RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#136 von Klaus Pfahl , 17.03.2014 23:17

Soeben im TV gesehen: Putin erkennt die Krim als unabhängigen Staat an. Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Russen sind im Schachspiel fast unschlagbar.


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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#137 von Schiffskatze , 18.03.2014 10:53

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/in...4b912f4bda.html

Zitat
Der frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow befürwortet den Beitritt der Krim zu Russland. "Die Menschen (auf der Halbinsel) wollen es, und das bedeutet, dass man ihnen entgegenkommen muss", sagte der 83-Jährige am Montag.




 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#138 von GG146 , 18.03.2014 21:45



 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#139 von Klaus Pfahl , 19.03.2014 13:24

Jetzt kommt die Gegenreaktion auf unsere Sanktionen. Russland blockiert den Import von Pflanzkartoffeln aus Deutschland, trotzdem sie von den Landwirten dort dringend benötigt werden. Ich fürchte, die Krise um die Krim und die daraus folgenden Sanktionen werden uns tausende von Arbeitsplätzen kosten und die Energiepreise in die Höhe schnellen lassen.

http://www.welt.de/wirtschaft/article125...Kartoffeln.html


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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#140 von GG146 , 19.03.2014 18:01

 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#141 von Schiffskatze , 20.03.2014 11:22

Nicht alleine der Wunsch nach mehr Engagement von der Nato, sondern auch die Aussage in der gestrigen Bild "Wir müssen unser Land verteidigen, koste es, was es wolle" hat Timoschenko als Extremistin entlarvt und die bereit ist, Blut zu vergiessen. Ihres aber ganz gewiss nicht.


 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#142 von Cetric , 20.03.2014 13:16

Zitat von Schiffskatze im Beitrag #141
Nicht alleine der Wunsch nach mehr Engagement von der Nato, sondern auch die Aussage in der gestrigen Bild "Wir müssen unser Land verteidigen, koste es, was es wolle" hat Timoschenko als Extremistin entlarvt und die bereit ist, Blut zu vergiessen. Ihres aber ganz gewiss nicht.



Da täusch dich mal nicht.
Sie kennt Putin, nicht zuletzt aufgrund persönlicher Verhandlungen mit ihm, und wegen dessen Handlungweise gegen sie als seinem einzigen ernstzunehmenden Gegenspieler in der Ukraine.
Sie kennt das Gefühl für Gefahr aus eigener Erfahrung. Sie wurde bereits 2001 unter Präsident Kutschma inhaftiert, nicht erst 2011 unter Janukowitsch. Aufgrund der verbreiteten Praxis 'mysteriöser Selbstmorde hinter Gittern' händigte sie ihrem Anwalt einen Zettel aus, auf dem stand, daß sie nie Selbstmord begehen würde (eben für den Fall daß es 'passiert'). Also versuche sie nicht als Feigling hinter den Linien darzustellen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Julija_Tymoschenko
http://www.stern.de/politik/portraet-tim...en-2091978.html
Die während der Haft erlittenen Bandscheibenprobleme scheinen in Berlin gut behandelt worden zu sein:
http://www.bild.de/politik/ausland/julia...36890.bild.html
Die Ärzte sehen mir nicht so aus, als würden sie sich zu einer 'Schein-Behandlung' bereitfinden. Im Anderforum erdreisten sich die Putinisten ja, das ganze als Simulantentum abzutun.



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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#143 von Schiffskatze , 21.03.2014 09:17

Was erwartet Timoschenko eigentlich vom Westen? Soll die Nato einmarschieren? Ist es das, was sie will?
Man kann ja von der letzten ukrainischen Regierung und ihrem ehemaligen Machthaber halten was man will, aber mit Timoschenko kehrt auch keine Ruhe ein. Für sie und alle anderen Oligarchen sind nur eigene Interessen vorrangig.
Das ukrainische Volk hat die Wahl. Mal sehen, was bis dahin noch alles passiert und wie die Wahl ausgeht.


 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#144 von lei , 21.03.2014 11:42

wenn deutschland die neue "regierung" in kiew als rechtmäßig
anerkennt, erkennt sie auch den antisemitismus in der ukraine an.


http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/18542

 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#145 von lei , 21.03.2014 11:46

irre ich in der annahme, daß nur die uno völkerrechtliche
sanktionen beschließen darf?

demnach würde die usa und die eu sich völkerrechtswidrig
verhalten, wenn sie selbstständig sanktionen gegen rußland
durchführt.

