RE: Nicht nur zur Weihnachtszeit: Obdachlosigkeit

#16 von GG146 , 28.06.2013 01:44

Zitat von Blitz im Beitrag #13
Für mich ist das ganze Thema Erbsenzählerei. Wenn ich etwas in den in den Müll entsorge, dann habe ich mich davon verabschiedet. Deswegen kann die Entnahme von Müll kein Diebstahl sein.


Sehe ich auch so, die Rechtsprechung hat sich da aber noch nicht endgültig festgelegt.

In der Reihe von Tatbestandsmerkmalen des Diebstahls kommt der "Gewahrsamswille" des Eigentümers vor, d. h., der Wille zur tatsächlichen Sachherrschaft. Wenn jemand Lebensmittel in einen Container auf dem Hof kippt, bringt er damit zum Ausdruck, dass es ihm piepegal ist, wenn sich Nagetiere, Vögel oder Insekten dort bedienen. Wenn man da überhaupt noch einen Gewahrsamswilen unterstellt, ist dieser so theoretisch und wirtschaftlich substanzlos, dass das Etikett "kriminell" für die Missachtung dieses Pseudo - Gewahrsamswillens schlichtweg unverhältnismäßig ist. Damit meine ich eine Unverhältnismäßigkeit im juristischen / verfassungsrechtlichen Sinne. Da das Fehlen einer Tatbestandsvoraussetzung eine Straftat ausschließt, ist der Diebstahl hier abzulehnen. Es bleibt aber der strafbare Hausfriedensbruch in der Mehrzahl der Fälle, da diese Container sich regelmäßig auf den Grundstücken der Supermärkte befinden.

 
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RE: Nicht nur zur Weihnachtszeit: Obdachlosigkeit

#17 von Proconsul48 , 29.06.2013 14:26

Jede Form des Wegwerfens ist streng genommen ein Akt des freiwilligen Verzichts auf Eigentum...

 
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RE: Nicht nur zur Weihnachtszeit: Obdachlosigkeit

#18 von GG146 , 17.08.2013 15:24

Durch die steigende Zahl der Wohnungslosen werden jetzt auch die Plätze in Obdachlosenasylen knapp:

Zitat
Kein Platz für Obdachlose: Lokalzeit Südwestfalen vom 15.08.2013

Die Zahl der Wohnungslosen ist im letzten Jahr um 15 Prozent angestiegen. Die Städte stehen dem Problem hilflos gegenüber. In Lippstadt ist das Obdachlosenasyl voll, kleine Wohnungen mit niedrigen Mieten gibt es nicht.



http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendu...achlose100.html

Es trifft auch zunehmend Leute, die nicht alkohol- oder drogenabhängig sind und die man von ihrem Äußeren her nicht für Obdachlose halten würde. Das wird in der Lokalzeit - Sendung ab Minute 04:50 erklärt:


 
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RE: Nicht nur zur Weihnachtszeit: Obdachlosigkeit

#19 von schlau , 20.09.2013 13:54

Akif weiss nicht viel von Obdachlosen und Süchtigen aber mit einem ideologieprogramm im Kopf kann man trotzdem ganz leicht und ohne viel Arbeit und Denken texte vom Kopf auf die Achse und Facbook überspielen :(

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/d...e/ab_in_den_zoo

Zitat
Ab in den Zoo!

(...)

Gleich hinter der Haltestelle, also einem Ort, wo Menschen aus aller Herrenländer in der Regel in ihren Sonntagskleidern eintreffen, tummelt sich ein mindestens hundertfünfzigköpfiger Rudel von Obdachlosen, Drogenabhängigen und erwachsenen Babys, die irgendwann festgestellt haben, daß der zu seinem eigenen Witz verkommene Staat einem jeden Wunsch von den Augen abliest, einschließlich jenen, in aller Öffentlichkeit überall pissen und kacken zu dürfen................



bitte künftig keine endlos-Zitate kopieren. Wer möchte, kann den Link ja anklicken und weiter lesen.



i


sehr schlau ;-)

 
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RE: Nicht nur zur Weihnachtszeit: Obdachlosigkeit

#20 von GG146 , 20.09.2013 17:16

Zitat
Und falls einer mal sich entschließt, auf dem öffentlichen Platz einer anderen Stadt zu pissen und zu kotzen, wird ihm schnell ein Ticket besorgt. Geld ist ja genug vorhanden.



