Krankenkassen verschicken Organspendeausweise

#1 von Klaus Pfahl , 06.11.2012 18:55

Zitat
Jeder Erwachsene soll demnach künftig regelmäßig gefragt werden, ob er zur Organspende bereit ist. Man könne die Bereitschaft erklären (Ja), sie verneinen (Nein) oder das Anschreiben auch einfach wegwerfen, teilte Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) mit. Auch die Bereitschaft, nur bestimmte Organe zu spenden, könne man erklären.



ORGANSPENDEAUSWEIS.JPG - Bild entfernt (keine Rechte)
http://www.stern.de/gesundheit/reformvor...nd-1794206.html

Ich werde den Ausweis unterschreiben und ständig bei mir tragen. Wie sagte noch Ludwig XV? "Après moi le déluge".


Die Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein macht es erträglich.

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RE: Krankenkassen verschicken Organspendeausweise

#2 von kritisches_Auge , 06.11.2012 20:08

Ich werde den Ausweis nicht unterschreiben und als ich meine Tochter fragte sagte sie sie täte es auch nicht
Für mich ist es ungeheuerlich, Menschen auszuschlachten und ich habe gelesen, dass es auch nicht erwiesen ist was ein Mensch im tiefsten Koma fühlt und wieviel er mitbekommt.
Der Mensch ist für mich kein Ersatzteillager.
Ferner ist es auch nicht erwiesen, dass sich nicht von den Organen eines anderen Menschen etwas von der Psyche auf einen überträgt, es mag wie esoterisches Geschwafele erscheinen, ich halte es für möglich.


 
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RE: Krankenkassen verschicken Organspendeausweise

#3 von Klaus Pfahl , 06.11.2012 20:33

Da ist was dran, liebe Feigina, aaber ausgeweidet wird ein Mensch erst dann, wenn er absolut keine Chance auf ein Weiterleben mehr hat. Früher galt ein Mensch als tot, wenn das Herz aufgehört hatte zu schlagen und er nicht mehr atmete. Jetzt wurde der Tod neu definiert. Ein Mensch gilt als verstorben, wenn die Hirnfunktion eingestellt ist. Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob der Mensch dann noch etwas verspürt. Vielleicht weiß jemand mehr darüber.


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RE: Krankenkassen verschicken Organspendeausweise

#4 von Gast ( gelöscht ) , 06.11.2012 20:50

Mein Körper gehört mir und niemandem sonst.
Was sagen denn die Christen.
Bei ihnen gibt es doch am jüngsten Tag eine Aufnahme mit Leib und Seele in den Himmel?
Wie soll das gehen , wenn die Organe fehlen?

Gast

RE: Krankenkassen verschicken Organspendeausweise

#5 von Klaus Pfahl , 06.11.2012 20:55

Da fällt mir gerade die Tatsache ein, dass bei Sprengstoffanschlägen, wenn jüdische Körper zerfetzt wurden, alle Teile sorgfältig eingesammelt und mit bestattet werden. Das ist eigentlich ein Widerspruch in sich, denn auch Juden lassen Organe transplantieren.


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RE: Krankenkassen verschicken Organspendeausweise

#6 von Laura , 06.11.2012 21:43

Zitat von Blitz im Beitrag #5
Da fällt mir gerade die Tatsache ein, dass bei Sprengstoffanschlägen, wenn jüdische Körper zerfetzt wurden, alle Teile sorgfältig eingesammelt und mit bestattet werden. Das ist eigentlich ein Widerspruch in sich, denn auch Juden lassen Organe transplantieren.


Auf jeden Fall handeln Juden mit Organe, ob sie selbst bereit sind ihre Innereien zu opfern, weiß ich nicht.

