Ölpest im Golf von Mexiko

#1 von Schimmerlos ( gelöscht ) , 30.04.2010 22:13

Der britische Ölkonzern BP hat die "volle Verantwortung" für die Ölpest im Golf von Mexiko übernommen. Eine BP-Sprecherin sagte der Nachrichtenagentur AFP in New York, der Konzern werde sich um die Beseitigung des Ölteppichs kümmern und komme für "berechtigte Ansprüche" bei Schäden auf. Die ersten Ausläufer des Ölteppichs erreichten die Küste Louisianas und bedrohen dort ein einzigartiges Ökosystem. Nach dem US-Bundesstaat Louisiana rief auch Florida den Notstand aus.



http://de.news.yahoo.com/2/20100430/tts-...fu-c1b2fc3.html

Zitat
Der Mensch als Mörder der Umwelt?
In den Nachrichten kam die Meldung , es gäbe keine Hilfe mehr.
Shocking!


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Schimmerlos

RE: Ölpest im Golf von Mexiko

#2 von Kreuzritter , 01.05.2010 00:01

Klar, das ist schlimm, und es trifft eine sehr schöne Gegend.

Muss vermieden werden, wenn möglich, und die Ursachen, warum die Absperrventile so
katastrophal versagten, müssen auch herausgefunden werden.

Ich möchte aber noch eins zu bedenken geben:

Erdöl ist ein natürliches Produkt. Es ist durch natürliche Prozesse entstanden, und es ist
da. Erdöl würde auch ohne menschliches Zutun irgendwann an die Oberfläche kommen - die
Erde befindet sich im ständigen Wandel. Natürlich nicht zu diesem Zeitpunkt, den hat
der Mensch verursacht. Aber irgendwann schon. Und es gab auch früher schon natürliche
Erdölvorkommen direkt an der Erdoberfläche. Die frühesten dokumentierten Funde gab
es in Mesopotamien vor ~10.000 Jahren. Wenn man heute nach Hänigsen fährt (liegt
zwischen Hannover und Braunschweig), kann man dort das Freilichtmuseum Teerkuhle
am Kuhlenberg besichtigen, in dem immer noch Erdöl an der Erdoberfläche abgeschöpft
werden kann.

Erdöl ist in der Natur abbaubar. Im warmen, bewgten Wasser des Golfs von Mexiko schneller
als zB auf dem Bodensee. Ja, das ist eine Katastrophe. Und, Ja, die Natur wird viele Jahre
brauchen, bis sie sich erholt. Aber sie wird sich erholen.


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RE: Ölpest im Golf von Mexiko

#3 von Klaus Pfahl , 05.05.2010 17:58

Im persischen Golf steigt permanent Erdöl an die Wasseroberfläche. Bei den hohen Temperaturen verdampfen die leichten Ölanteile, und die schweren (Teer, Bitumen) sinken als Klumpen auf den Meeresgrund und werden durch Sedimente wieder abgedeckt.
Bei der Katastrophe im Golf von Mexiko bleibt nur zu hoffen, daß der Meeresboden einigermaßen eben ist, damit die große Glocke über der Bohrstelle stabil plaziert werden kann. Aus dieser Glocke kann dann das Öl kontrolliert abgepumpt werden.

Gruß
Blitz


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RE: Ölpest im Golf von Mexiko

#4 von Klaus Pfahl , 07.05.2010 18:00

Der Ölkonzern BP hat damit begonnen, über dem größten Ölleck im Golf von Mexiko eine Stahlkuppel abzusenken. Die Konstruktion muss rund 1500 Meter tief abgeseilt werden.

http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/...aid_505765.html

Wenn diese Maßnahme gelingt, muß noch ein weiteres Leck abgedichtet werden.