Das ist wahrscheinlich die einzige realitätsnahe Aussage in dem Text. Obdachlosen, die es in den Zuständigkeitsbereich der Sozialbehörden anderer Kommunen zieht, bezahlen sie wahrscheinlich sehr schnell und völlig unbürokratisch ein (one - way -) Ticket.

Jedenfalls habe ich den Text zum Anlass genommen, meine laufende Freundschaftsanfrage bei A. Pirincci abzubrechen. Das ist mir wirklich zu blöd ...

 
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RE: Nicht nur zur Weihnachtszeit: Obdachlosigkeit

#21 von Schiffskatze , 26.09.2013 07:21

Zitat von schlau im Beitrag #19
Akif weiss nicht viel von Obdachlosen und Süchtigen aber mit einem ideologieprogramm im Kopf kann man trotzdem ganz leicht und ohne viel Arbeit und Denken texte vom Kopf auf die Achse und Facbook überspielen :(

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/d...e/ab_in_den_zoo

Zitat
Ab in den Zoo!

(...)

Gleich hinter der Haltestelle, also einem Ort, wo Menschen aus aller Herrenländer in der Regel in ihren Sonntagskleidern eintreffen, tummelt sich ein mindestens hundertfünfzigköpfiger Rudel von Obdachlosen, Drogenabhängigen und erwachsenen Babys, die irgendwann festgestellt haben, daß der zu seinem eigenen Witz verkommene Staat einem jeden Wunsch von den Augen abliest, einschließlich jenen, in aller Öffentlichkeit überall pissen und kacken zu dürfen. Alle haben Bier- oder Schnapsflaschen in den Händen, wetzen sinnlos und nach einem rätselhaften Koordinatensystem hin und her, als seien sie Impulse in kommunizierenden Röhren, rotzen und kotzen einem vor die Füße, brabbeln in Juristendeutsch bei welcher Sozialeinrichtung was abzustauben gibt, philosophieren über die Qualität des Stoffes, den sie aktuell intus haben, begrüßen ankommende Dealer mit großem Hallo und verrichten den Deal ohne Scheu in aller Öffentlichkeit, fixieren zwischendurch Passanten mit bedrohlichem Blick und türmen ihre leeren Flaschen und den von ihnen abfallenden Müll zu mächtigen Haufen, welche wohl wie bei Tieren “ihr” Revier markieren sollen.

...

Die beiden Sozialarbeiter sind sozusagen die Butler dieser über Recht, Moral und Anstand Stehenden und sorgen dafür, daß ihnen an nichts mangelt. Falls einer mal umkippt, ruft der Butler umgehend den Krankenwagen. Falls ein weibliches Exemplar im Vollsuff geschwängert worden ist, findet der Butler die entsprechende Einrichtung für die werdende Mutter. Und falls einer mal sich entschließt, auf dem öffentlichen Platz einer anderen Stadt zu pissen und zu kotzen, wird ihm schnell ein Ticket besorgt. Geld ist ja genug vorhanden.

...

Erst kürzlich habe ich zirka 20 000 Euro an Steuernachzahlung an das Finanzamt entrichtet. Wohlgemerkt, es war nur eine “kleine” Nachzahlung zu dem großen Rest an Steuern, die ich diesem Moloch in den Rachen schmeißen muß, wenn ich nicht ins Gefängnis kommen will. Man könnte doch mit diesem Geld einen Zoo für diese Verantwortungsbefreiten auf einer Kuhweide hochziehen. Eine Art Affenkäfig für eine neue Species von Hominiden sozusagen.

...

