Tolkiens Gedichte

#1 von Vingilot ( gelöscht ) , 16.03.2010 19:09

Zum Einstand, passend zum Forum, ein Gedicht über den mythischen Seefahrer:

Ëarendil hieß ein Schiffer kühn,
Der weilte in Avernien,
Schlug Holz und baute sich ein Schiff,
Von Nimbrethil auf fahrt zu gehn.
Die Segel zog er silbern auf,
Laternen silbern hing aus,
Den Bug schuf er dem Schwane gleich,
Die Wimpel flogen hell im Licht.

Dem alten Königsbrauch gemäß
Legte er Helm und Rüstung an,
Grub Runen in das Silberschild
Zum Schutze gegen Harm und Not;
Sein Bogen war aus Drachenhorn,
Aus Elbenholz ein jeder Pfeil,
Sein Köcher war aus Chalzedon,
Sein kräftiges Schwert aus blanken Stahl.
Sein Helm war adamanten hart
Und Adlerfedern krönten ihn,
Aus Silber war sein Panzerhemd,
Auf seiner Brust schien ein Smaragd.
Es trieb ihn unter Mond und Stern
Weitab von Nördlichen Gestad,
Und irrend übers wilde Meer
Verlor er Sicht und Menschenspur.
Von Eisesgründen wandte er
Sich ab, wo ewig Schatten herrscht,
Die Wüstenhitze auch verließ
Er eilends, trieb noch weit umher
Auf dunklen Wassern ohne Stern
Bis in die Nacht des Nichts hinein.
Auch diese ließ er hinter sich,
Doch nie erblickt er unterwegs
Der heißersehnten Küste Licht.
Der Winde Wüten jagte ihn
Geblendet durch den wilden Gischt
Von West nach Osten willenlos
Und nirgends freundlich angesagt.




Da nahte Elwing sich im Flug,
Und Licht durchflammte schwarze Nacht,
Von ihrer Kette glomm es weiß,
Viel heller noch als Diamant.
Sie heftete den Silmaril
Ans Haupt des Schiffers, krönte ihn
Mit Licht das nie verlöschen kann.
Beherzt warf er die Ruder um;
Und in der Nacht erhob sich Sturm
Von jenseits aller Meere her.
Es wehte frei und voller Kraft
Ein Wind der Macht von Tarmenel:
Auf Wasserpfaden, unbekannt
Den Sterblichen, trieb er ihn nun
Mit Urgewalt durch graue Flut
Von Osten her gen Westen hin.
Durch Immernacht trug’s ihn zurück
Auf tosend aufgetürmter See
Hin über lang versunknes Land,
Von schwarzen Fluten überrollt,
Bis endlich er Musik vernahm
Und an der Erde Grenzen kam,
Wo ewig sanfter Wellenschlag
Gold an die Perlenküste spült.
Er sah den Berg im Dämmergrau
Aufragend zwischen Valinor
Und Eldamar, im Lichte noch
Verblauen hinter ferner See.
Ein Wanderer, der Nacht entfloh,
Lief endlich in den Hafen ein
Im Elbenlande weiß und grün;
Die Luft war mild, durchsichtig-blass,
Dem Hügel nah von Ilmarin,
Da spiegelte der Schattensee,
Das Licht der Türme Tirions.
Hier ruhte er der Irrfahrt aus,
Hier lehrte man ihn Lied und Sang,
Und alte Märchen wurden laut
Bei Harfenklang und goldnen Schall.
Er trug ein elbenweißes Kleid,
Ihm brannten sieben Leuchter vor,
Als er durch’s Calacirian
In tief verborgne Lande zog.
In jenen Hallen, wo man nicht
Vergangenheit noch Zukunft kennt,
Gelangte er, wo immerdar
Der König der Altvordernzeit
Herrscht auf den Berg in Ilmarin.
Von Sterblichen und Elbenvolg
Geheime Dinge sprach man dort,
Die nie ein Mensch erblicken darf.

