RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#76 von GG146 , 01.03.2014 17:30

Dieser Aspekt der aktuellen Entwicklung auf der Krim wird möglicherweise von den meisten Berichterstattern unterschätzt:

Zitat
Hätte die Ukraine ihre Atomwaffen besser behalten?

Nach Ende der Sowjetunion besaß die Ukraine eine immense Zahl an Atomsprengköpfen. Die gab sie an Moskau ab für Sicherheitszusagen aus Russland, USA und Großbritannien. Doch was sind die noch wert?

(...)

1994 hat die Ukraine sich verpflichtet, diese Waffen an Russland zu übergeben, im Tausch gegen Sicherheitszusagen aus Moskau, den USA und Großbritannien – Zusagen, auf die Kiew nun pocht, da offenbar von Moskau angestachelte russische Nationalisten versuchen, die mehrheitlich von ethnischen Russen bewohnte Krim von der Ukraine abzuspalten.

(...)



http://www.welt.de/politik/ausland/artic...r-behalten.html

Vor dem Völkermord in Ruanda hatte sich eine kampfkräftige Tutsi - Rebellenarmee von blaubehelmten Friedensengeln aus dem Land komplimentieren lassen und war zur Meidung eines offenen Bürgerkrieges ins ugandische Exil gegangen, damit die UNO gewaltfrei für Ordnung sorge. Das hat 800.000 unbewaffneten Tutsi das Leben gekostet.

Im Golfkrieg 1990/91 konnte Saddam mit dem Raketenbeschuss gegen Israel noch den Einsatz von Giftgas (unausgesprochen) androhen und die Amerikaner so von dem Einmarsch in sein Kernland abhalten. Nachdem er sich in den folgenden Jahren dann auf Verhandlungen mit der UNO eingelassen und seine Massenvernichtungswaffen aufgegeben hat, war er fällig.

Jetzt fehlt nur noch ein russischer Einmarsch in eine Ukraine, die sich auf Zusagen der "internationalen Gemeinschaft" verlassen und freiwillig auf Atomwaffen verzichtet hat, dann ist das Bild rund.

Für den Rest des 21. Jahrhunderts braucht die UNO dann gar nicht mehr zu versuchen, Politikern in Krisenregionen die maximale Wahrnehmung eigener militärischer und rüstungspolitischer Maßnahmen auszureden.

 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#77 von Klaus Pfahl , 01.03.2014 17:35

Eilmeldung!!!

Zitat
Angeblich 6000 zusätzliche Soldaten schickte Putin bereits auf die Krim – jetzt will der russische Präsident offenbar weitere Truppen schicken. Die Ukraine versetzt ihre Truppen in Alarmbereitschaft – auch die Küstenwache ist bereits ausgelaufen!
Die Krim in Alarmbereitschaft!



http://www.bild.de/politik/ausland/ukrai...88858.bild.html

Hoffentlich kommen beide Lager noch zur Besinnung.


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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#78 von Cetric , 01.03.2014 18:30

Zitat von GG146 im Beitrag #83

Jetzt fehlt nur noch ein russischer Einmarsch in eine Ukraine, die sich auf Zusagen der "internationalen Gemeinschaft" verlassen und freiwillig auf Atomwaffen verzichtet hat, dann ist das Bild rund.

Für den Rest des 21. Jahrhunderts braucht die UNO dann gar nicht mehr zu versuchen, Politikern in Krisenregionen die maximale Wahrnehmung eigener militärischer und rüstungspolitischer Maßnahmen auszureden.


Dir ist aber auch klar (und Putin hoffentlich auch), daß die erwähnten Sicherheitsgarantien jetzt bei einem Einmarsch der Russen in die Ukraine Großbritannien und USA verpflichten die Ukraine zu verteidigen?
Wenn nicht, hätte die Ukraine besten Anlaß, sich in der Rolle der Tschechei 1938 von den Demokratien verraten und verkauft vorzukommen!
Eine verdammt brenzlige Sache. Ich habe bislang an Muskelspiele und Einschüchterungen geglaubt, aber diese Sicherheitsgarantien sind ein Versprechen, das ich so bislang noch nicht wahrgenommen habe. Wenn die USA und GB sich in die Finger beißen und nichts tun, verlieren sie nochmals ihr Gesicht, diesmal noch heftiger als 2013 bei der Snowden-Aufdeckung ihrer Praktiken. Künftig müßte dann jeder die beiden für Papiertiger halten. Und wenn Putin schon mal dabei ist, kann er sich auch gleich das nächste Stückchen Ex-UdSSR 'heim ins Reich' holen. Ermuntert durch das Stillhalten der 'Garanten'.

