschrieben wird.

Die Ursachen der Kostenexplosion liegen ganz woanders, nur will da kein Politiker daran rütteln.

Gruß
Blitz


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RE: Gesundheitsreform 2010

#8 von Gast , 16.07.2010 20:26

[quote="Blitz"]@lei
Die Preise für Medizin sind deswegen fest, weil keine Konkurrenz zu unserer Pharmaindustrie zugelassen wird. Die wenigen deutschen Firmen haben sich die Preise abgesprochen.
Als Solidargemeinschaft werden die Lebensgewohnheiten Einzelner toleriert. Ob nun Jemand säuft, raucht oder sich mit der Völlerei ins Jenseits bringt ist jedem Deutschen selbst überlassen. Andere treiben gefährlichen Extremsport oder fahren mit dem Auto zu riskant. Es wäre schier unmöglich die Bevölkerung in Risikogruppen einzustufen und dafür unterschiedliche Krankenkassenbeiträge zu verlangen. Wer will denn die Bürger darauf kontrollieren?
Wir leben in keinem sozialistischen Einheitsstaat, in dem das Verhalten der Bürger vorgeschrieben wird.

Die Ursachen der Kostenexplosion liegen ganz woanders, nur will da kein Politiker daran rütteln.

Gruß
Blitz[/quote]


@blitz,

..und die währen?


RE: Gesundheitsreform 2010

#9 von Klaus Pfahl , 16.07.2010 20:46

@lei,
1.
Es gibt in Deutschland fast 200 verschieden Krankenkassen, die privaten nicht mitgezählt. Dadurch wird ein erheblicher Anteil der Beiträge für das nicht schlecht bezahlte Personal und den dazugehörigen aufwendigen Immobilien verpulvert.

2.
Ein erheblicher Teil der Beiträge geht durch Korruption verloren. Die Empfänger sind Lobbyisten, Politiker aber auch Ärzte die von der Pharmaindustrie bestochen werden sich für die Verschreibung vorbestimmte Medikamente zu verpflichten.

mehr dazu hier:
http://www.stern.de/wirtschaft/versicher...ten-612831.html

Gruß
Blitz


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RE: Gesundheitsreform 2010

#10 von Gast , 16.07.2010 21:10

[quote="Blitz"]@lei,
1.
Es gibt in Deutschland fast 200 verschieden Krankenkassen, die privaten nicht mitgezählt. Dadurch wird ein erheblicher Anteil der Beiträge für das nicht schlecht bezahlte Personal und den dazugehörigen aufwendigen Immobilien verpulvert.

2.
Ein erheblicher Teil der Beiträge geht durch Korruption verloren. Die Empfänger sind Lobbyisten, Politiker aber auch Ärzte die von der Pharmaindustrie bestochen werden sich für die Verschreibung vorbestimmte Medikamente zu verpflichten.

mehr dazu hier:
http://www.stern.de/wirtschaft/versicherung/krankenkassenbeitrag-was-treibt-die-gesundheitskosten-612831.html

Gruß
Blitz[/quote]


@blitz,

sie haben nicht ganz unrecht.

nur das verhalten der deutschen verleitet ja grade die pharmaindustrie dazu teure medikamente auf den markt zu bringen.



RE: Gesundheitsreform 2010

#11 von Klaus Pfahl , 16.07.2010 21:16

Tja, das liegt am System. Demokratie, so wie wir sie verstehen, ist schwer zu organisieren. Diktatur zum Wohle aller ist effektiver. Deutschland ist davon kuriert, erst Hitler, dann die DDR, das war zu viel.

Gruß
Blitz


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aber das Vergessen allein macht es erträglich.

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RE: Gesundheitsreform 2010

#12 von Hans ( gelöscht ) , 20.07.2010 18:37

Und jetzt haben wir die Diktatur des Kapitals, und Demokratie ohne Geld ist auch nicht viel wert.

LG
Hans


Hans

RE: Gesundheitsreform 2010

#13 von Isis ( gelöscht ) , 20.07.2010 18:49

Zitat von Hans
Und jetzt haben wir die Diktatur des Kapitals, und Demokratie ohne Geld ist auch nicht viel wert.

LG
Hans



Ja, und die Diktatoren des Kapitals sitzen an der Wallstreet und verhökern unser Kapital.


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.

