wer hat schon Erfahrungen mit den Zeugen Jehovas gemacht?

#1 von Klaus Pfahl , 18.10.2011 19:45

Vor ein paar Tagen standen zwei sauber gekleidete Damen vor meiner Tür und wollten mit mir über Gott sprechen. Die ältere der beiden hatte bereits fast einen Fuß in der Tür. Auf meinen Einwand, dass ich kein Interesse an den Zeugen habe, ließen sie nicht locker und rückte mir noch mehr auf die Pelle. Er als ich energisch meinen Tonfall erhob, ließen sie zögerlich locker und machten sich wieder auf den Weg.


Die Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein macht es erträglich.

Honoré de Balzac

 
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RE: wer hat schon Erfahrungen mit den Zeugen Jehovas gemacht?

#2 von Gast ( Gast ) , 18.10.2011 20:04

Ich bin mit einer Familie befreundet, sie wissen, dass ich nicht besonders religiös bin.
Sie sind nett und hilfsbereit.
Alle Achtung, da könnten sich manche Christen eine Scheibe abschneiden.

Gast

RE: wer hat schon Erfahrungen mit den Zeugen Jehovas gemacht?

#3 von Laura , 19.10.2011 12:55

Ich kenne auch Zeugen Jehovas und ihr privates Leben. Wie jeder sein Leben gestalten will, sollte ihm selbst überlassen bleiben. Keiner hat jedoch das Recht das Leben seiner Kinder zu zerstören. Bei den Zeugen gibt es keine christlichen Feiertage wie Weihnachten oder Ostern, keinen Kontakt zu Andersgläubigen, keine Erste Hilfe bei schweren Unfällen( Verbot der Bluttransfusion). Kurz zusammen gefasst: Das Leben unter den Zeugen Jehovas ist nichts als eine harte Gehirnwäsche, und das sollte verboten sein.


Heute ist der 1. Tag von dem Rest meines Lebens.

 
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RE: wer hat schon Erfahrungen mit den Zeugen Jehovas gemacht?

#4 von Gast ( Gast ) , 19.10.2011 19:18

Die Zeugen, die ich kenne sind weltaufgeschlossen und auch politisch interessiert.
Wählen gehen sie nicht, das machen andere auch nicht.
Ihre Kinder studieren an einer normalen Universität und waren auch in der Schule sehr beliebt.
Es gibt in allen Religionen Fanatiker und Nichtfanatiker.
Ich kann sie nur um ihren festen Glauben beneiden.

Gast

RE: wer hat schon Erfahrungen mit den Zeugen Jehovas gemacht?

#5 von Germanicus ( gelöscht ) , 19.10.2011 20:18

Ich halte von den Sekten überhaupt garnichts. Ob es Mormonen, die Zeugen oder Scientologen sind, sie alle haben eines gemeinsam, die wollen nur an Dein Geld. Das gilt für alle Religionen die missionieren.

Germanicus

RE: wer hat schon Erfahrungen mit den Zeugen Jehovas gemacht?

#6 von kritisches_Auge , 19.10.2011 20:46

Ich verstehe die Nachricht von Gast nicht.
Mir ist bekannt, dass die Zeugen ohne Erbarmen jemand ausschließen der mit
einem Nicht- Zeugen zusammen ist, dass Mitglieder ausgeschlossen werden die
gelegentlich rauchen oder trinken und das allerschlimmste- Blutspenden, aktive
und passive sind verboten.
Bei den Zeugen hilft meiner Meinung nach nur eins: die Türe vor der Nase
zuzuknallen.
Ich bin kein Atheist und gerade darum Gegner von allen religiösen Fanatikern.


 
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RE: wer hat schon Erfahrungen mit den Zeugen Jehovas gemacht?

#7 von Klaus Pfahl , 19.10.2011 20:51

So schnell schließen die Zeugen kein Mitglied aus. Die brauchen das monatliche Einkommen. Abweichler werden psychisch weichgeklopft.


Die Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein macht es erträglich.

