Gedichte

#1 von Sheppard ( gelöscht ) , 04.05.2010 15:43

Welche Gedichte findet ihr am besten oder haben euch beeindruckt ?

Ich fang mal an.

Es gibt weder Glück noch Unglück auf dieser Welt , sondern nur den Vergleich des einen Zustandes mit dem anderen. Nur derjenige , der das tiefste Unglück empfunden hat , ist fähig , das höchste Glück zu begreifen und zu würdigen. Man muss den Tod gewolt haben um zu wissen , wie gut es ist zu Leben.

Verfasser anonym


mfg Sheppard


La Dolce Vita

Sheppard
zuletzt bearbeitet 04.05.2010 16:26 | Top

RE: Gedichte

#2 von Vingilot ( gelöscht ) , 04.05.2010 16:19

Verblassendes Gold

Bunt ist der Oktober.
Hektische Weißglut weicht gediegenem, kühlen Gold.
Ein Abschied steht bevor.
Pure Kraft weicht ruhiger Stärke.
Nebelschwaden ziehen, steigen, verhüllen den goldenen Glanz,
verkünden kommendes Grau.

Bunt sind die Wälder.
Kräftig lebendiges Grün weicht warmem Gold.
Das Jahr nimmt Abschied.
Leben und Energie weichen zurück in abwartende Speicher und Kammern.
Schleichend mischt sich verdorrtes Braun ins Blättergold,
verkündend kommende kahle Eintönigkeit.

Still ist der See.
Übermütig fröhliches Geplätscher weicht der goldenen Lichterstraße.
Libellen und Vögel nehmen Abschied.
Helle, sonnenwarme Lebensfreude sinkt hinab in dunkle, ernüchternde Tiefe.
Schattenflecken tanzen auf fleckig werdendem Gold,
Vorboten des schleichenden Abschieds.

Golden ist das Zeitalter.
Unbeschwerter Luxus und Friede erstrahlen sanft golden.
Ein letzter goldener Abend bricht an.
Satte Selbstverständlichkeit weicht wehmütiger Nostalgie.
Sturmkrähen kreisen, krächzen, hässliche Schattenflecken vor der untergehenden Sonne,
verkünden den nahenden Umbruch.

Golden sind meine Tage.
Sträfliches Nicht Beachten weicht erschrockenem Verständnis.
Ein letztes goldenes Geschenk zum Abschied.
Selbstmitleid und Hader weichen sanftem Schweben.
Tiefe Traurigkeit und Schmerz werden verschleiert, gedämpft im Glanz der goldenen Tage.
Sanftes Schweben im Bewusstsein des goldenen Augenblicks.

Nebel verschleiern die Tage.
Weißer Schleier vor verblasstem Gold.
Bedeckt was war, bedeckt was ist,
verhüllt was kommen mag,
beruhigt, konserviert.
Verhüllte Pracht,
erstarrt in neutralem Weiß.

Mittwinternacht, längste Nacht.
Ausgeatmet.
Die Welt hat ausgeatmet.
Die Luft ist draußen.
Die Vergangenheit, das Diesseits
endet hier.
Die Zukunft hat noch nicht begonnen.
Es gibt nur noch das Jetzt, den Augenblick.
Natur, Leben, Gedanken, Zeit verharren
atemlos, zeitlos, ruhend,
hier am Ende,
hier am Anfang,
hier,
in der Magie des Augenblicks.

Seht den Mittsommermorgen,
gekleidet in feierliches Weiß
öffnet weit die Tore.
Tore hinter uns, Tore vor uns, Tore in uns.

Verblasstes Gold begehren wir nicht länger,
verschließen wir fest hinter uns,
nehmen nur den Glanz mit uns,
schließen ihn ein in uns,
ohne Wehmut
doch in dankbarer Unvergesslichkeit,
auf dass er erstrahle in Ewigkeit.

Mit Glanz in uns wollen wir schreiten durch das Tor,
frei von der Last verblasster Schätze.
Um uns die Nacht,
hinter uns die Vergangenheit,
steht uns nur eine Richtung offen.


Wir wandern unter Bäumen weit vom Meer,
jedoch das Sternenlicht,
des Westens, wir vergessen's nicht.

Vingilot

RE: Gedichte

#3 von Kreuzritter , 04.05.2010 16:22

Zitat von Sheppard

Es gibt weder Glück noch Unglück auf dieser Welt , sondern nur den Vergleich des einen Zustandes mit dem anderen. Nur derjenige , der das tiefste Unglück empfunden hat , ist fähig , das höchste Glück zu begreifen und zu würdigen. Man muss den Tod gewolt haben um zu wissen , wie gut es ist zu Leben.

Verfasser anonym



Also, das ist mitnichten anonym, das ist ein Zitat von Alexandre Dumas. ;)

Aber ich stell gern eins ein, das ich gut finde:



Vereinsamt

Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein, -
Wohl dem, der jetzt noch - Heimat hat!

Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
Vor Winters in die Welt entflohn?

