Wenn Soldaten im Facebook plaudern

#1 von Schimmerlos ( gelöscht ) , 20.05.2010 14:21

Die Hisbollah hat angeblich israelische Elitesoldaten in sozialen Netzwerken ausspioniert. Das könnte auch der Bundeswehr passieren. Es gibt keinen Leitfaden für den Umgang mit Facebook und Co. Das Verteidigungsministerium prüft sogar eine Ausweitung der Internetaktivitäten.

Sind twitternde Soldaten eine Gefahr für das Militär? Foto: news.de/dpa (Montage) .schließen x Lester Maul ist eine Kunstfigur, die bissig, böse und aus dem Bauch heraus das aktuelle Geschehen exklusiv auf news.de kommentiert. Hinter der Figur stecken mehrere Kabarettisten. Ihre Beiträge entstehen unabhängig von der Redaktion. Sie sollen provozieren, amüsieren und orientieren – und bloß kein Blatt vor den Mund nehmen. Lesters Welt besuchen »
Das Internet wird zum War-Net. Eine Horrorvision!

Falls die Nachricht stimmt, kann das Internet mit einem einfachen Trick zu einer Gefahr für das Militär werden. Auch für Aktionen der Bundeswehr. Nach Presseberichten hat die islamistische Organisation Hisbollah das soziale Netzwerk Facebook benutzt, um israelische Soldaten auszuspionieren. Das berichtet zumindest das israelische Nachrichtenportal mySay.co.il.

Soldaten aus Israel sollen von einer gut aussehenden jungen Frau auf Facebook eingeladen worden sein, sich mit ihr zu vernetzen. 200 Elitesoldaten und Reservisten sind anscheinend auf den Fake hereingefallen. Denn hinter der jungen Frau sollen Mitglieder der Hisbollah gestanden haben. Sie hätten sich laut mySay bewusst mit Soldaten vernetzt und wären somit unter anderem an Geheimcodes und Beschreibungen von Stützpunkten gelangt. Nach Bekanntwerden der Spionage wurde der Account durch die Betreiber gelöscht.

«Der Vorfall bestärkt uns in unserer Vorgehensweise», sagte ein Sprecher des deutschen Verteidigungsministeriums auf news.de-Anfrage. Die Angehörigen der Truppe seien nach dem Soldatengesetz verpflichtet, zu dienstlichen Angelegenheiten Verschwiegenheit zu wahren. «Seitens der Bundeswehr ist es nicht geplant, über diese bestehenden Bestimmungen hinaus weitere Regeln zum Umgang von Soldaten mit sozialen Netzwerken einzuführen.» Soll heißen: An einem speziellen Leitfaden wird nicht gearbeitet. Jedoch sei schon aufgrund der Vielzahl von Foren und Blogs eine Kontrolle unmöglich.

Laut Ministerium stehen die Informationszuverlässigkeit und der Fürsorgegedanke gegenüber den Soldaten im Vordergrund. Zu einem ähnlichen Schluss kam, zumindest offiziell, das Pentagon in Washington im März dieses Jahres. Nach einer siebenmonatigen Überprüfung hat es Dienste wie Facebook und Twitter auf den Computern der Soldaten zugelassen. Bis dahin hatten sich die Beamten gesorgt, dass Geheimnisse verraten werden könnten. Nun überwiegen laut Vize-Verteidigungsminister William Lynn die Vorteile der Kommunikation.

Doch auch wenn die Bundeswehr keinen offiziellen Leitfaden für den Umgang mit sozialen Netzwerken besitzt, rät sie ihren Angehörigen davon ab, das Internet für Meinungsäußerungen aus dem dienstlichen Umfeld heraus zu nutzen. Der Grund: «Öffentlich gemachte persönliche Erfahrungen von Soldaten können komplexe Zusammenhänge meist nur unvollständig wiedergeben und sind hinsichtlich der Einschätzung ihrer Wirkung in der Öffentlichkeit unkalkulierbar», sagte ein Sprecher zu news.de.

Anders verhalte es sich bezüglich der Internet-Nutzung, um militärische Netzwerke zu pflegen. Die Bundeswehr betreibe offizielle Seiten, zum Beispiel von den Jugendoffizieren oder den UN-Beobachtern. Es gebe jedoch auch private Netzwerke, wie etwa bei der Marine. Das Verteidigungsministerium möchte die Vernetzung im Internet unter Soldaten sogar noch ausbauen und offizielle Accounts einrichten. Das Angebot soll besonders für jene gelten, die im Auslandseinsatz waren. «Eine stärkere Nutzung für Belange des Auslandseinsatzes, etwa in der Nachbereitung, wird derzeit geprüft», sagte ein Sprecher.


[quelle]


Die Waffen nieder!
Bertha von Suttner

Schimmerlos

RE: Wenn Soldaten im Facebook plaudern

#2 von Klaus Pfahl , 20.05.2010 20:02

Die Bundeswehr und vermutlich auch die meisten anderen Armeen haben ein sogenanntes "Intranet". Dieses interne Netzwerk ist gut abgeschirmt und wird gründlich kontrolliert. Trotzdem ist das keine Gewährleistung für die innere Sicherheit. Das Internet dagegen ist der ideale und unüberschaubare Tummelplatz für Spione und Verräter. Erfahrene Hacker werden immer einen Weg finden um an geheime Daten und Informationen heranzukommen. Den Militärs wäre es wahrscheinlich lieber, wenn das Web ganz und gar abgeschafft würde.

Gruß
Blitz


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