 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#146 von Cetric , 21.03.2014 13:45

Zitat von lei im Beitrag #145
irre ich in der annahme, daß nur die uno völkerrechtliche
sanktionen beschließen darf?

demnach würde die usa und die eu sich völkerrechtswidrig
verhalten, wenn sie selbstständig sanktionen gegen rußland
durchführt.

Das läßt sich einfach beantworten.
Sanktionen kann im Prinzip jeder verhängen, der irgendwas anzubieten hat oder Serviceleistungen erbringt, oder bestehende Beziehungen (Forschung, Austauschprogramme, Kulturprojekte) mit der Gegenseite pflegt. Das ist kein Privileg der UN.
Wenn du nun einem Geflügelzüchterverein von Shanghai vorstehen würdest, wärst extrem wütend auf die EU und wolltest sie durch Verweigerung des Verkaufs von Hähnchenschlegel bestrafen, kannst du das im örtlichen Käseblatt veröffentlichen und sonstwem erzählen und hoffen, daß deine Sanktionen die EU in die Knie zwingen werden.
Ist natürlich ein übersteigertes Beispiel. Ein Land, ein Staatenbündnis, die UN, wirklich jeder kann beschließen jemanden mit Liebesentzug zu bestrafen. Ob das dann wirksam ist, ist eine andere Frage. Im Fall des Geflügelzüchtervereins würde man bei der EU die Sanktionen vermutlich nicht einmal wahrnehmen...



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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#147 von Cetric , 21.03.2014 14:26

Zitat von Schiffskatze im Beitrag #143
Was erwartet Timoschenko eigentlich vom Westen? Soll die Nato einmarschieren? Ist es das, was sie will?
Man kann ja von der letzten ukrainischen Regierung und ihrem ehemaligen Machthaber halten was man will, aber mit Timoschenko kehrt auch keine Ruhe ein. Für sie und alle anderen Oligarchen sind nur eigene Interessen vorrangig.
Das ukrainische Volk hat die Wahl. Mal sehen, was bis dahin noch alles passiert und wie die Wahl ausgeht.

