RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#31 von bär ( gelöscht ) , 02.12.2013 00:37

Zitat von GG146 im Beitrag #29
Zitat von bär im Beitrag #16
Zitat von lei im Beitrag #15
@bär, ich habe eine frage an sie:

vor jahren habe ich einen artikel gelesen
von einem testfahrer bei matchbox.
er nannte sich auch bär.
sind sie das?


Es gibt viele Bären auf dieser Welt. Zum Beispiel den Hubschrau-Bär oder den Come-on-Bär.
Wichtig ist nicht vom Bärli nicht wegen unnötiger Siezerei gefressen zu werden.


Auf Foren ist das "Sie" eine ebenso unkonventionelle Konversationsform wie das "Du" unter erwachsenen Fremden im realen Leben.

Wer sich über die eine unkonventionelle Form echauffiert, setzt sich dem Verdacht aus, genauso spießig zu sein wie die Leute, die sich über die andere aufregen.

Ich habe schon lange den Verdacht, dass ausnahmslos alle Fundamentalisten im Grunde ihres Herzens Spießer sind, selbst die rotanarchistischen Fundamentalisten bis hin zu Punkern ...


Der Gedanke kann einem kommen, weil jene die das Spießbürgertum ablehnen, selbst starre Strukturen bevorzugen (eine Subkultur, etc). Aber ich halte derartige Verallgemeinerungen für vorschnell und falsch (Fehlschluss, Kategorie: Faulty Generalization, http://en.wikipedia.org/wiki/Hasty_generalization ). Letztlich kommt man mit derartigen Überlegungen auf unsinnige Konstrukten wie den "linken Faschismus", ein in Politikforen weit verbreiteter Begriff, der sich auf die veraltete Totalitarismustheorie stützt.

IMHO hat der Mensch einen Hang zu Verallgemeinerungen und er fühlt sich gut wenn er eine gefunden hat. Aber das meiste davon ist nur Blödsinn.

bär

RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#32 von bär ( gelöscht ) , 02.12.2013 06:29

Etwa 100.000 Menschen haben erneut gegen den ukrainischen Präsidenten demonstriert. Dieses Mal ging es nicht nur um den EU-Beitritt sondern um knallharte Rücktrittsforderungen. Die Menschen fühlen sich von ihrer Regierung verkauft und verschaukelt. Mehrere Vermummte unter den Demonstranten haben randaliert und mit Steinen Scheiben eingeworfen. Man vermutet, dass es sich um Provokateure handelt, die die Stimmung anheizen und der Polizei Grund zum Zuschlagen liefern sollen. Eine Blamage wie vor einigen Tagen, möchte die ukrainische Regierung damit wohl verhindern.

Heute soll direkt vor dem Sitz der Regierung weiterdemonstriert werden. Der Profiboxer Klitschko, der auch ukrainischer Politiker ist, zeigte sich solidarisch mit den Demonstranten.


bär
zuletzt bearbeitet 02.12.2013 06:35 | Top

RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#33 von Cetric , 02.12.2013 17:30

Man darf bei alledem nicht vergessen, daß Viktor Janukowitsch ein ebenso demokratisch gewählter und darum legitimer Präsident der Ukraine ist wie Julia Timoschenko eine war. Wenn die EU nun meint, mit einer Aufstachelung zu einer neuen 'orangenen Revolution' den gewählten Präsidenten aus dem Amt putschen zu können, weil er sich ihr nicht willfähig gezeigt hat, würde sie äußerst undemokratisch handeln.
Das ist auch nichts anderes, wie das, was früher ein amerikanischer Politiker über einen südamerikanischen Gewaltherrscher sagte: "Er ist ein Hurensohn, aber er ist UNSER Hurensohn." Soll heißen, so lange einer UNSERE Sache vertritt, darf man das mit den Prinzipien nicht zu eng sehen." - Das gilt für das Gegenteil natürlich genau so. Vertritt einer nicht UNSERE Sache, darf man das mit den Prinzipien nicht so eng sehen (um ihn abzuservieren).