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RE: wer hat schon Erfahrungen mit den Zeugen Jehovas gemacht?

#8 von kritisches_Auge , 22.10.2011 22:29

Ich kenne eine Frau die mit einem Zeugen zusammen war, bei ihm verhielt es sich so.


 
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RE: wer hat schon Erfahrungen mit den Zeugen Jehovas gemacht?

#9 von bernhard44 ( gelöscht ) , 22.10.2011 23:56

Zitat von Blitz

Vor ein paar Tagen standen zwei sauber gekleidete Damen vor meiner Tür und wollten mit mir über Gott sprechen. Die ältere der beiden hatte bereits fast einen Fuß in der Tür. Auf meinen Einwand, dass ich kein Interesse an den Zeugen habe, ließen sie nicht locker und rückte mir noch mehr auf die Pelle. Er als ich energisch meinen Tonfall erhob, ließen sie zögerlich locker und machten sich wieder auf den Weg.


Nimms ihnen nicht übel, die Zeugen sind manchmal sehr ungeschickt bei ihren Missionierungsversuchen. Im Grunde wollten sie dein Leben retten, denn nach ihrer Auffassung werden am Jüngsten Tag nur die auferstehen, die Zeugen Jehovas waren, alle anderen bleiben tot.

Während der NS-Willkürherrschaft lehnten die Zeugen den Kriegsdienst ab und wurden dafür massenweise in KZs ermordet, so stark war ihr Glaube.

Btw, mein Schwager schrieb seine Magisterarbeit über die Zeugen. Er lebte etwa 1 Jahr in einer ZJ-Familie. Während der Zeit bauten die Zeugen (in wenigen Wochen) ein Gemeindezentrum auf. Jeder der handwerklich etwas konnte, beteiligte sich daran, wer Geld hatte, finanzierte das Baumaterial.


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bernhard44

RE: wer hat schon Erfahrungen mit den Zeugen Jehovas gemacht?

#10 von Gast ( Gast ) , 23.10.2011 01:18

Genauso ist es Bernhard
Sie helfen zusammen.
Wenn jemand gehen will dann geht er eben.
Da gibt es keine Sanktionen.
Sie dürfen Wein trinken, aber sollen nicht rauchen.
Beim Werben verhalten sie sich wirklich oft ungeschickt.

Die Räubergeschichten, die man so hört stammen meistens von solchen die ausgeschlossen wurden.
Ich kann nach allem fragen, wie es bei ihnen so zugeht und ich bekomme ehrliche Antworten.
Sie starben in Scharen im KZ wegen der Verweigerung der Wehrpflicht.
Trotzdem haben sie ihrem Glauben nicht abgeschworen.
Irgendwie, wie die frühen Christen.

Mit den Methoden der Scientologen haben sie nichts zu tun.
Sie betreiben keine Gehirnwäsche.
Übrigens Mormonen kenne ich nur wenn sie Werbung machen.
Sie sind höfliche und freundliche junge Menschen und wollen einem zu nichts zwingen.

Mit Sekten habe ich auch nichts am Hut, aber die Zeugen sind als Kirche anerkannt.
Übrigens ist der Trend Zeuge zu werden rückläufig.

Ich bin nichts von alledem , Agnostiker bin ich, das wissen sie auch.

Gast

RE: wer hat schon Erfahrungen mit den Zeugen Jehovas gemacht?

#11 von bernhard44 ( gelöscht ) , 23.10.2011 01:41

Zitat von Gast

Wenn jemand gehen will dann geht er eben.
Da gibt es keine Sanktionen.


Jein, die Welt der Zeugen ist ein geschlossenes System, wie bei vielen Sekten. Und es existieren Abwehrmechanismen gegen die Realität. Was nicht ins Konzept passt, wird IMHO als Wirken des Satans in der Welt erklärt.

Zwar gibt es keine Strafen für Abtrünnige, aber die Zeugen versuchen schon energisch jemanden zurückzugewinnen, denn wer geht, wird nach seinem Tod nicht wieder auferstehen. Und davor möchten sie ihn bewahren.