Organentnahme macht nur Sinn, wenn der Körpen noch lebt, die Organe durchblutet sind, und das Blut mit Sauerstoff versorgt wird. In dem Fall lebt ein Mensch noch.
Wissenschaftler haben beobachtet, dass Hirntote ihre Körpertemperatur regulieren, Infektionen und Verletzungen bekämpfen, auf Schmerzreize reagieren, verdauen und ausscheiden.

http://www.taz.de/!60829/
Es wurde sogar beobachtet, dass Hirntote bei der Organentnahme anfingen zu schwitzen und graue Haare bekamen.
Ich weiß noch nicht, ob ich unterschreiben werde.


Heute ist der 1. Tag von dem Rest meines Lebens.

 
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RE: Krankenkassen verschicken Organspendeausweise

#7 von Clara , 07.11.2012 10:53

Organhandel ist weltweit ein sehr "lukratives" Geschäft; das mag makaber klingen,dennoch ist es leider!
ein Thema.
Vielleicht erinnert man sich noch an den Film" Fleisch " von Rainer Erler aus dem Jahre 1979,in dem das "Thema "Organhandel" sehr kritisch beleuchtet wurde!
http://de.wikipedia.org/wiki/Fleisch_%281979%29


Anyway..ich denke,wie man mit dem Organspendeausweis umgeht,ob man ihn befürwortet oder eben auch nicht, ist doch eine ganz persönliche Entscheidung m.E.,die man in jedem Fall akzeptieren sollte!

In meinem Freundeskreis hat sich vor Jahren etwas ereignet,dass mich sehr unsicher gemacht hat in puncto Organspende.Es ist halt eine ganz persönliche Erfahrung, die mich nachdenklich gemacht hat..!Andererseits denke ich natürlich auch an die Menschen,die dringend ein Organ benötigen,um überleben zu können.Es kann JEDEN treffen.

Puuuh, ambivalentes Thema, das in jedem Fall mit der gebotenen Toleranz diskutiert werden sollte..so meine unerhebliche Meinung..


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RE: Krankenkassen verschicken Organspendeausweise

#8 von kritisches_Auge , 07.11.2012 12:27

Clara wenn ich zu einem Thema meine Meinung schreibe entspricht das nur meiner persönlichen Überzeugung und gerade die Vielfalt von Meinungen ermöglicht es eigenes Urteil zu überdenken, zu differenzieren oder auch weiterhin diese Ansicht zu vertreten.
Missionieren will ich nicht.


 
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RE: Krankenkassen verschicken Organspendeausweise

#9 von Clara , 07.11.2012 12:56

Zitat von Feigina im Beitrag #8
Clara wenn ich zu einem Thema meine Meinung schreibe entspricht das nur meiner persönlichen Überzeugung und gerade die Vielfalt von Meinungen ermöglicht es eigenes Urteil zu überdenken, zu differenzieren oder auch weiterhin diese Ansicht zu vertreten.
Missionieren will ich nicht.




Aber um Himmels Willen,Feigina..dann muss ich mich für meine unqualifizierte Ausdrucksweise entschuldigen!Das war eine allgemeine Betrachtung,die absolut keinen User in diesem Forum persönlich ansprechen sollte!Es tut mir sehr Leid,dass da ein Missverständnis entstanden ist.Das war wirklich keine Absicht!






Siehste,zur Strafe ist mir gerade mein Schlepptop abgestürzt..

Gruß Clara


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RE: Krankenkassen verschicken Organspendeausweise

#10 von Gast ( gelöscht ) , 07.11.2012 13:14

Ich habe nichts dagegen, wenn ein Lebender eine Niere spendet, er kann ja selber entscheiden.
Aber einem sogenannnten Hirntoten , die Organe rauszureissen ist gegen jede Menschenwürde.
Jemanden am Leben zu erhalten, obwohl er schon tot wäre ist gegen jede Ethik, finde ich.
Noch dazu die Angehörigen entscheiden zu lassen ist meiner Meinung nach gesetzeswidrig, wenn es auch kein Gesetz dagegen gibt.