Gruß
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RE: Ölpest im Golf von Mexiko

#5 von Schimmerlos ( gelöscht ) , 10.05.2010 16:19

Ölpest kostete BP bisher 350 Millionen Dollar
Das Bohrleck im Golf von Mexiko kommt dem britischen Ölkonzern BP teuer zu stehen. Bisher musste der Branchenriese 350 Millionen Dollar zahlen. Darin enthalten sind die Ausgaben für Sofortmaßnahmen, Arbeiten zur Eindämmung der Ölpest, die Bohrung eines Entlastungsausgangs, Verpflichtungen gegenüber den US-Bundesstaaten an der Küste und gegenüber Washington sowie Gerichtskosten.



Nach dem jüngsten misslungenen Abdichtungsversuch des undichten Bohrlochs mittels einer großen Stahlbetonglocke prüft der Ölkonzern drei Alternativlösungen. Die Expertenkönnten demnach versuchen, eine kleinere Version einer Stahlbetonglocke einzusetzen. Diese sei aber nicht vor Dienstag einsatzbereit. Der Wissenschaftler Philip Johnson von der Universität Alabama zeigte sich aber skeptisch. Es sei zu vermuten, dass auch die kleinere Betonglocke anfällig für Eisbildung sei.


Die Experten überlegen auch, das Leck am Meeresgrund mit Lehm und Beton abzudichten. Diese "Top Kill" genannte Technik benötigt allerdings zwei bis drei Wochen. Eine dritte Möglichkeit ist nach BP-Angaben, die Steigleitung abzuschneiden und durch eine größere zu ersetzen. Dies sei aber die am wenigsten favorisierte Lösung, da sie das Ausströmen des Öls zunächst steigern würde.


Außerdem wird die Bohrung eines Entlastungsausgangs weiter vorangetrieben, der den Strom des Öls aus dem beschädigten Bohrkopf zum Versiegen bringen könnte. Die Arbeiten begannen vor einer Woche und dauern voraussichtlich drei Monate. BP wies darauf hin, dass alle Techniken, die angewendet oder geprüft würden, noch niemals zuvor unter den bestehenden Bedingungen getestet worden seien.


Bis Sonntag gelangten mehr als 13 Millionen Liter Rohöl ins Meer. Das ist knapp ein Drittel der Menge, die 1989 bei der Havarie der "Exxon Valdez" in Alaska austrat.

http://nachrichten.at.msn.com/chronik/ar...entid=153338357


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RE: Ölpest im Golf von Mexiko

#6 von Klaus Pfahl , 10.05.2010 18:46

Es bleibt zu hoffen, daß die Ölgesellschaften aus dem Fall gelernt haben. Eine solche Katastrophe war nicht eingeplant. Für Pannen dieser Art sollte immer ein funktionierender Plan B vorhanden sein.

Gruß
Blitz


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aber das Vergessen allein macht es erträglich.

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RE: Ölpest im Golf von Mexiko

#7 von Nemesis , 19.06.2010 15:17

Hochinteressanter Artikel

http://www.mmnews.de/index.php/etc/5810-...r-gesamten-welt

Die Ölkatastrophe am Golf von Mexiko ist nicht mehr zu kontrollieren. Es droht das Horrorszenario von globaler Umweltverschmutzung bis hin zur Tsunami-Katastrophe durch explodierendes Methan. Es zeigt sich wieder einmal: Darf der Mensch alles tun, was moderne Technik erlaubt? Oder schaufeln wir uns unser eigenes Grab - weil wir "Geister, die wir riefen", nicht wieder los werden? Nach Aussagen einiger zugänglicher Wissenschaftler befinden sich auf dem Grund des dortigen Meeres spezielle Methanverbindungen in großen Mengen. Dieses Gas ist durch eine Art „Eis-Hülle“ sehr stark komprimiert. Der Meeresboden selbst ist relativ dünn und darunter befinden sich unglaubliche Öl-Mengen in einem offenbar sehr heißen Gebiet. Durch den unkontrollierten Austritt dieser warmen Mengen schmelzen die Methan-Hüllen auf, wodurch das Gas zu riesigen Ausmaßen expandiert. In Funksprüchen gaben Augenzeugen an, dass eine gigantische Blase aus dem Meer emporstieg, bevor die Ölplattform in die Tiefe „gerissen“ wurde.

