Freispruch

#1 von Schimmerlos ( gelöscht ) , 25.06.2010 15:14

Freispruch
Wann Sterbehilfe erlaubt ist


Es ist ein Grundsatzurteil zur Sterbehilfe: Der Bundesgerichtshof spricht den Anwalt frei, der seiner Mandantin geraten hatte, den Ernährungsschlauch für ihre Mutter durchzuschneiden. Jetzt haben Ärzte und Patienten mehr Klarheit.

Wenn sie todkrank sind, bitten etliche Patienten ihre Angehörigen um Sterbehilfe. Ein heikles Thema, das auch den Bundesgerichtshof beschäftigt Foto: dpa.
Medizinrechtler Wolfgang Putz hat nun die Bestätigung für sein Handeln vom Bundesgerichtshof. Foto: ddp.Die künstliche Ernährung bei einem Komapatienten zu unterbrechen, kann nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) erlaubt sein. Der 2. Strafsenat sprach damit einen Rechtsanwalt rechtskräftig vom Vorwurf des versuchten Totschlags frei. Als «Etappensieg in dem Kampf um humanere Sterbebedingungen» bezeichnete die Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS), Elke Baezner, die Entscheidung.

Der Anwalt hatte seiner Mandantin geraten, den Schlauch für die künstliche Ernähung zu durchtrennen, um ihre seit fünf Jahren im Koma liegende Mutter sterben zu lassen. Eine Besserung des Gesundheitszustandes war nicht mehr zu erwarten. Die Frau hatte vor ihrer Erkrankung mündlich geäußert, dass sie für solch einen Fall keine Behandlung mehr wolle. Die Tochter schnitt den Schlauch zwar durch, ihrer 76-jährigen Mutter wurde jedoch erneut eine Sonde gelegt. Die Komapatientin starb wenige Wochen später eines natürlichen Todes.

Der Anwalt, ein Medizinrechtler, wurde vom Landgericht Fulda wegen versuchten Totschlags zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Die hiergegen eingelegte Revision des Angeklagten hatte nun Erfolg. Der BGH verneinte den Vorwurf des versuchten Totschlags. Der Zweite Strafsenat berief sich vor allem auf das neue Gesetz zu Patientenverfügungen. Danach sei der Wille des Patienten zu beachten. Sowohl Verteidigung als auch die Bundesanwaltschaft hatten auf Freispruch plädiert.

«Das Urteil ist völlig logisch», kommentiert DGHS-Vizepräsident Gerhard Rampp das BGH-Urteil. «Der Gesetzgeber kann nicht einerseits mit dem Patientenverfügungsgesetz das Recht einräumen, lebensverlängernde Maßnahmen abzulehnen, aber andererseits nicht gestatten, bereits eingeleitete lebensverlängernde Maßnahmen zu beenden.»

http://www.news.de/gesellschaft/85506262...urce=newsletter

Zitat
Gutes Urteil, endlich ein wenig Klarheit!



Leider nicht bei uns!


Die Waffen nieder!
Bertha von Suttner

Schimmerlos

RE: Freispruch

#2 von Klaus Pfahl , 25.06.2010 17:07

Die Frage nach der Hilfe zum Sterben stellt sich in unterschiedlichen Situationen. Sie kann sich auf einen Menschen beziehen, der im Sterben liegt, schwer oder unheilbar krank ist. Wer in solch einer Situation unerträglich leidet oder im Fortleben keinen Sinn mehr sieht, äußert dann eventuell den Wunsch nach Erlösung durch Sterbehilfe.

Anders verhält es sich bei Komapatienten und Neugeborene, die sich nicht über ihre Situation bewußt sind oder sich nicht äußern können.

Ich frage mich nur, warum ausgerechnet jetzt das Thema wieder auf die Tagesordnung kommt. Wahrscheinlich liegt es an den Finanznöten der Krankenkassen.

Gruß
Blitz


Die Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein macht es erträglich.

Honoré de Balzac

 
Klaus Pfahl
Admin
Beiträge: 7.167
Registriert am: 07.03.2010


   

Italien geschockt
Hallo Deutschland

  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag
Javascript Uhr
Aktueller Kalender
Xobor Forum Software von Xobor