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RE: Krankenkassen verschicken Organspendeausweise

#11 von kritisches_Auge , 07.11.2012 18:20

Liebe Clara, das ist doch ok, mit dir hat mein post nur indirekt etwas zu tun. Ich kann viel unbekümmerter meine Meinung äußern wenn ich immer wieder betone, dass es eben nur die meinige ist.
LG Feigina.


 
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RE: Krankenkassen verschicken Organspendeausweise

#12 von GG146 , 19.08.2013 15:04

Der Prozess um den Göttinger Organskandal hat begonnen:

Zitat
(...)

Dabei habe der Mediziner billigend in Kauf genommen, dass andere schwer kranke Patienten kein Spenderorgan erhielten und deshalb möglicherweise starben. Die Staatsanwaltschaft sieht darin versuchten Totschlag. Seit Januar sitzt der Mediziner in Untersuchungshaft. Sein Anwalt wollte aktuell vor dem Verfahren nichts sagen.

(...)

Die Staatsanwaltschaft werfe dem Arzt versuchten Totschlag vor, könne aber nicht eindeutig benennen, wer die Opfer sind, sagt der auf Strafrecht in der Medizin spezialisierte Juraprofessor Gunnar Duttge von der Uni Göttingen. „Das ist ein großes Problem.“ Auch Verteidiger Steffen Stern hatte den Vorwurf des versuchten Totschlags kurz nach der Festnahme des Arztes im Januar als „juristisch fragwürdig“ bezeichnet.

(...)



http://www.braunschweiger-zeitung.de/nac...-id1114661.html

Da bin ich allerdings ganz anderer Auffassung als der Strafverteidiger und sein professoraler Unterstützer. "Ein großes Problem" wäre die fehlende Benennung der Opfer, wenn wegen vollendeten Totschlags oder Mordes Anklage erhoben worden wäre. Für die Anklage wegen Versuchs reicht m. M. n. die manipulierte Liste der Organempfänger völlig aus. Da stehen ja die Leute drauf, die nach unten manipuliert und so in eine erhöhte Lebensgefahr gebracht wurden.

Eine andere juristische Frage wird in dem Artikel gar nicht angesprochen: Wieso wird eigentlich wegen versuchten Totschlags angeklagt und nicht wegen versuchten Mordes? Meines Wissens ging es bei den Manipulationen u. a. auch um Geld, das müsste eigentlich für das Mordmerkmal "Habgier" reichen. Außerdem muss man da noch über das Mordmerkmal "Heimtücke" nachdenken. Schließlich hat der Arzt die mangelhafte Sicherung der Richtigkeit der Rangfolge auf der Spenderliste durch mehrere Entscheider und den ihm dadurch gewährten Vertrauensvorschuss gezielt ausgenutzt. Dass die Arglosigkeit der Kollegen und die daraus resultierende Wehrlosigkeit der nach unten manipulierten Patienten auf der Empfängerliste möglicherweise ihrerseits ein fahrlässiges Organisationsverschulden darstellt, ändert daran nichts.

 
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RE: Krankenkassen verschicken Organspendeausweise

#13 von Schiffskatze , 19.08.2013 23:21

Krankenkassen verschicken Organspendeausweise?
Das Porto können die sich bei mir sparen. Ich spende nicht!
Das Einzige, was ich machen würde, wäre einem nahen Angehörigen eine Niere oder eine Rückenmarkspende zur Verfügung zu stellen. Sonst nichts!


 
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RE: Krankenkassen verschicken Organspendeausweise

#14 von kritisches_Auge , 20.08.2013 15:02

Ich habe meine Meinung nicht geändert, bei mir landete der Ausweis sofort zerrissen im Papierkorb.

 
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RE: Krankenkassen verschicken Organspendeausweise

#15 von Klaus Pfahl , 04.10.2013 16:37

Ich habe den Ausweis von meiner Krankenkasse erhalten und nach großem Zögern unterschrieben. All zu viel wird von mir nicht mehr zu holen sein.


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