Sie bauten ihm ein neues Schiff
Aus Mithril und aus Elbenglas
Mit stolzem Bug, doch ruderlos,
Mit Silbermast, doch ohne Tuch,
Und Elbereth kam selbst herab:
Sie schuf dem Schiff den Silmaril
Zum Banner ein lebendiges Licht,
Ein heller Schein, der nie verblaßt.
Und Flügel gab sie ihm dazu
Und sprach das Urteil: Jenseits Mond
Und Sonne muß er ewig ziehn
Durch Küstenlosen Himmel hin.
Vom hohen Immerabendland
Wo silbern die Fontänen sprühn,
Trug ihn die Schwinge licht hinan
Und über das Gebirg hinweg.
Schon sanken hinter ihm dahin
Der Erde Grenzen, wante er,
Verzehrt von Sehnsucht, sich nach Haus,
Den Weg zu suchen durch die Nacht,
Und ganz allein, ein heller Stern,
Weit über allen Wolken flog
Im Morgengrauen sonnenwärts
Dies Licht, ein Wunder anzuschaun.

Schon sah er Mittelerde weit,
Weit unter sich, schon hörte er
Die Frauen der Altvordernzeit
Und Elbenmaiden klagten laut.
Ihm aber war es auferlegt,
Am Himmel seine Bahn zu ziehn,
Solange bis der Mond verblaßt,
Und nie am Ufer dieser Welt
Zu rasten bei den Sterblichen,
Ein Herold, seinem Auftrag treu,
Das Licht zu ragen durch die Zeit,
Der Flammifer der Westernis.

Vingilot

RE: Tolkiens Gedichte

#2 von Vingilot ( gelöscht ) , 16.03.2010 19:18

Drachen:

Die Sonne war jung und neu der Mond,
von Göttern Himmel und Erde bewohnt.
Die Götter waren der Erde hold
und sangen und schenkten ihr Silber und Gold,
Silber sprühten sie über die Wiesen,
ließen die Bäche von Gold überfließen.

So war es, eh' unter grünem Plan
Grube und Abgrund sich aufgetan.
Eh' Zwerg oder Drache ins Dasein trat,
wandelten Elben auf lichtem Pfad,
beherrschten Lande und blaue Lagunen
und Meere mit guten Zauberrunen,
schufen auch viele köstliche Dinge,
Elbenkronen und Herrscherringe.


Doch kam ein Tag: Ihre Zeit war um,
die Lieder verdorrten, dieWelt ward stumm,
erobert vom Eisen, vom Stahl geknechtet,
die Freude erschlagen und entrechtet.
Gier hielt Einzug und herrschte hinfort,
die kein Ding schuf, nur häufte zum Hort;
die nichts verschenkte, nur nahm und nahm,
bis der Schatten fiel und Finsternis kam.

In düsterer Höhle ein uralter Zwerg
saß und bewachte den Schatz im Berg.
Er dachte nur mehr an Silber und Gold,
das er immer und ohne Maß gewollt.
Am Amboß hatte er Tag und Nacht
Münzen geschlagen und Ringe gemacht,
zur Zierde nicht, sondern nur für's Versteck;
er häufte sie dort für den großen Zweck:
Kaufen wollte er Krone und Macht -
bis er sich fast um alles gebracht,
denn er grub mit Händen und Fingern danach,
bis die Hand verdorrte, der Finger brach.
Sein Blick wurde matt, er hörte nicht mehr,
seine Haut wurde rissig, sein Hirn wurde leer,
seinen fühllosen Fingern entglitten Juwelen,
ungezählte, beim täglichen Zählen.
Weder rasselnde Tritte noch Dröhnen vernahm
er, als der junge Drache kam,



seinen Durst zu löschen am sprudelnden Quell.
Dessen Wasser aber verdampfte schnell,
Flammen beleckten den feuchten Grund,
der Zwerg verkohlte vorm Drachenschlund,
zerfiel zu Asche, verdarb allein
bedeckt von Schutt und bröckelndem Stein.