Man würde ihnen durch die Käfiggitter kontinuierlich Alkohol, Drogen, Nahrung und Klopapier, falls sie denn welches benutzen, durchschieben, und einmal am Tag würde ein Arzt und ein Trupp Müllmänner mit Gasmasken reingehen und für medizinischen Beistand und halbwegs für Hygiene sorgen. Das würde das Problem zumindest im ästhetischen Bereich lösen. Denn es ist in der Tat völlig unverständlich, weshalb man den Anblick von der niedrigsten und abscheulichsten menschlichen Daseinsstufe den Funktionierenmüssenden aufzwingen muß, die für diesen Kot-Karneval auch noch aufkommen müssen.

...



ich hab auf Facebook mit einem Akif Fan diskutiert:


Zitat
Markus Sprachlos sandra, ich hab schon scheisse fressen muessen und die leute haben drauf zu spucken versucht, ich haeng aber nicht stinkend, drogenkonsumierend oder sonstwie daneben an irgendwelchen bushaltestellen herum. so what? was ist mit der eegel, dass jeder verantwortung traegt. zuerst einmal,fuer sich selbst? ich find akifs beschreibungtreffend und witzig und mir fehlt jedes mitleid mit herumhaengern. die koennten sich auch freiwillig melden zum blumenpflanzen im park oder zum roten kreuz in ihrer freizeit. oder yoga machen, laufen gehen, usw. es zwingt niemand die menschen, unter den vielen dingen die sie tun koennten, ausgerechnet die nicht sinnvollen zu tun. und abgesehen davon noch anderen leuten auf den arsch zu gehen. sollen sie sich selber auf den arsch gehen, aber nicht mir :)


Monika Hertlein nicht jeder ist so wie du Markus und nicht jeder Suchtkranke ist so wie du es beschrieben hast. Ich kenne mich da aus..

ich selbst war obdachlos und suchtkrank, mir braucht keiner was zu erzählen davon.. geh wirklich Yoga machen Markus


Markus Sprachlos na und monika, du warst es eben und bist es nicht mehr. wunderbar, gratuliere und ich men es ernst. ich hab aber trotzdem kein mitleid mit denen, die sich lieber treibenlassen, weil es bequemer ist. mir gehen diejenigen auf die nerven, die dauern irgendwelche entschuldigungen fuer andere suchen. meistens um ihre eigene defizite oder fehlhandlungen vor sich selbst zu entschuldigen. und das yoga beispiel,war bewusst provokant nur ihr tappt sofort hinein. :) es gibt hunderte sinnvollere beschaeftigungen, als das, was akif beschreibt. irgendwie beruflich/existentiell mit diesem thema verbandelt? abgaben- und/oder steuerfinanzierte sozialindustriejobs? in einer gesellschaft wie der unseren mit einem enormen angebot von kostenlosen weiterbildungsmoeglichkete, versorgungseinrichtungen usw. ist es ausschliesslich verantwortung des einzelnen ob er andern auf den arsch geh oder nicht.


Monika Hertlein Sorry Markus, aber du hast bei dem Thema einfach keine Ahnung aber ist nicht schlimm.


Markus Sprachlos monika, und du hast ahnung? das ist genau die attituede die mir auf den arsch geht. du behauptest irgend etwas von dem du meinst, dass es dir die moralische berechtigung fuer irgendetwas verleiht und sprichst den anderen die ahnung ab! wir sind im internet. vielleicht erzaehlst du geschichten um dich wichtig zu machen. vielleicht hast du das erlebt und trotzdem keine ahnung? oder ertrinkst in selbstmitleid und willst dich dadurch exkulpieren und erhoehen, dass es andere gibt, die die dinge noch schlechter machen als du? ;)


Monika Hertlein @ Markus, normalerweise spreche ich keinem ihre/seine Ahnung ab. Aber wenn man das liest was du von dir gibst dann ja. Oh ja, ich habe Ahnung leider. Ich hätte gerne diesen Teil meines Lebens nicht gehabt. Selbstmitleid ich weiss nicht ob man das auf alle so abschieben kann.