 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#34 von bollerkopp , 02.12.2013 18:26

Zitat
Auf Foren ist das "Sie" eine ebenso unkonventionelle Konversationsform wie das "Du" unter erwachsenen Fremden im realen Leben.



Höflichkeit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr!


Gruß Bollerkopp

 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#35 von bär ( gelöscht ) , 02.12.2013 18:39

Zitat von Cetric im Beitrag #33
Man darf bei alledem nicht vergessen, daß Viktor Janukowitsch ein ebenso demokratisch gewählter und darum legitimer Präsident der Ukraine ist wie Julia Timoschenko eine war.


Sicher, aber auch bei einem demokratisch gewählten Präsidenten ist ein Griff ins Klo möglich. Janukowitsch hat sich als große Enttäuschung erwiesen, als ein Speichellecker Putins, als ein Vasall des russischen Neoimperialismus. Gegenüber der Ukrainischen Bevölkerung hat er jedes Vertrauen verspielt. Er sollte zurücktreten und eine Neuwahl zulassen. Er kann sich nur noch gewaltsam an der Macht halten.
So etwas ist keine Basis für einen Präsidenten eines demokratischen Rechtsstaats.

Zitat von Cetric im Beitrag #33

Wenn die EU nun meint, mit einer Aufstachelung zu einer neuen 'orangenen Revolution' den gewählten Präsidenten aus dem Amt putschen zu können, weil er sich ihr nicht willfähig gezeigt hat, würde sie äußerst undemokratisch handeln.


Hast du Indizien dafür, dass die EU so handeln würde? Bisher sind aus dieser Richtung nur Aufrufe zur Besonnenheit und Zurückhaltung an beide Seiten zu vernehmen.


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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#36 von Cetric , 05.12.2013 21:53

Zitat von bär im Beitrag #35

Zitat von Cetric im Beitrag #33

Wenn die EU nun meint, mit einer Aufstachelung zu einer neuen 'orangenen Revolution' den gewählten Präsidenten aus dem Amt putschen zu können, weil er sich ihr nicht willfähig gezeigt hat, würde sie äußerst undemokratisch handeln.


Hast du Indizien dafür, dass die EU so handeln würde? Bisher sind aus dieser Richtung nur Aufrufe zur Besonnenheit und Zurückhaltung an beide Seiten zu vernehmen.


Bedaure, nein. Ist nur eine Vermutung von mir. Es ist die alte Frage 'Cui bono?' , wie sie etwa Kriminalisten bei ihren Ermittlungen einsetzen, um dem Täter auf die Spur zu kommen. Es wäre natürlich die beste Werbung für die EU, wenn sie sich raushalten würde und sich nicht selbst bekleckert mit imperialistischen Machenschaften, um sich ein neues Anhängsel zu basteln. Ich befürchte, daß sie dieser Versuchung nicht widerstehen kann. Hier mühen sich wirklich zwei Muskelmänner beim Tauziehen ab, und die Ukraine ist das Tau. ich sehe es auch nicht gerne, wenn es zu Eintrübungen zwischen 'uns' und Rußland kommt. Ich bin da eher für Kooperation.

 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#37 von bär ( gelöscht ) , 09.12.2013 10:51

Zitat von Cetric im Beitrag #36
Hier mühen sich wirklich zwei Muskelmänner beim Tauziehen ab, und die Ukraine ist das Tau. ich sehe es auch nicht gerne, wenn es zu Eintrübungen zwischen 'uns' und Rußland kommt. Ich bin da eher für Kooperation.

Die Beziehungen Russland/Deutschland sind auf einem Tiefpunkt angelangt. Das ist aber nicht unsere Schuld.

Btw, die Demonstrationen in der Ukraine weiten sich aus. Hunderttausende gehen auf die Stasse und fordern den Rücktritt der Regierung unter Viktor Janukowitsch. Protestierende haben ein Lenin-Denkmal, das Symbol russischer Unterdrückung, zu Fall gebracht. http://www.dw.de/ukrainische-nationalist...kmal/a-17279385


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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#38 von Klaus Pfahl , 21.02.2014 19:40

[quote][Die ukrainische Regierung und Oppositionsführer haben in Kiew eine vorläufige Vereinbarung zur Lösung der innenpolitischen Krise unterzeichnet. Nun hat das ukrainische Parlament mit breiter Mehrheit für eine Rückkehr zur Verfassung von 2004 gestimmt und will die Oppositionsführerin Timoschenko freilassen./quote]

http://www.tagesspiegel.de/politik/krise...or/9516582.html

Die Gefangene hat erklärt, dass sie ausreisen, aber nicht ins Exil gehen und in Deutschland kein Asyl beantragen werde. Sie wolle in der Ukraine die Diktatur bekämpfen.