Im Berg ein uralter Drache lag
in finsterer Höhle Nacht wie Tag.
Sein Auge blinzelte trüb und rot,
Jugend und Freude waren tot.
Verhornt und verknöchert liebte er doch
den Hort, den heimliche, immer noch,
und bewachte wie eh und je sein Hab
und Gut - und sein Feuer nahm ab und ab.
Am schleimigen Bauch klebte Edelstein
an Edelstein - und sie waren sein
wie Silber und Gold, das er beroch
und täglich beschnupperte noch und noch!
Er wußte, wo selbst der simpelste Ring
unter der schwarzen Schwinge hing,


und grübelte stets über Räuber und Diebe,
die er schlagen wollte mit einem Hiebe,
träumte auf seinem harten Bett
von lebendigem Fleisch und triefendem Fett,
von zermalmten Knochen, blutigem Trank.
Sein Ohr erschlaffte, sein Atem sank...
Waffen klirrten! Er hörte es nicht.
Eine Stimme rief wie zum Gericht,
und ein junger Krieger trat bewehrt
vor den Uralten hin mit langem Schwert.
Des Drachen Zähne, noch messerscharf,
nütztem ihm nichts: Der Krieger warf
seinen Speer nach ihm, und das Schwert durchhieb
seinen Rumpf. Er starb. Und das Eisen blieb.

Ein uralter König saß auf dem Thron,
schneeweiß wallte der Bart ihm schon
bis über die Knie; er schmeckte nicht mehr
weder Speise noch Trank, er atmete schwer,
taub war sein Ohr; bei Tag und Nacht
hatte er nur des einen gedacht,
seiner Eichentruhe, der reich geschnitzten,
von Eisenbeschlägen trefflich geschützten:
Sein Gold und Silber lag drin verwahrt,
mit Blut erkauft, unter Opfern gespart.


Doch die Waffen der Wächter wurden stumpf,
von Rost zerfressen, ihr Klang ward dumpf,
und Unrecht nahm überall im Land
nur zu und zu und überhand.
Die Hallen leer, die Säle kalt -
aber das Gold war in seiner Gewalt!
Er hörte nicht den Hörnerklang,
der vom Bergpaß zu ihm herunterdrang,
roch nicht das oben vergossene Blut
im zertrampelten Gras in der Mittagsglut...
Seine Hallen stürzten, das Königtum
ging kampflos unter und ohne Ruhm.
In die Tiefe warf man, achtlos zerbrochen,
sein mürbes Gebein zu anderen Knochen.

Liegt ein Schatz unter eisengrauem Basalt,
vergessen längst und ur-uralt
hinter Tür und Tor, und niemand weiß,
wie man sie öffnet, auf wessen Geheiß.
Seltsam, über dem alten Gelaß
weiden Schafe das grüne Gras,
Lerchen steigen und Winde wehn,
Nacht verhüllt, was vorzeiten geschehn,
finsteres Unrecht und schwere Strafen.

Die Erde wartet, die Elben schlafen.


Vingilot
zuletzt bearbeitet 16.03.2010 19:38 | Top

RE: Tolkiens Gedichte

#3 von Kreuzritter , 28.04.2010 13:43

Bilbo's Last Song

Day is ended, dim my eyes,
but journey long before me lies.
Farewell, friends! I hear the call.
The ship’s beside the stony wall.
Foam is white and waves are grey;
beyond the sunset leads my way.
Foam is salt, the wind is free;
I hear the rising of the Sea.

Farewell, friends! The sails are set,
the wind is east, the moorings fret.
Shadows long before me lie,
beneath the ever-bending sky,
but islands lie behind the Sun
that I shall raise ere all is done;
lands there are to west of West,
where night is quiet and sleep is rest.

Guided by the Lonely Star,
beyond the utmost harbour-bar,
I’ll find the heavens fair and free,
and beaches of the Starlit Sea.
Ship, my ship! I seek the West,
and fields and mountains ever blest.
Farewell to Middle-earth at last.
I see the Star above my mast!

(Ich persönlich würde Tolkien - nachdem ich alles von ihm mehrmals deutsch gelesen
habe - nur noch auf englisch lesen. Viele sprachliche Feinheiten erschließen sich erst
dadurch. Ich kann aber verstehen, wenn andere das anders sehen.)


Non nobis Domine, non nobis, sed nomini tuo da gloriam!

 
Kreuzritter
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RE: Tolkiens Gedichte

#4 von Klaus Pfahl , 28.04.2010 19:53

So ist das auch bei Romanen. Übersetzungen geben nicht immer das wieder, was der Autor genau bezweckt hatte.
Es ist ein schönes Gedicht.