Zudem ist es für einen Zeugen selbst sehr schwierig auszusteigen. Wer erstmal drin ist, die Dogmen der ZJ adaptierte, soziale Kontakte in der Sekte knüpfte und die Brücken zu seinem vorherigen Leben abbrach, kommt aus eigener Kraft kaum raus. Noch schwieriger ist der Ausstieg, wenn man in die Sekte hineingeboren wurde.


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RE: wer hat schon Erfahrungen mit den Zeugen Jehovas gemacht?

#12 von Gast ( Gast ) , 23.10.2011 02:10

Letzteres mag stimmen.
Es gibt aber überall solche und solche.
Die ich kenne, die tratschen mit jedermann und haben zu ihren Nichtzeugenfamilien engen Kontakt.
Es hat sich Vieles gewandelt bei ihnen.

Es ist so:
ca. 144tausend kommen direkt ins Himmelreich, 8000 Plätze sind noch frei,das sind die, die ein besonders gutes Leben geführt haben, die anderen werden nach dem Weltuntergang auf dieser Welt weiterleben.
So wurde es mir vor ein paar Jahren erzählt.
Wie das gehen soll, weiß ich nicht.
Ich bin aber nicht so neugierig, dass ich da weiterfrage.
Mir ist wichtig, dass sie hilfsbereit sind, er ist Elektiker, den kann man immer brauchen.
Sie wollen nichts annehmen, nur wenn ich darauf dränge.
Dass sie Wein trinken dürfen weiß ich, ein guter Rotwein schmeckt ihm.
Ansonsten sollten sie ein halbwegs anständiges Leben führen.
Ehebruch und solche Sachen sind nicht so erwünscht, aber sehr schnell wird niemand ausgeschlossen.
Sie sind glücklich dabei, darauf kommt es an.
Wenn ich auch so fest glauben könnte, wäre ich froh.
Sie müssen mindestens einmal in der Woche werben gehen und sie haben 2 x in der Woche abends Bibelabende.

Sie können Sport betreiben und haben auch ihre Vergnügungen-Tanzabende usw.
Wer damit selig wird, der soll es doch sein.

Gast

RE: wer hat schon Erfahrungen mit den Zeugen Jehovas gemacht?

#13 von Gast ( Gast ) , 23.10.2011 02:12

P.S.
Sie sind keine Sozialschmarotzer!

Gast

RE: wer hat schon Erfahrungen mit den Zeugen Jehovas gemacht?

#14 von Waldveilchen , 23.10.2011 18:23

Die Zeugen Jehovas helfen einander anscheinend nur untereinander. Aber Menschen die keine Zeugen sind, denen wird nicht geholfen. Auch nicht, wenn es der Nachbar ist, so wie ich das lange Zeit erlebt habe.

Unsere Nachbarn waren ca. 15 Jahre lang Zeugen Jehovas, eine Familie mit 4 Kindern die in meinem Alter, damals Schulkinder waren. Ihre Eltern waren zwar freundlich im Grüßen und ein paar nette Worte plaudern, aber mehr konnte man von denen nie haben.
Mein Vater hat einmal den Nachbarn gebeten, nur eine ganz kleine Kleinigkeit zu schweißen, reparieren. Er hätte es auch bezahlt. Der Nachbar hat viel privat geschweißt, aber das hat er einfach abgelehnt. Obwohl wir den Nachbarn oft Obst und Gemüse geschenkt haben, weil wir viel davon hatten, sie aber keines. Es kam dann noch einige Male vor, dass meine Eltern den Nachbarn halfen, aber dass die Nachbarn einfach entschieden ablehnten uns irgendwas zu helfen oder zu machen. Meine Eltern waren darüber sehr verwundert und irritiert, weil sie dachten, diese Leute sind so fromm und gläubig, die müssten doch auch nächstenliebend sein. Waren sie aber nicht und dann beschlossen meine Eltern mit den Nachbarn nichts mehr zu tun haben zu wollen. Nur mehr freundlich grüßen, aber sonst nichts.