Die Welt - ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends Halt.

Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg, Vogel, schnarr
Dein Lied im Wüstenvogel-Ton! -
Versteck, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein, -
Weh dem, der keine Heimat hat!

Friedrich Nietzsche


Non nobis Domine, non nobis, sed nomini tuo da gloriam!

 
Kreuzritter
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zuletzt bearbeitet 04.05.2010 | Top

RE: Gedichte

#4 von Sheppard ( gelöscht ) , 05.05.2010 19:53

Zitat von Kreuzritter

Zitat von Sheppard

Es gibt weder Glück noch Unglück auf dieser Welt , sondern nur den Vergleich des einen Zustandes mit dem anderen. Nur derjenige , der das tiefste Unglück empfunden hat , ist fähig , das höchste Glück zu begreifen und zu würdigen. Man muss den Tod gewolt haben um zu wissen , wie gut es ist zu Leben.

Verfasser anonym



Also, das ist mitnichten anonym, das ist ein Zitat von Alexandre Dumas. ;)




Achso auf der Seite von der ich das habe stand anonym, da werd ich nächstes mal ein bisschen genauer recherchieren. (:

mfg Sheppard

Sheppard

RE: Gedichte

#5 von Schimmerlos ( gelöscht ) , 05.05.2010 23:15

Ich liebe Gedichte über alles und wüßte gar nicht, wo ich anfangen soll.

Nur ein kleines Beispiel von einem Mann, den ich für einen der größten Dichter Deutschlands halte.


Ach was muß man oft von bösen
Kindern hören oder lesen!
Wie zum Beispiel hier von diesen,



Welche Max und Moritz hießen.
Die, anstatt durch weise Lehren
Sich zum Guten zu bekehren,
Oftmals noch darüber lachten
Und sich heimlich lustig machten.
Ja, zur Übeltätigkeit,
Ja, dazu ist man bereit!
Menschen necken, Tiere quälen,
Äpfel, Birnen, Zwetschen stehlen
Das ist freilich angenehmer
Und dazu auch viel bequemer,
Als in Kirche oder Schule
Festzusitzen auf dem Stuhle.

Aber wehe, wehe, wehe,
Wenn ich auf das Ende sehe!!
Ach, das war ein schlimmes Ding,
Wie es Max und Moritz ging.
Drum ist hier, was sie getrieben,
Abgemalt und aufgeschrieben.


Wilhelm Busch


Die Waffen nieder!
Bertha von Suttner

Schimmerlos

RE: Gedichte

#6 von Sheppard ( gelöscht ) , 08.05.2010 21:16

Vergessen

Jemanden zu vergessen, den man mag,
ist schwierig.
Jemanden zu vergessen, den man sehr mag,
ist noch schwieriger.
Jemanden zu vergessen, den man liebt,
ist am schwierigsten.
Ja, dich zu vergessen,
ist unmöglich.

mfg Sheppard


La Dolce Vita

Sheppard

RE: Gedichte

#7 von Klaus Pfahl , 08.05.2010 21:19

Zitat von Sheppard
Vergessen

Jemanden zu vergessen, den man mag,
ist schwierig.
Jemanden zu vergessen, den man sehr mag,
ist noch schwieriger.
Jemanden zu vergessen, den man liebt,
ist am schwierigsten.
Ja, dich zu vergessen,
ist unmöglich.

mfg Sheppard



Das ist ein schönes Gedicht zum Muttertag. Vielleicht hast Du noch eine passende Postkarte mit Blumen übrig.

Gruß
Blitz


Die Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein macht es erträglich.

Honoré de Balzac

 
Klaus Pfahl
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Registriert am: 07.03.2010

zuletzt bearbeitet 10.05.2010 | Top

RE: Gedichte

#8 von Sheppard ( gelöscht ) , 08.05.2010 21:23

Zitat von Blitz

Zitat von Sheppard
Vergessen

Jemanden zu vergessen, den man mag,
ist schwierig.
Jemanden zu vergessen, den man sehr mag,
ist noch schwieriger.
Jemanden zu vergessen, den man liebt,
ist am schwierigsten.
Ja, dich zu vergessen,
ist unmöglich.

mfg Sheppard



Das ist ein schönes Gedicht zum Muttertag. Vielleicht hast Du noch eine passende Postkarte mit Blumen übrig.

Gruß
Blitz



Ja eine passende Postkarte habe ich noch, Danke Blitz, das ist eine Gute Idee.

mfg Sheppard


La Dolce Vita

Sheppard
zuletzt bearbeitet 08.05.2010 21:24 | Top

RE: Gedichte

#9 von Sheppard ( gelöscht ) , 08.05.2010 21:31

Weißt Du, was Liebe ist?