Markus Sprachlos monika, ich kenn mehr als du glaubst und trag es nicht vor mir her. ich find es immer wieder interessant, wenn jemand in einer diskussion, so wie du, behauptet :" ich hab das und das gemacht und erlebt und weiss es deshalb besser und ihr habt keine ahnung!" believe me. du hast eine meinung, aber keine ahnung. und vor allem kein recht, irgendjemandem zu sagen:" mir kann keiner was erzahlen," das ist echt schwach.

Monika Hertlein Markus schwach ist.. alle in einen Topf rein zu werfen die sich nicht mal wehren können. Schwach ist auch, dass du meine Texte nicht lesen oder verstehen kannst und jetzt rumbrüllst. Meinst du nicht auch, das über 8 Jahre Straße reichen um mitreden zu können? Und ja ich kann es sagen weil ich habe überlebt. und darauf bin ich stolz. Ich habe mehr Ahnung als du denkst über mich.




Meine persönliche Meinung steht schon im gg-aktiv geschrieben:

Ich war über den Artikel entsetzt und schwer enttäuscht.
Wie kann mein Lieblingskatzenkrimiautor, den ich für seine phantasievolle Literatur fast vergöttert habe, der sich immer kritisch zu gesellschaftlichen Themen geäussert hat, dessen Meinung ich immer hoch geschätzt habe, der vor ein paar Wochen ein treffendes Focus-Interview gegeben hat, was mich am PC zu Bravo-Rufen verleitet hat - wie kann er jetzt so herablassend auf die Ärmsten der Armen einen Kommentar auf der Achse abgeben? Ich begreife es nicht und bin fassungslos.


"Deutschland, Deutschland unter alles" so soll das neue Buch von Akif Pirincci heissen. Mein Kommentar auf facebook lautet:
" Hauptsache es wird nicht wieder gegen Obdachlose und Arme gehetzt, wie letztens in der Achse. Nein Akif, das war keine Glanzleistung."


 
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RE: Nicht nur zur Weihnachtszeit: Obdachlosigkeit

#22 von GG146 , 29.12.2013 21:18

Sehr großzügig ...

 
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RE: Nicht nur zur Weihnachtszeit: Obdachlosigkeit

#23 von GG146 , 26.04.2014 22:48

Der Obdachlose in diesem Interview zu den Brandanschlägen an einer Hamburger Elbebrücke ist mittlerweile verstorben:



Dieser Nachruf ist u. a. auf Facebook erschienen:

Zitat
Nachruf toter Obdachloser - Termin 29. April

Hallo Andre,

diese Zeilen sind für Dich und in der Hoffnung, dass Du da, wo Du jetzt bist, sie auch lesen kannst.

Wir hatten uns im Mai letzten Jahres getroffen, damals, als die Zelte brannten und Du wach wurdest, von dem Lärm gegenüber. Zwischen Dir und dem Ort dieser Zelte lag damals nur ein Fluß, nun liegt ein ganzer Himmel dazwischen und ich weiß nicht was ich sagen soll, ich bin tief traurig, dass Du gehen musstest.

Möge Gott mir verzeihen, dass ich nicht mehr für Dich tun konnte.

Max Bryan
24. April 2014



Zitat
@An Alle: Die Person auf dem Foto ist Andre Heinz M. und er ist tot. Gestorben am 20. Februar in einem Zelt an der Kennedybrücke. Er wurde 49 Jahre alt.

Zum Gedenken an ihn und an alle Opfer der Armut suche ich jemanden mit handwerklichen Fähigkeiten zur Herstellung eines Holzkreuzes, das wir dann gemeinsam am Grab des Verstorbenen anbringen.


Zeigt Euch solidarisch und helft mit, dem Obdachlosen einen würdigen Abschied zu bereiten. Obdachlose sterben viel zu früh und dieses reiche Hamburg hat nicht mal Geld für ein schlichtes Holzkreuz auf den Gräbern der Armen dieser Stadt.



Andre Heinz M. *8.10.1964 - †20.2.2014 und sein Grab würde leer bleiben, wenn wir uns nicht darum kümmern. Andre hat (Stand: 24.4.) keine Angehörigen, die für ihn sorgen und die Stadt tut nur das Nötigste (Einäscherung und Reihengrab). Bitte helft mit, dass obdachlose Menschen künftig würdevoller bestattet werden.