 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#79 von Gulliver , 02.03.2014 14:41

Zitat
Kampf um die Krim
Nato-Chef fordert Stopp des Militäreinsatzes
Nato-Chef Rasmussen hat von Moskau den sofortigen Stopp des Militäreinsatzes verlangt. In der Zwischenzeit haben hunderte bewaffnete Männer einen ukrainischen Militärstützpunkt abgeriegelt.



http://www.br.de/nachrichten/ukraine-rus...nflikt-100.html

Ein schönes Schlamassel


 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#80 von lei , 02.03.2014 17:45

Zitat von Cetric im Beitrag #72
@ Lei:

Ich ahne natürlich daß Sie von mir hören möchten, die bösen Amerikaner hätten einen Nutzen davon. Das mag sogar sein, wenn man den amerikanischen Nutzen darin sieht, die russischen Einflußsphäre zurückzudrängen. Es gibt aber zwei Punkte, die ich anführen möchte:
-1- Sind die Amerikaner hier nicht die Haupthandelnden, sondern EU, Rußland und natürlich die Ukrainer selbst. Die USA möchten hier auch gerne mitspielen, aber sie stehen doch weiter hinten in der Schlange, einfach geographisch abgeschlagen.
-2- Die Verknüpfungen zwischen Ukraine und Rußland sind zu stark, als daß man sie durch Regime-Wechsel einfach egalisieren könnte. Historisch, verwandtschaftlich, kulturell. Selbst als EU-Mitglied (bis dahin sind es sicher noch ein paar Jahre, selbst wenn alles in Ruhe nach Wunsch weiter läuft) wird die Ukraine eine Bindung zu Rußland haben und umgekehrt. Das kann man doch auch nutzen. Das muß kein Nachteil, kein Hinternis sein. Und das gehört auch respektiert und ich möchte jedem abraten hier mit der groben Axt herumzuwerkeln. Die USA aber würden hier immer als Fremdkörper wahrgenommen werden, daran ändert auch alles Geld der Welt nichts.


@cetric,

ist ihnen schon aufgefallen, daß nur westliche meinungen veröffentlicht werden?
gleich werde ich mir die nachrichten von cctv4 ansehen. mal sehen wie die "andere seite"
die lage einschätzt.

 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#81 von Laura , 02.03.2014 18:27

Die Ukrainer werden sich wohl damit abfinden müssen, dass sich Russland Ostteile des Landes einschließlich der Insel Krim unter den Nagel reißen wird. Die Krim war bis 1954 russisch und wird es auch wieder werden. Daran werden die EU und die Amerikaner nichts ändern. Putin hat einfach den längeren Arm und das Öl und Erdgas, auf das wir dringend angewiesen sind.


Heute ist der 1. Tag von dem Rest meines Lebens.

 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#82 von Klaus Pfahl , 02.03.2014 18:54

Das Flaggschiff der ukrainischen Marine, die "Hetman Sahaidachny" hat sich geweigert die Befehle aus Kiew zu befolgen und hat die Seiten gewechselt. Sie haben die ukrainische Flagge niedergeholt und russische Marinefahne gehisst. Außerdem ist der ukrainische Marinechef zu den Russen übergelaufen.

http://www.welt.de/politik/ausland/artic...ssen-ueber.html


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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#83 von bollerkopp , 02.03.2014 20:41

Meine Meinung zum Thema Ukraine!Der Westen wird wegen der Ukraine keine nuklearen Schlagabtausch mit Russland riskieren, Russland wird keinen kalten Krieg mit Sanktionen und einer totalen wirtschaftlichen Abkühlung in Russland riskieren.Ich tippe daher auf eine Verhandlungslösung.
Was dabei rauskommt?, der Westen muss wahrscheinlich seinen Steert einziehen, aber probieren konnte man es ja einmal, hat ja nichts gekostet.
Die Lösung reicht von einer Teilung bis hin zu gefakten Wahlen mit russischer Neuführung.Die Situation zeigt, dass man sich die ganze Diplomatie und alles andere in die Haare schmieren kann, wenn es hart auf hart kommt.Dann zählt, wieviel Panzer man auf der Strasse hat, sonst nix.
Europa muss sich seine Abrüstungsorgien nochmal überlegen, will man nicht irgendwann auf kaltem Fuß erwischt werden.....Putin mag lupenrein sein, aber kein lupenreiner Demokrat, sondern ein lupenreiner Russe.Die USA werden feststellen, dass sie Ihr Imperium "overstretched" haben, ähnlich wie Rom. Für ein Imperium braucht man einen stabilen Kern, der Zähne hat.

MfG


Gruß Bollerkopp

 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#84 von lei , 02.03.2014 22:57

leider war bei cctv4 die ukraine nur ein kurzer beitrag.
der allabendliche kommentar hat sich mit dem anschlag
in kunming befaßt.
aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

ein weiteres puzzleteil sind auch die 30 lilliarden dollar
schulden der ukraine. kann sich der westen erlauben,
der ukraine 30 milliarden kredit zu geben und rußland
kassiert sie gleich ein.