Die Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein macht es erträglich.

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Lage in der Ukraine

#39 von Klaus Pfahl , 22.02.2014 13:38

[quote][Riesen Wende in der Ukraine!
Oppositionsführerin Julia Timoschenko am Mittag aus dem Gefängnis entlassen!
Der Entlassung war eine Abstimmung im Parlament vorausgegangen, bei der die Abgeordneten mit großer Mehrheit dafür gestimmt hatten.
Damit schwindet die Macht des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch noch weiter.
Die Regierungsgegner haben das Parlament unter Kontrolle, seine Parteigenossen kehren ihm den Rücken und auch die Polizei hat sich offiziell auf die Seite der Opposition geschlagen.
Janukowtisch selbst ist abgetaucht – angeblich soll er sich in der Ost-Ukraine in Charkow aufhalten. Doch selbst Vertraute haben offenbar nur wenig Kontakt zu ihm.
Rückblick: Die sogenannten Selbstverteidigungskräfte hätten am Morgen die Kontrolle über das Parlament, den Regierungssitz und die Präsidialkanzlei übernommen, sagte Andrej Parubij, der Kommandant des Protestlagers, auf dem Unabhängigkeitsplatz (Maidan).
Das berichtet die Zeitung „Segodjna” auf ihrer Internetseite und das bestätigen auch die BILD-Reporter vor Ort.
Am Morgen verkündete dann auch der ukrainische Parlamentschef Wladimir Rybak seinen Rücktritt.
Rybak, ein Vertrauter von Präsident Viktor Janukowitsch gab gesundheitliche Gründe für den Schritt an.
Medienberichten zufolge soll er sich am Vorabend gemeinsam mit Janukowitsch nach Charkow abgesetzt haben./quote]

http://www.bild.de/politik/ausland/ukrai...93360.bild.html

Ich hoffe, dass sich beide Lager friedlich einigen und bald Neuwahlen stattfinden.


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zuletzt bearbeitet 22.02.2014 | Top

RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#40 von Schiffskatze , 22.02.2014 13:48

Die Lage in der Ukraine bleibt alles andere als rosig. Denn unter den Oppositionellen befinden sich auch Radikale. Ich bezweifle, ob sie etwas mit Demokratie anfangen können.
Sie sind nicht mehr, wie noch zu Anfang der Proteste, mit vorgezogenen Wahlen einverstanden, geschweige denn mit Beschlüssen, die von der jetzigen Regierung wegen der Proteste wieder rückgängig gemacht wurden. Sie wollen mehr, notfalls mit Gewalt.
Was ist denn, wenn die Opposition wieder nicht als Wahlsieger hervorgeht? Wie werden sie sich dann verhalten? Werden sie Mehrheitsentscheidungen akzeptieren? Ich fürchte nein.


 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#41 von bär ( gelöscht ) , 22.02.2014 14:11

Es droht jetzt die Spaltung der Ukraine, in einen Russland zugewandten Ostteil und den eher EU-freundlichen Westen. Oder es kommt zum Bürgerkrieg. Obama hat gestern Putin telefonisch kontaktiert, damit dieser beruhigend auf die Ukrainer einwirkt.

Für Russland ist die Ukraine strategisch wichtig. Ich denke Putin wird schon etwas unternehmen, aber nicht unbedingt etwas, das den Ukrainern Freiheit bringt.


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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#42 von Laura , 22.02.2014 19:42

Mir ist das eigentlich egal, wer in der Ukraine regiert. Korrupt scheinen mir alle zu sein. Gefährlich wäre es, wenn die EU das Land die EU-Mitgliedschaft in Aussicht stellen würde. Zahlmeister wären wieder wir Deutsche.