 
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RE: Ölpest im Golf von Mexiko

#8 von Vingilot ( gelöscht ) , 19.06.2010 15:40

Zitat von Kreuzritter
Klar, das ist schlimm, und es trifft eine sehr schöne Gegend.

Muss vermieden werden, wenn möglich, und die Ursachen, warum die Absperrventile so
katastrophal versagten, müssen auch herausgefunden werden.

Ich möchte aber noch eins zu bedenken geben:

Erdöl ist ein natürliches Produkt. Es ist durch natürliche Prozesse entstanden, und es ist
da. Erdöl würde auch ohne menschliches Zutun irgendwann an die Oberfläche kommen - die
Erde befindet sich im ständigen Wandel. Natürlich nicht zu diesem Zeitpunkt, den hat
der Mensch verursacht. Aber irgendwann schon. Und es gab auch früher schon natürliche
Erdölvorkommen direkt an der Erdoberfläche. Die frühesten dokumentierten Funde gab
es in Mesopotamien vor ~10.000 Jahren. Wenn man heute nach Hänigsen fährt (liegt
zwischen Hannover und Braunschweig), kann man dort das Freilichtmuseum Teerkuhle
am Kuhlenberg besichtigen, in dem immer noch Erdöl an der Erdoberfläche abgeschöpft
werden kann.

Erdöl ist in der Natur abbaubar. Im warmen, bewgten Wasser des Golfs von Mexiko schneller
als zB auf dem Bodensee. Ja, das ist eine Katastrophe. Und, Ja, die Natur wird viele Jahre
brauchen, bis sie sich erholt. Aber sie wird sich erholen.



Sehr kreativ!
Diese Art der Pro-Ölindustrie-Verteidigung habe ich bisher noch nie gelesen.
Ich könnte herzlich darüber lachen, wenn es nicht so katastrophal wäre.
"Erdöl ist ein natürliches Produkt"

Ich werde diese Art der Argumentation mal in einem anderen Beispiel anwenden:
Kohlenmonoxyd ist auch ein "natürliches Produkt", deshalb ist es vertretbarer, Menschen mit CO zu ersticken als mit einem künstlichen Kampfgas.


Wir wandern unter Bäumen weit vom Meer,
jedoch das Sternenlicht,
des Westens, wir vergessen's nicht.

Vingilot
zuletzt bearbeitet 19.06.2010 15:42 | Top

RE: Ölpest im Golf von Mexiko

#9 von Klaus Pfahl , 19.06.2010 17:42

Steigen bei geologischen Verwerfungen oder anderer Ursachen plötzlich riesige Mengen Methan an die Wasseroberfläche, können selbst große Schiffe plötzlich fast wie im freien Fall in die Tiefe verschwinden. Es fehlt den Fahrzeugen dann an dem nötigen Auftrieb im Wasser, weil das Gas leichter als die Schiffe ist.

Gruß
Blitz


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RE: Ölpest im Golf von Mexiko

#10 von Vingilot ( gelöscht ) , 19.06.2010 18:23

Die Furze Poseidons, sozusagen.


Wir wandern unter Bäumen weit vom Meer,
jedoch das Sternenlicht,
des Westens, wir vergessen's nicht.

Vingilot

RE: Ölpest im Golf von Mexiko

#11 von Buschflieger ( gelöscht ) , 16.07.2010 13:53

Das Bohrloch schein jetzt dicht zu sein. Von vielen unbeachtet verwandelt sich das Nigerdelta in eine ökologische Katastrophe. Verantwortlich dafür ist die britischen Shell-Company:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/oe...ng-weg-1.446567

MfG


Buschflieger

   

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