Gruß
Blitz


Die Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein macht es erträglich.

Honoré de Balzac

 
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RE: Tolkiens Gedichte

#5 von Vingilot ( gelöscht ) , 29.04.2010 11:04

Gut, dann im Original:

Far over the Misty Mountains cold,
To dungeons deep and caverns old,
We must away, ere break of day,
To seek our pale enchanted gold.

The dwarves of yore made mighty spells,
While hammers fell like ringing bells,
In places deep, where dark things sleep,
In hollow halls beneath the fells.

For ancient king and elvish lord
There many a gleaming golden hoard
They shaped and wrought, and light they caught,
To hide in gems on hilt of sword.

On silver necklaces they strung
The flowering stars, on crowns they hung
The dragon-fire, on twisted wire
They meshed the light of moon and sun.

Far over the Misty Mountains cold,
To dungeons deep and caverns old,
We must away, ere break of day,
To claim our long-forgotten gold.

Goblets they carved there for themselves,
And harps of gold, where no man delves
There lay they long, and many a song
Was sung unheard by men or elves.

The pines were roaring on the heights,
The wind was moaning in the night,
The fire was red, it flaming spread,
The trees like torches blazed with light.

The bells were ringing in the dale,
And men looked up with faces pale.
The dragon's ire, more fierce than fire,
Laid low their towers and houses frail.

The mountain smoked beneath the moon.
The dwarves, they heard the tramp of doom.
They fled the hall to dying fall
Beneath his feet, beneath the moon.

Far over the Misty Mountains grim,
To dungeons deep and caverns dim,
We must away, ere break of day,
To win our harps and gold from him!

The wind was on the withered heath,
But in the forest stirred no leaf:
There shadows lay be night or day,
And dark things silent crept beneath.

The wind came down from mountains cold,
And like a tide it roared and rolled.
The branches groaned, the forest moaned,
And leaves were laid upon the mould.

The wind went on from West to East;
All movement in the forest ceased.
But shrill and harsh across the marsh,
Its whistling voices were released.

The grasses hissed, their tassels bent,
The reeds were rattling--on it went.
O'er shaken pool under heavens cool,
Where racing clouds were torn and rent.

It passed the Lonely Mountain bare,
And swept above the dragon's lair:
There black and dark lay boulders stark,
And flying smoke was in the air.

It left the world and took its flight
Over the wide seas of the night.
The moon set sale upon the gale,
And stars were fanned to leaping light.

Under the Mountain dark and tall,
The King has come unto his hall!
His foe is dead, the Worm of Dread,
And ever so his foes shall fall!

The sword is sharp, the spear is long,
The arrow swift, the Gate is strong.
The heart is bold that looks on gold;
The dwarves no more shall suffer wrong.

The dwarves of yore made mighty spells,
While hammers fell like ringing bells
In places deep, where dark things sleep,
In hollow halls beneath the fells.

On silver necklaces they strung
The light of stars, on crowns they hung
The dragon-fire, from twisted wire
The melody of harps they wrung.

The mountain throne once more is freed!
O! Wandering folk, the summons heed!
Come haste! Come haste! Across the waste!
The king of freind and kin has need.

Now call we over the mountains cold,
'Come back unto the caverns old!'
Here at the gates the king awaits,
His hands are rich with gems and gold.

The king has come unto his hall
Under the Mountain dark and tall.
The Worm of Dread is slain and dead,
And ever so our foes shall fall!

Farewell we call to hearth and hall!
Though wind may blow and rain may fall,
We must away, ere break of day
Far over the wood and mountain tall.

To Rivendell, where Elves yet dwell
In glades beneath the misty fell.
Through moor and waste we ride in haste,
And whither then we cannot tell.

With foes ahead, behind us dread,
Beneath the sky shall be our bed,
Until at last our toil be passed,
Our journey done, our errand sped.

We must away! We must away!
We ride before the break of day!


Wir wandern unter Bäumen weit vom Meer,
jedoch das Sternenlicht,
des Westens, wir vergessen's nicht.