Max Bryan
24. April 2014



 
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RE: Nicht nur zur Weihnachtszeit: Obdachlosigkeit

#24 von GG146 , 20.07.2014 13:38

Wer weiß, ob das ein Einzelfall ist:

Zitat
15. Juli 2014 | 14.59 Uhr
Prozess in Krefeld 9 3

Jobcenter-Mitarbeiterin streicht 60.000 Euro für Obdachlose ein

Krefeld. Eine Krefelder Jobcenter-Mitarbeiterin hat gestanden, rund 60.000 Euro für Obdachlose auf ihr Privatkonto abgezweigt zu haben. Davon fuhr sie in den Urlaub oder gönnte sich anderen teuren Luxus.

(...)



http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kref...n-aid-1.4388959

Alle Obdachlosen haben Anspruch auf Sozialleistungen, aber viele stellen grundsätzlich keine Anträge. Wenn Mitarbeiter von Sozialleistungsträgern dann im Namen solcher Obdachloser Anträge stellen und das Geld auf eigene Konten leiten, können sie eigentlich nur durch einen dummen Zufall auffliegen. Ansonsten kann das ja kaum schiefgehen, wenn sich die tatsächlich Anspruchsberechtigten um nichts kümmern.

 
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RE: Nicht nur zur Weihnachtszeit: Obdachlosigkeit

#25 von GG146 , 10.11.2014 21:59

Das Verbot von Lebensmittelspenden an Obdachlose in einigen amerikanischen Städten trifft auf Widerstand:

Zitat
"Lassen Sie sofort den Teller fallen"

Polizei verhaftet 90-Jährigen – weil er Essen verteilt

(...)

Am vergangenen Freitag trat das neue Gesetz in Kraft und schon am Sonntag tauchten Polizeibeamte bei Abbots Obdachlosenspeisung auf, berichtete „Local 10“. Sie hätten den 90-Jährigen und zwei Pfarrer vorübergehend festgenommen. „Einer der Beamten sagte ‚Lassen Sie sofort den Teller fallen‘, als hätte ich eine Pistole in der Hand“, berichtete Abbott dem Sender. Unter dem lautstarken Protest der Anwesenden sei er abgeführt worden – und ließ sich davon nicht unterkriegen.

(...)

Schon 1999 habe Abbott die Stadt verklagt, weil sie seine Obdachlosenspeisungen verbieten wollten, nun sagt er: „Es sieht so aus, als müsste ich erneut vor Gericht ziehen“.

(...)



http://www.focus.de/panorama/welt/illega...id_4252803.html

 
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RE: Nicht nur zur Weihnachtszeit: Obdachlosigkeit

#26 von Schiffskatze , 11.11.2014 08:19

Das wundert mich überhaupt nicht, dass im Land der unbegrenzten (Un)Möglichkeiten Solidarität mit den Schwächsten der Gesellschaft untersagt wird.


********************************************
Frauen schulden keiner einzigen Religion Dank für auch nur einen Impuls der Freiheit

Susan Brownell Anthony,
amerikanische Frauenrechtlerin 1820-1906

 
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RE: Nicht nur zur Weihnachtszeit: Obdachlosigkeit

#27 von schlau , 11.11.2014 18:12

Das ist eine Schande! Aber leider ist sowas auch in Europa in siehe da ua:

Zitat
Dieser Fall in Florida hat uns heute morgen erschüttert und doch auch hier in Deutschland gibt es solche Fälle. Erst eine Ehrung, dann eine Ordnungswidrigkeit.

Durch eine achtjährige Spendenaktion kamen rund 19.000 Euro für den guten Zweck zusammen. Gisela Teuchert-Benker (68) kochte Jahr für Jahr Marmelade und verkaufte diese für einen guten Zweck. Dabei kam auch 2013 die stolze Summe von immerhin 2.851,56 Euro zusammen. Einen Teil hat Gisela an den Neustädter Verein für therapeutisches Reiten und Schwimmen, sowie an die Aktion Deutschland hilft spenden, gespendet. Immer wieder konnten sich viele verschiedene Vereine über Giselas wohltätige Tat freuen und auch über die Grenzen Schleswig-Holsteins war sie dafür bekannt. Sogar wir Netzfrauen haben schon auf ihre leckere Marmelade aufmerksam gemacht, denn sie stellte sogar ihre Rezepte zur Verfügung.