Im Moment ist alles eine Reaktion auf Putins Aktionen. Diese treiben die Ukraine zu ihrem eigenen Schutz der NATO in die Arme, ob Julia Timoshenko, Klitschko oder andere Politiker das wollen oder nicht. Denn nur dort kann man sich vor Putins Restauration des sowjetischen Reichsumfanges sicher fühlen. Ursprünglich ging es ja nur um die Annäherung an die EU. Gut, die gibt es jetzt auch im Zeitraffer, schneller als das unter Janukowitsch möglich gewesen wäre, wenn der sich nicht verweigert hätte. Die EU kann aber keinen militärischen Schutz bieten, also bleibt da nur die NATO, an die man sich wenden kann.
Das ist ein Automatismus von Schutzmechanismen. Wenn es das ist, was Putin vermeiden wollte (die Ukraine im Westlager), kann er sich zu seinem Komplettversagen selbst beglückwünschen und die Krim als Trostpreis einstecken. Aber selbst damit sollte er nicht davonkommen.
--
Es ist richtig, daß J.T. als Oligarchin zu ihrem politischen Einfluß gekommen ist. Ein anderer Weg war in den 90er Jahren wohl nicht möglich. Ich lese aber über sie, daß sie sich die Zukunft ihres Landes als frei von Korruption vorstellt, von daher gehe ich von einer geläuterten früheren Sünderin aus. Zumal die bekannten Vorwürfe aus den politischen Verfahren stammen, die inszeniert worden sind um sie zu Fall zu bringen (2001 war sie stellvertretende Ministerpräsidentin von Juschtschenko, der die Seiten wechselte und sich Kutschma andiente, um nicht auch selbst zu Fall gebracht zu werden). Und dann wiederum 2011 bei dem Verfahren, in welchem sie zu sieben Jahren verurteilt wurde. Beide Inhaftierungen hatten aber einen unerwarteten Effekt, ihre Unbeliebtheit (als Oligarchin) schwand und die Sympathie der kleinen Leute wuchs. 2001 gab sie aus der Zelle heraus ein Interview, in dem es hieß "Ist dies das Land, das wir wollen? Elite, wache auf und werde zum Bürger deines Landes, finde den Mut, für dein Volk einzutreten!"
Schon damals unter Kutschma (auch so ein Präsident des Personenkulttyps - ich sah in Odessa 2001 schon eine Straße nach ihm benannt, mitsamt Gedenkplakette in Messing) wurde sie von der Regierung bezichtigt "der Aufwiegelung des Volkes durch ein Häufchen Abtrünniger und politischer Renegaten, um die Ukraine vom Weg der Reformen abzubringen." Es handele sich um "Angehörige einer faschistischen Clique, Provokateure und Verräter." - Man sieht, der Stempel 'Faschisten' wurde schon früher gebraucht, nicht erst gegen die Koalition vom Majdan, um die Gegner zu stigmatisieren, inklusive J.T.
Sie wird wohl bei der Präsidentenwahl im Mai antreten, sofern die Gesundheit dann weit genug wiederhergestellt sein wird, und kann dann zeigen was sie drauf hat. Hätte sie Rachegelüste, hätte sie die längst ausleben können. Wir hören aber nicht von 'Rachefeldzügen' oder Inhaftierungen in Kiew. Die Berkut-Sondereinheiten der Polizei entschuldigten sich für ihr Verhalten und gut wars. Für eine Revolution zeugt das von äußerster Disziplin und Besonnenheit.
Um das hier nicht zu einseitig werden zu lassen, bringe ich auch einen abweichenden Standpunkt. Er stammt von der Journalistin Julia Mostowa, Kommentatorin der Zeitung Dserkalo Tyschnja ('Wochenspiegel') aus jener Zeit (2001):
"Julia Timoshenko kann wirklich nicht Präsidentin der Ukraine werden. Nicht weil sie eine Frau ist, wie unser Präsident meint... Der Grund ist ein anderer. Menschen wie Julia Timoshenko...dürfen keine so uneingeschränkte Macht in die Hand bekommen, wie sie das Präsidentenamt verleiht. Das rechte Maß zu finden ist für jeden eine schwierige Sache. Menschen, die dazu nicht fähig sind, können in diesem Amt zur Gefahr werden. ... Mit anderen Worten, Julia Timoshenko ist wie Atomenergie, die nicht immer kontrolliert werden kann. Und es hängt von den Umständen ab, ob sie zur Atombombe oder zum Kraftwerk wird, das friedlich nutzbare Energie spendet. Ihr das Recht zu verleihen, von der Höhe des Präsidentenamtes ihr Verhalten allein zu bestimmen, hieße, dem Land eine Führungsperson zu geben, die in höchstem Maße unberechenbar wäre."
Das ist natürlich eine persönliche Einschätzung dieser Journalistin. Die energetische Wirkung eines Janukowitsch war jedenfalls für das Land alles andere als förderlich, dazu hat er ihm in der Form geschadet, daß er mit seinem Herrchen darin zu übereinstimmen scheint, die Krim abtrennen zu lassen (von dem Staat, als dessen 'legitimer Präsident' er sich immer noch versteht!). Wenn das kein Verrat ist, weiß ich auch nicht was Verrat bedeutet.



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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#148 von Obelix , 21.03.2014 15:43

Cetric ...,
du bist verliebt.

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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#149 von Klaus Pfahl , 21.03.2014 17:31

Eines ist aber auch sicher. Es geht bei der Krim nicht nur um machtpolitische sondern auch um geostrategische Interessen. Vor der Krim gibt es große Öl- und Gasvorkommen. Die hätten die Ukraine von Russland auf dem Energiesektor unabhängig gemacht.



http://www.heise.de/tp/artikel/41/41298/1.html


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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#150 von Schiffskatze , 21.03.2014 20:40

Zitat von lei im Beitrag #145
irre ich in der annahme, daß nur die uno völkerrechtliche
sanktionen beschließen darf?

demnach würde die usa und die eu sich völkerrechtswidrig
verhalten, wenn sie selbstständig sanktionen gegen rußland
durchführt.



Das weiss ich leider nicht.
Aber gegen Russland Sanktionen zu verhängen passt gut ins Bild. Immer schön die ukrainische Seite zu sich ziehen und einen Keil gegen Russland treiben. Dann klappt die Nato-Osterweiterung. Das ist EU-Strategie. Und Merkel hat sich nie um ein gutes Verhältnis zu Russland bemüht. An jedem Tag ist die Rede von neuen Sanktionen die man möglichst bald verhängen will. Aus G8 hat man Russland bereits ausgeschlossen.

Als die Bevölkerung von der NSA-Affäre hörte und obendrein die Kanzlerin mit Obamas Einverständnis abgehört hat und uns weiterhin ausspioniert, waren hiesige Politbonzen zu feige, Sanktionen zu verhängen oder den Botschafter auszuweisen oder Snowden Asyl zu gewähren oder - - - Konten dieser Herrschaften zu sperren.


 
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Bewährungsstrafe für Uli Hoeneß?

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