 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#85 von Klaus Pfahl , 02.03.2014 23:05

Zitat von lei im Beitrag #84
leider war bei cctv4 die ukraine nur ein kurzer beitrag.
der allabendliche kommentar hat sich mit dem anschlag
in kunming befaßt.
aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

ein weiteres puzzleteil sind auch die 30 lilliarden dollar
schulden der ukraine. kann sich der westen erlauben,
der ukraine 30 milliarden kredit zu geben und rußland
kassiert sie gleich ein.



Deswegen bekam auch Lukaschenko aus Weißrussland weitere drei Milliarden Kredit. Jetzt fürchten die Weißrussen auch, dass sie heim ins Reich geführt werden. Ich verwette meinen Ar... darauf, dass Putin diese Trumpfkarte ziehen wird. Jetzt ist für ihn die beste Gelegenheit dazu, und der Westen ist mit seiner Überschuldung und Rohstoffmangel machtlos.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/we...e-a-950935.html


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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#86 von lei , 03.03.2014 13:03

eine russische zeitung schreibt, daß die "aufständischen"
in der ukraine rechtsradikale seien. sie hätten jüdische
mitbürger angegriffen und verprügelt.

eine jüdische zeitung schreibt, daß der oberrabbi in der
ukraine seine landsleute aufgefordert hat, das land zu
verlassen, da für sie keine garantie besteht, daß sie
unbehelligt beiben.

 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#87 von Klaus Pfahl , 03.03.2014 13:22

Demzufolge müsste Julia Timoschenko auch das Land verlassen, weil sie Jüdin ist. Zumindest hat sie jüdische Vorfahren. Allerdings passt ihre Frisur zur rechten Ideologie ihrer Parteigenossen.


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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#88 von GG146 , 03.03.2014 14:44

In Stahlgetwittern

Zitat
Joachim Gauck: Zur Russenfrage

(...)

Darüber hinaus möchte ich Ihnen den Schlachtplan für die nächsten Wochen vorstellen, damit Sie keinen falschen Befürchtungen erliegen, sondern den richtigen. Die Bundesregierung wird Herrn Putin zunächst Sorge und Unverständnis entgegenbringen, sowie einen Blumenstrauß und eine Schachtel Pralinen. Sollte das nicht fruchten, werden wir "Spiegel online" anweisen, solange live aus dem Kreml zu tickern, bis Putin nicht einmal einen Schnaps trinken kann, ohne daß wir es unbarmherzig twittern. Nach diesem Stahlgetwitter ist der Russe hoffentlich mürbe! Danach werden Obama, Merkel und Hollande ausknobeln, wer von ihnen nach Moskau fliegen und dort herumwieseln muß. Bis dahin sind hoffentlich auch die amerikanischen Flugzeugträger eingetroffen. Ein paar Kampfjets werden hin- und herzischen, bis wir schließlich Janukowitsch wieder zurück nach Kiew fliegen und die ganze Revolution noch einmal von vorne durchspielen, diesmal eben mit Putin am Tisch. Denn da haben unsere russischen Partner recht: Eine Revolution, die von Frank-Walter Steinmeier angeführt wird, ist keine.

(...)



http://www.titanic-magazin.de/news/joach...ssenfrage-6324/

 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#89 von Cetric , 03.03.2014 14:48

Zitat von lei im Beitrag #86
eine russische zeitung schreibt, daß die "aufständischen"
in der ukraine rechtsradikale seien. sie hätten jüdische
mitbürger angegriffen und verprügelt.

eine jüdische zeitung schreibt, daß der oberrabbi in der
ukraine seine landsleute aufgefordert hat, das land zu
verlassen, da für sie keine garantie besteht, daß sie
unbehelligt beiben.



Die russische Propaganda spricht von Anfang an von einem 'faschistischen Regime' in Kiew.
Darauf fußt die ganze Stimmungsmache in Rußland, um die Aggression gegen die Ukraine (Krim) zu erklären.
Dabei kann man auf alte Feindbilder zählen, denn die Faschisten sind im Sprachgebrauch die Hitler-Deutschen gewesen, die dem Land das größte Trauma beschert haben, und in der kollektiven Erinnerung ist das immer noch im präsent.


 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#90 von Cetric , 03.03.2014 14:51

Zitat von Blitz im Beitrag #87
Demzufolge müsste Julia Timoschenko auch das Land verlassen, weil sie Jüdin ist. Zumindest hat sie jüdische Vorfahren. Allerdings passt ihre Frisur zur rechten Ideologie ihrer Parteigenossen.

25 % jüdisch.
25 % armenisch.
50 % ukrainisch.

 
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