Aber damit ist nun Schluss, denn die 1946 geborene Gisela Teuchert-Benker hat den Kochlöffel an den Nagel gehängt. Sie soll für 17 Aktionstage ein Lebensmittel-Unternehmen anmelden, weil es sich laut der Mitarbeiter des Kreises, um eine regelmäßige Verkaufstätigkeit handelte.

Den behördlichen Papierkram will sich die Hobbyköchin ersparen und hat daher die Konsequenzen gezogen. „Für mich würde mit der geforderten Kommerzialisierung der Sinn meiner privaten Spendenaktion verloren gehen. Das habe ich nach langem Überlegen und mit zwei weinenden Augen hinnehmen müssen“, sagt sie. Dennoch sei sie stolz auf ihre immerhin achtjährige Spendenaktion, bei der rund 19.000 Euro für den guten Zweck zusammen kamen.

Die Kreisverwaltung sagt zwar, dass Teuchert-Benker ihre ehrenamtliche Tätigkeit jederzeit wieder aufnehmen könnte, wenn sie bereit wäre, ihre Tätigkeit beim Fachdienst Lebensmittelsicherheit anzumelden und einen Zugang zu ihrem Produktionsraum zu gewähren würde. Aber seien wir mal ehrlich, wer will seine Küche schon zu einer gewerblichen Großküche umbauen, nur damit man für einen “Guten Zweck” Marmelade kochen darf.



http://netzfrauen.org/2014/11/05/neunzig...omeless-people/

Sie ist KEIN Einzelfall wirklich nicht. Wir machen es halt nur etwas anders, im Prinzip aber kommt das gleiche raus. Ich weiss damals wo ich auf der Straße war und Gebettelt habe. Und nein, nicht aggressiv. Ich saß nur da, mit meiner Mütze vorne hingelegt und habe mein Hund gestreichelt.( in der Zeit hatte ich einen) Als ich da so saß und ihn Streichelte, kam eine Stammkundin zu mir( so nennt man das bei uns, die man schon länger kennt und man immer was kriegt) wir redeten und sie gab mir einen Zwickel und ging. In der Zeit muss uns die Polizei zugeschaut haben. Die kamen und wollten zuerst sehen ob der Hund seine Papiere usw hatte. Hatte ich da, ich glaube das hat sie geärgert ua. Dann Taschen Kontrolle, ( ich hatte etwas Geld in der Tasche aber wirklich nicht viel) das wollten die mir abnehmen. Ich war dazu nicht bereit und sagte denen: die sollen sich gefälligst selber sich Hinsetzen wenn sie Geld brauchen. Ich bin ja nicht zum Vergnügen hier um dann euch mein Geld zu geben. Ich Glaube das hat sie noch Wütender gemacht. In der Zwischenzeit kamen so viele Passanten vorbei und blieben stehen. Viele kannten mich und waren sehr sauer über die Polizisten. In der Zwischenzeit kam die Frau wieder zurück die mir den Zwickel gegeben hatte. Die war Sauer. Eine halbe Stunde Später hat die Polizei mich mit Handschellen und Fußschellen abgeführt. Und es wurden immer mehr Passanten die haben dann einen Kreis um den Polizeibus gemacht. ( da drin saß ich mit meinem Hund Bello) und die zwei Ober..... Sie konnten nicht wegfahren weil der Bus umzingelt war. ( war aber keine Gewalt mit im Spiel alles friedlich) sie haben dann Verstärkung angeschafft. So viel zum Thema Helfen. Und ich bin Wahrlich kein Einzelfall.