Isis

RE: Gesundheitsreform 2010

#14 von lei , 10.08.2010 14:07

Zitat von Blitz
@lei,
1.
Es gibt in Deutschland fast 200 verschieden Krankenkassen, die privaten nicht mitgezählt. Dadurch wird ein erheblicher Anteil der Beiträge für das nicht schlecht bezahlte Personal und den dazugehörigen aufwendigen Immobilien verpulvert.

2.
Ein erheblicher Teil der Beiträge geht durch Korruption verloren. Die Empfänger sind Lobbyisten, Politiker aber auch Ärzte die von der Pharmaindustrie bestochen werden sich für die Verschreibung vorbestimmte Medikamente zu verpflichten.

mehr dazu hier:
http://www.stern.de/wirtschaft/versicher...ten-612831.html

Gruß
Blitz




@blitz,

eine studie der krankenversicherungen:

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Nur jeder siebte Deutsche lebt "rundum gesund"

(AFP) – Vor einer Stunde

Berlin — Stress, zu viel Alkohol und zu wenig Bewegung: Nur rund jeder siebte Deutsche lebt wirklich "rundum gesund". Zu diesem Ergebnis kommen die Deutsche Krankenversicherung (DKV) und die Deutsche Sporthochschule Köln in ihrem Report "Wie gesund lebt Deutschland?". Rund 40 Prozent der Menschen bewegen sich demnach zu wenig, etwa jeder Zweite ernährt sich nicht ausgewogen. Mehr als 18 Prozent der Befragten trinken laut Studie in ungesundem Maße Alkohol und mehr als die Hälfte fühlt sich persönlich gestresst.

Deutliche Unterschiede zeigten sich allerdings beim Geschlecht, Alter und auch zwischen den einzelnen Bundesländern. So leben Frauen gesünder als Männer, und Ältere achten mehr auf ihre Gesundheit als jüngere Menschen. Während bei den über 65-Jährigen jeder Fünfte rundum gesund lebt, sind dies in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen nur rund sieben Prozent. Jüngere schneiden vor allem bei der Ernährung sowie beim Konsum von Nikotin und Alkohol schlecht ab. So isst weniger als die Hälfte der unter 30-Jährigen täglich Obst und Gemüse. Bei den Senioren sind dies etwa drei Viertel.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt 30 Minuten moderate Bewegung an fünf Tagen der Woche - doch 40 Prozent der Deutschen erreichen nicht einmal diese Mindestanforderung. Auch die Art der Bewegung unterscheidet sich. Je geringer die Schulbildung, desto mehr bewegen sich die Menschen während der Arbeit. Akademiker sind dagegen vor allem in ihrer Freizeit körperlich aktiv.

Auch wenn sich Akademiker im Schnitt gesünder ernähren und weniger rauchen, so leben Menschen mit Hauptschulabschluss laut der Studie aber insgesamt am gesündesten. 16,5 Prozent der Menschen mit Hauptschulabschluss gelten laut Untersuchung als "rundum gesund" - das sind 2,6 Prozentpunkte mehr als der Durchschnitt von 13,9 Prozent.

Im Ländervergleich liegt Mecklenburg-Vorpommern ganz vorn. Dort lebt fast jeder Fünfte gesund. Auf den weiteren Plätzen folgen Niedersachsen, Bremen, Sachsen und Bayern. Das Schlusslicht bildet demnach Sachsen-Anhalt, wo nur 7,9 Prozent die Mindestanforderungen an ein rundum gesundes Leben erfüllen. Für die Studie wurden im März und April rund 2500 Menschen nach ihren Alltagsgewohnheiten befragt.


der trend mag wohl stimmen, aber solche "studien" sind mir suspect.

 
lei
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RE: Gesundheitsreform 2010

#15 von Klaus Pfahl , 10.08.2010 18:02

Eines kann als sicher gelten, daß wohlhabende Bundesbürger, bei denen ein Elternteil den Haushalt versorgt, gesünder leben. Ein reichhaltiges Frühstück und ein gesundes Mittagessen sind besser als abendliche warme Mahlzeiten. In den meisten Singlehaushalten wird meistens Abends zu viel und zu fett gegessen. Bei uns geht es zum Abendbrot eher spartanisch zu, dagegen gibt es Mittags viel Gemüse aus eigenem Anbau und natürlich viel Obst. Der Fleischverbrauch hält sich in Grenzen. Meine Kasse brauchte für mich noch nicht viel bezahlen, deswegen wäre ich auch für einen Bonus für gesund lebende Menschen.

Gruß
Blitz


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aber das Vergessen allein macht es erträglich.

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Jeder fünfte Türke spricht mangelhaft oder gar nicht Deutsch

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