Weißt Du, was Liebe ist ?
Liebe ist wie ein Gedicht,
Ein Gedicht - vom Frühling geschrieben,
vom Sommer diktiert,
vom Herbst gelesen,
vom Winter erträumt.
Weißt Du, was Liebe ist ?
Liebe ist wie ein Tautropfen,
Ein Tautropfen - von der Luft bewegt,
von der Sonne erwärmt,
vom Blatt abperlend
von der Erde gierig getrunken.
Weißt Du, was Liebe ist ?
Liebe ist wie der Wind,
Wind - der sanft Deine Wangen streift,
der heftig Dir das Haar zerzaust,
der trocknet Dir Deine feuchten Augen,
der leise durch die Äste weht.
Weißt Du, was Liebe ist ?
Liebe - ist mehr, als nur ein Wort,
mehr, als nur ein Gedanke,
mehr, als nur ein Gefühl.
Liebe ist das, was ich für Dich empfinde.

von Celine Rosenkind


mfg Sheppard


La Dolce Vita

Sheppard

RE: Gedichte

#10 von Schimmerlos ( gelöscht ) , 09.05.2010 00:03

Es läßt sich so schön leiden, wenn man verliebt ist, ob glücklich, oder unglücklich.

Hier ein Seufzer von Heinriich Heine!

Die liebste Stimme
Sterne mit den goldnen Füßchen
Wandeln droben bang und sacht,
Daß sie nicht die Erde wecken,
Die da schläft im Schoß der Nacht.

Horchend stehn die grünen Wälder,
Jedes Blatt ein grünes Ohr,
Und der Berg, wie träumend streckt er
Seinen Schattenarm hervor.

Doch was rief dort? In mein Herze
Dringt der Töne Widerhall,
War es der Geliebten Stimme -
Oder nur die Nachtigall?

von Heinrich Heine


Die Waffen nieder!
Bertha von Suttner

Schimmerlos

RE: Gedichte

#11 von Lena ( gelöscht ) , 10.05.2010 15:01

Zitat von Sheppard
Vergessen

Jemanden zu vergessen, den man mag,
ist schwierig.
Jemanden zu vergessen, den man sehr mag,
ist noch schwieriger.
Jemanden zu vergessen, den man liebt,
ist am schwierigsten.
Ja, dich zu vergessen,
ist unmöglich.

mfg Sheppard



Das find ich voll süßß Sheppard



Freunde <3

Manche Menschen haben
Geld, Macht und sind bekannt
doch ich habe das ALLERBESTE
was es auf dieser Welt gibt...
Da ist Reichtum und Macht unwichtig...
Denn ich habe dich..!


In Liebe Lena


Lena

RE: Gedichte

#12 von Schimmerlos ( gelöscht ) , 10.05.2010 16:03

Wenn zwei von einander scheiden,
so geben sie sich die Händ,
und fangen an zu weinen,
und seufzen ohne End.
Wir haben nicht geweinet,
wir seufzten nicht Weh und Ach!
Die Tränen und die Seufzer,
die kommen hinten nach,

Heinrich Heine


Die Waffen nieder!
Bertha von Suttner

Schimmerlos

RE: Gedichte

#13 von Zaunkönig , 10.05.2010 21:04

Ich denke stets an dich,
ganz gleich, wo du auch bist.

Wir beten das all die Sorgen schwinden,
und hoffen, dass unsere Herzen verschmelzen.
Nun schreite ich voran,
um diesen einen Traum zu verwirklichen.

Aber wer weiß...?
Vielleicht ist es nicht so schwer,
eine neue Reise anzutreten-
oder hat sie gar schon begonnen?

Es gibt so viele Welten.
Doch sind sie alle verbunden-
unter demselben Firmament,
mit demselben Schicksal.

http://final-hearts.de/forum-t1396-0.html

Euer Zaunkönig


Aufpassen, es kommt ein Vogel gezwitschert.

 
Zaunkönig
2.Steuermann
Beiträge: 776
Registriert am: 22.03.2010

zuletzt bearbeitet 10.05.2010 | Top

RE: Gedichte

#14 von Rotkäppchen ( gelöscht ) , 11.05.2010 16:18

Christian Morgenstern

Es ist Nacht


Es ist Nacht,

und mein Herz kommt zu dir,

hält's nicht aus,

hält's nicht aus mehr bei mir.



Legt sich dir auf die Brust,

wie ein Stein,

sinkt hinein,

zu deinem hinein.

Dort erst

dort erst kommt es zur Ruh,

liegt am Grund

seines ewigen Du.

Rotkäppchen

RE: Gedichte

#15 von Sheppard ( gelöscht ) , 23.05.2010 02:01

Liebe ist...

Die Blüte der Nacht,
Das, was über alles wacht,
Der Baum des Lebens,
Der Sinn allen Strebens,
Der Zahn der Zeit,
Manchmal auch das Leid,
Die Göttin im Menschen,
Die Hoffnung trotz Differenzen,
Das wahre Vertrauen,
Der Kuss im Morgengrauen!

mfg Sheppard


La Dolce Vita

Schlagfertig ist jede Antwort, die so klug ist, daß der Zuhörer wünscht, er hätte sie gegeben.

(Elbert Hubbard, am. Essayist, 1856-1915)

Sheppard

   

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