P.s. ich habe in der ganzen Zeit NICHT randaliert. Und es ist die Wahrheit


sehr schlau ;-)

 
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RE: Nicht nur zur Weihnachtszeit: Obdachlosigkeit

#28 von Gulliver , 12.11.2014 04:51

Ob Weihnachten oder nicht in Deutschland muss kein Deutscher obdachlos sein.
Es gibt genug Schlafstellen und auch Ausspeisungen.
Es gibt auch Organisationen, die untertags Aufhaltemöglichkeiten anbieten.

In den USA mag das anders sein.

Selbst die rumänischen Bettler bekommen Speis und Trank.
Es könnte alles viel schlechter sein.
Es gibt zu Weihnachten viele Spenden und die Hilfsorganisationen verteilen die auch.

Es gibt auch Zeitgenossen, die gerne obdachlos sind und wenn dem so ist, soll man sie lassen.
Essen können sie sich holen.
Dass wir nicht im Schlaraffenland leben wissen wir.
Die EU und der Zusammenbruch des Ostblockes haben das ihre dazu getan.
Ich gebe gerne jungen Leuten, die ein versoffenes Elternhaus haben etwas Geld.
Man glaubt nicht, wie dankbar sie sind.

 
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RE: Nicht nur zur Weihnachtszeit: Obdachlosigkeit

#29 von GG146 , 18.12.2014 21:23

In Essen verscheuchen Ordnungskräfte die Obdachlosen von warmen U-Bahn - Schächten und nehmen ihnen Schlafsäcke, Wundsalbe usw. weg:

Zitat
Obdachlosigkeit
Der Engel und die Obdachlosen vom Essener Hauptbahnhof

18.12.2014 | 11:51 Uhr

Essen. Kristina Malters kümmert sich um Obdachlose. Ulli H. hat sie womöglich vor einer Amputation bewahrt. Sie prangert die Ordnungskräfte an, die die Szene-Leute vom warmen U-Bahn-Schacht vertreiben.

(...)

So charmant unser „Engel“ wirken mag, so unerbittlich und prinzipienfest ist Kristina Malters, wenn es um die Obdachlosen in dieser Stadt geht. „Sie sind ebenfalls Essener Bürgerinnen und Bürger“, mahnt sie. Jedes Mal, wenn Ordnungskräfte ihre Kumpel bei bitterer Kälte vom warmen Schacht vertreiben, ziehe ihr ein Schauer über den Rücken. „Ich habe geheult, als einmal alles beschlagnahmt oder weggeworfen wurde: die Schlafsäcke, die Taschen mit der Kleidung und die Tüte mit den Wundsalben.“



http://www.derwesten.de/staedte/essen/de...id10152909.html

Das habe ich dort in den Kommentaren geschrieben:

Den besonders ordnungsliebenden und erzieherisch ambitionierten Mitbürgern mag es ja als clevere Idee erscheinen, Obdachlosen die Schlafsäcke wegzunehmen und sie vom warmen Abluftschacht zu vertreiben, damit sie sich ins Asyl (also aus den Augen und aus dem Sinn) scheren. Sobald aber einer der Betroffenen deswegen erfriert und der Fall vor Gericht verhandelt wird, werden die Cleverles ziemlich lange Gesichter machen.

Übrigens gilt das Grundgesetz trotz des privatrechtlichen Rahmens der Bahn AG auf ihrem Gelände unmittelbar, solange der Staat Allein- oder Mehrheitsaktionär ist:

https://www.bundesverfassungsgericht.de/...1bvr069906.html

 
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RE: Nicht nur zur Weihnachtszeit: Obdachlosigkeit

#30 von GG146 , 25.12.2016 15:29

Solche Brandanschläge haben "Tradition". Deshalb zieht kein Obdachloser den Reißverschluss seines Schlafsacks zu, wenn er sich schlafen legt.

Zitat
Überfall an U-Bahnstation

Unbekannte wollen Obdachlosen anzünden

Eine Gruppe von Männern hat in Berlin versucht, einen Obdachlosen anzuzünden. Dass der Mann unverletzt blieb, ist aufmerksamen Zeugen zu verdanken.

(...)



http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/...n-14591411.html

 
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