Dann hatte meine Mutter einen Unfall. Sie fuhr mit dem Fahrrad von der Arbeit heim und dieser Nachbar saß in seinem Auto am Straßenrand und hat irgendwas repariert. Plötzlich riß er die Autotür auf, ohne zu schauen, was auf der Straße los ist. Meine Mutter flog vom Fahrrad, hatte eine Gehirnerschütterung, Schlüsselbeinbruch, hat ein Glied des kleinen Fingers verloren. Der Nachbar hatte es nicht gern getan, es war ihm peinlich. Aber er hat nicht nächstenliebend reagiert, die ganze Familie nicht. Als meine Mutter vom Krankenhaus daheim war, hat sie der Familie sogar Geld gegeben, nur damit sie sie zu ein paar Nachuntersuchungen mit ihrem Auto ins Krankenhaus fuhren. Wir hatten zu der Zeit noch kein Auto und ich war noch ein Teenager damals. Diese Jehova-Familie war nicht besonders freundlich zu uns. Dann hörte meine Mutter, dass der Nachbar im Dorf sich beklagte, dass er so viel zahlen muss, nur weil meine Mutter jetzt im Krankenstand ist und nicht arbeiten gehen will. Meine Mutter hat daraufhin sofort ihren Krankenstand abgebrochen und ist wieder als Forstarbeiterin in den Wald arbeiten gegangen, unter Schmerzen, weil sie wollte das nicht auf sich sitzen lassen. Die anderen haben nur den Kopf geschüttelt und gemeint, dass sie ja verrückt ist und noch daheim bleiben soll.

Wenn nach Weihnachten die "Heiligen Drei Könige" von Haus zu Haus gegangen sind, dann haben sie zwar die Tür geöffnet, aber fingen an laut zu schimpfen und zu schreien, dass sie keine Spende hergeben wolllen und dass sie überhaupt nichts davon halten,.... und haben die Kinder die als Könige verkleidet waren, arg erschreckt. Die Nachbarn fingen an, die Kinder zu belehren über die Zeugen, zu missionieren,... und wenn diese nicht zuhören wollten, dann haben sie gesagt: "Wenn ihr unseren Glauben nicht mögt, dann mögen wir euren auch nicht!!!!" Dabei waren diese Zeugen vorher selbst gläubige Christen gewesen.

Am Anfang, als sie zu den Zeugen Jehovas übergetreten waren, da waren sie so begeistert und fanatisch. Der Mann kaufte sich gleich einen Kleinbus, nicht nur wegen der großen Familie. Er wollte auch so viele Leute aus unserem Dorf mitnehmen in den Königreichssaal, wie möglich. Aber ihr Missionieren im Dorf war nicht erfolgreich. Nur eine alte Dame ließ sich überreden und die ist bald gestorben. Sonst hat niemand mitgemacht. Mit der Zeit wurde die Familie eben enttäuscht und verbittert und hegte Mißgunst und Groll gegen die anderen Dorfbewohner.

Sie lebten keine Nächstenliebe vor, sondern sie waren uns gegenüber ziemlich untolerant. Wir vielleicht auch gegen sie. Sie lehnten uns, die wir keine Zeugen waren, ab. Und da die Dorfbewohner an ihnen keine Nächstenliebe, keine Weisheit, nichts Edles,... entdecken konnten, konnte das auch niemanden begeistern.

 
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RE: wer hat schon Erfahrungen mit den Zeugen Jehovas gemacht?

#15 von Laura , 23.10.2011 18:47

Man hört von den Zeugen Jehovas und anderen Sekten nicht, dass sie gemeinnützige Einrichtungen wie Seniorenheime oder Kindergärten unterhalten. Die Einnahmen der Mitglieder fließen nach irgendwo in dunkle Kanäle.


Heute ist der 1. Tag von dem Rest meines Lebens.

 
Laura
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