Vingilot

RE: Tolkiens Gedichte

#6 von Vingilot ( gelöscht ) , 29.04.2010 11:11

Und hier die (gelungene) Übersetzung:

Über die Nebelberge weit,
Zu Höhlen tief aus alter Zeit,
Da ziehn wir hin, da lockt Gewinn
An Gold und Silber und Geschmeid.
Wo einst das Reich der Zwerge lag,
Wo glockengleich ihr Hammerschlag
Manch Wunder weckt, das still versteckt
Schlief in Gewölben unter Tag.

Das Gold und Silber dieser Erd
Geschürft, geschmiedet und vermehrt.
Sie fingen ein im edlen Stein
Das Licht als Zierart für das Schwert.

An Silberkettchen Stern an Stern,
Der Sonn- und Mondlichts reiner Kern,
Von Drachenblut die letzte Glut
Ging ein in Kronen großer Herrn.

Über die Nebelberge weit,
Zu Höhlen tief aus alter Zeit,
Dahin ich zieh in aller Früh
Durch Wind und Wetter, Not und Leid.

Aus goldnen Bechern, ganz für sich,
Da zechten sie allabendlich
Bei Harfenklang und Chorgesang,
Wo manche Stunde schnell verstrich.

Und knisternd im Gehölz erwacht
Ein Brand. Von Winden angefacht,
Zum Himmel rot die Flamme loht.
Bergwald befackelte die Nacht.

Die Glocken läuteten im Tal,
Die Menschen wurden stumm und fahl.
Der große Wurm im Feuersturm
Sengt' ihre Länder schwarz und kahl.

Die Zwerge traf das Schicksal auch,
Im Mondschein stand der Berg in Rauch.
Durchs Tor entflohn, sanken sie schon
Dahin in seinem Feuerhauch.

Über die Nebelberge hin
Ins wilde Land lockt der Gewinn.
Dort liegt bereits seit alter Zeit,
Was unser war von Anbeginn.

Was hier abgeht, ist die Melodie des Sprachwissenschaftlers Tolkien, der schon allein mit düsteren Selbstlauten wie o-s, ou-s, so wie rollenden r-s düstere Stimmung erzeugte.
"Far over the Misty Mountains cold,
To dungeons deep and caverns old,

Die Elfensprache wiederum kreierte er mit heiteren i-s, ee-s und verspielten s-Kombinationen, sodass sie wie lustig plätscherndes Wasser klingt.
Er war schon ein phantastischer Meister der Sprache.


Wir wandern unter Bäumen weit vom Meer,
jedoch das Sternenlicht,
des Westens, wir vergessen's nicht.

Vingilot
zuletzt bearbeitet 29.04.2010 11:22 | Top

RE: Tolkiens Gedichte

#7 von Kreuzritter , 29.04.2010 11:42

Richtig. Nicht umsonst nennt man Mittelerde "eine Welt aus Sprache".


Non nobis Domine, non nobis, sed nomini tuo da gloriam!

 
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Registriert am: 28.04.2010


RE: Tolkiens Gedichte

#8 von Vingilot ( gelöscht ) , 06.09.2010 09:20

Am Feuer sitze ich und denk an alles, was ich sah,
Und Sommerzeit und Falterflug von einst sind wieder da,

Altweiberfäden, gelbes Laub im Herbst, der damals war,
Mit Morgendunst und blassem Licht und Wind auf meinem Haar.

Am Feuer sitze ich und denk, die Welt ist wunderlich,
Folgt auf den Winter doch der Lenz- dereinst nicht mehr für mich.

So vieles gibt es immer noch, das hab ich nie gesehn,
Ist anders doch in jedem Jahr das Grün des Frühlings schön.

An viele Leute denk ich da, die sind schon längst nicht mehr;
Wird nach mir so mancher sein, der kümmert mich nicht sehr.

Doch wie ich da so sitz und denk, da horch in unverwandt
Nach lieben Schritten an der Tür und Stimmen wohlbekannt.


Wir wandern unter Bäumen weit vom Meer,
jedoch das Sternenlicht,
des Westens, wir vergessen's nicht.

Vingilot

   

Operation Dark Heart

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