Heute ist der 1. Tag von dem Rest meines Lebens.

 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#43 von Klaus Pfahl , 22.02.2014 20:13

Zitat von Schiffskatze im Beitrag #40
Die Lage in der Ukraine bleibt alles andere als rosig. Denn unter den Oppositionellen befinden sich auch Radikale. Ich bezweifle, ob sie etwas mit Demokratie anfangen können.
Sie sind nicht mehr, wie noch zu Anfang der Proteste, mit vorgezogenen Wahlen einverstanden, geschweige denn mit Beschlüssen, die von der jetzigen Regierung wegen der Proteste wieder rückgängig gemacht wurden. Sie wollen mehr, notfalls mit Gewalt.
Was ist denn, wenn die Opposition wieder nicht als Wahlsieger hervorgeht? Wie werden sie sich dann verhalten? Werden sie Mehrheitsentscheidungen akzeptieren? Ich fürchte nein.


Selbst wenn die Opposition als Wahlsieger hervorgeht, wird der nächste Winter für die Ukraine hart werden. Ich fürchte, Putin wird die Öl- und Gaslieferungen drosseln oder kräftig an der Preisschraube drehen. So rosig sieht die Zukunft für die Ukraine nicht aus.


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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#44 von Gulliver , 22.02.2014 20:31

Ein Teil der Ukraine wird sich zu Russland schlagen, den Rest kann dann die EU am Leben erhalten.

 
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RE: Es wächst zusammen was zusammen gehört

#45 von Cetric , 22.02.2014 20:46

Zitat von Blitz im Beitrag #43
Zitat von Schiffskatze im Beitrag #40
Die Lage in der Ukraine bleibt alles andere als rosig. Denn unter den Oppositionellen befinden sich auch Radikale. Ich bezweifle, ob sie etwas mit Demokratie anfangen können.
Sie sind nicht mehr, wie noch zu Anfang der Proteste, mit vorgezogenen Wahlen einverstanden, geschweige denn mit Beschlüssen, die von der jetzigen Regierung wegen der Proteste wieder rückgängig gemacht wurden. Sie wollen mehr, notfalls mit Gewalt.
Was ist denn, wenn die Opposition wieder nicht als Wahlsieger hervorgeht? Wie werden sie sich dann verhalten? Werden sie Mehrheitsentscheidungen akzeptieren? Ich fürchte nein.


Selbst wenn die Opposition als Wahlsieger hervorgeht, wird der nächste Winter für die Ukraine hart werden. Ich fürchte, Putin wird die Öl- und Gaslieferungen drosseln oder kräftig an der Preisschraube drehen. So rosig sieht die Zukunft für die Ukraine nicht aus.


Wenn das so käme, soll die EU mal beweisen zu was sie fähig ist. Also einspringen und der Ukraine helfen. Damit bestätigt man einerseits das in 'uns' gesetzte Vertrauen (das ist meine Hauptsorge, daß die hohen Erwartungen an die EU sich nicht erfüllen) und zeigt den Ukrainern daß sie aufs richtige Pferd gesetzt haben - also gute Freunde gefunden haben.
Im Übrigen freue ich mich über Julia Timoshenkos Freilassung. Im anderen Forum habe ich sie eine Zeit lang in meiner Signatur geführt ('Bundesmuttis müssen nicht häßlich sein. Solidarität mit Julia T.'). Das beste wäre sie käme an die Macht zurück als einigende Figur für die verschiedenen Strömungen dieser Neuauflage der Orangenen Revolution. Und sie durfte miterleben, wie man sich in der EU für sie eingesetzt hat, das dürfte für die Zukunft eine Rolle spielen in ihrem Verhältnis zu 'uns'.
----
Wenn die Ukraine erst mal mit der EU im Boot sitzt, wird sich auch Rußland zweimal überlegen sie mit Sanktionen zu ärgern, denn schließlich handelt es dann gegen die ganze EU, das kann es nicht wollen, so lange die EU geschlossen auftritt und jedes Mitgliedsland schützt.


 
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Ist unser Geld bald nichts mehr wert?
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