Proteste weltweit: Wut gegen Gier

#1 von Luftikus ( Gast ) , 17.10.2011 02:43

Proteste weltweit: Wut gegen Gier


"Occupy Wall Street" begann am 17.9., als Studenten, Aktivisten von NGOs und Ex-Angestellte von Finanzfirmen den Zuccoti-Park nahe der New Yorker Börse besetzten. Nun erfasst der Protest auch viele andere Staaten.
Was Mitte September nahe der New Yorker Wall Street als Protest einiger Hundert, oft Vertreter der Mittelschicht, gegen die Macht der Banken und des Finanzkapitals begonnen hat, hat sich am Samstag auf die ganze Welt ausgebreitet: Im Rahmen der „Occupy“-Bewegung wurde in etwa 900Städten, von Wellington bis Mexiko City, in rund 80Staaten demonstriert. Mit dem Slogan „Wir sind 99Prozent!“ attackierten Zehntausende die angebliche Gier der Finanzmärkte und den Neoliberalismus, die Millionen Menschen, zusehends auch gut Ausgebildete in reichen Staaten, in die Armut treiben würden.

Zuerst gab es Proteste im asiatisch-ostpazifischen Raum. Im Bankenviertel in Hongkong versammelten sich gut 500Menschen, in Tokio und Seoul je einige Hundert, sie riefen nach dem New Yorker Vorbild „Besetzt den Finanzdistrikt!“. In Sydney demonstrierten etwa 1000Menschen vor der Zentralbank, in Auckland und Wellington (Neuseeland) waren es zusammen mehr als 3000. In Frankfurt hielten mehr als 5000 Menschen den Banken Parolen wie „Ihr spekuliert mit unserem Leben“ entgegen; Demos gab es u.a. auch in Berlin, Köln und Stuttgart. In Zürich besetzten etwa 1000Personen den Paradeplatz im Finanzviertel.

Straßenschlachten in Rom. In Mailand warfen Studenten Eier gegen den Sitz der US-Investmentbank Goldman Sachs und schütteten Müll vor den Eingang. „Die Finanzhaie spielen mit unserem Leben“, hieß es. In Rom protestierten Kapitalismuskritiker gemeinsam mit Gegnern der Regierung von Silvio Berlusconi. Zehntausende, nach letzten Schätzungen mehr als 100.000 Menschen, zogen von der Piazza della Repubblica zur Lateranbasilika. Mit dem Slogan „Wir wollen für diese Krise nicht zahlen!“ wandten sie sich gegen die „Gier der Finanzmärkte“, die Millionen in die Armut treibe.

Die Initiatoren des Protests, darunter die Gewerkschaften, hatten einen „Tag der Zorns“ ausgerufen – und am frühen Abend brach der Zorn bei vielen Demonstranten offen durch: Nahe des Kolosseums zündeten Anarchisten Autos und Mülleimer an, als die Polizei einschritt, gab es schwere Zusammenstöße, vor der Lateranbasilika wurden Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt. Die „Presse“-Korrespondentin vor Ort gab an, sie habe solche Exzesse in Rom seit fast 25 Jahren nicht gesehen.

Kühler ging es in London zu. Bruce Chapman, einer der Demonstranten, war am Morgen mit seiner Frau vom vier Stunden entfernten Exeter angereist. „Ich demonstriere hier für mindestens eine Woche“, rief er. Schlafsack, Isomatte und Zelt hat er dabei, dazu das Schild: „Wenn die Märkte so frei sind, wieso zahlen wir dann so viel?“

Manager-Boni statt Jobs gerettet. Eigentlich wollten die Tausenden Demonstranten auf dem Paternoster Square vor der Börse campieren. Aber die Anlieger gaben das Privatgrundstück nicht frei, berittene Polizisten verteidigten den Eingang vor der Börse, den die Demonstranten als Symbol des „corporate greed“, der „unternehmerischen Gier“, gewählt hatten. In Großbritannien geben die aktuellen Arbeitslosenzahlen von 2,57Millionen, die höchsten seit 17Jahren, dem Protest einen zusätzlichen Beigeschmack. Viele Banken wurden seit der Finanzkrise gerettet, das so entstandene Haushaltsdefizit wird durch tiefe Ausgabenkürzungen gesenkt, während der Finanzsektor weiterhin Gewinne scheffelt und Boni an Manager ausschüttet.
In Wien gab es einen recht unorganisierten Protestzug vom Westbahnhof zum Heldenplatz, es wurde viel gesungen und getrommelt. „Revolution für echte Demokratie“ hieß es auf Plakaten oder „Arbeitslose aller Länder vereinigt euch“ oder „Wir retten jetzt die Welt von den Banken“. Vermutlich nahmen mehr als 2000 Menschen teil.

Festnahmen in New York. In den USA wurden rund 50 „Occupy“-Demonstranten festgenommen, darunter in Denver, Seattle und New York. In New York gab es Zusammenstöße mit Polizisten, die Demonstranten schlugen. Der seit Mitte September dauernde Protest richtet sich gegen die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Mittelschicht und die ärmere Bevölkerung. Die „Occupy“-Teilnehmer sagen, sie fühlten sich als die 99Prozent des Volkes, die von dem „einen Prozent“, den Reichen und Mächtigen, hintergangen und ausgebeutet würden.

http://diepresse.com/home/wirtschaft/int...=/home/index.do


Zitat
Es gärt überall auf der Welt, was wird geschehen wenn sich das zu einem Flächenbrand entwickelt, kommt dann unter Umständen wirklich ein zweites 1789 auf uns zu ???



http://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sische_Revolution

Luftikus

RE: Proteste weltweit: Wut gegen Gier

#2 von Germanicus ( gelöscht ) , 17.10.2011 17:27

Solange nur friedlich demonstriert wird, passiert nichts. Aber wie heißt es so schön: "Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht".
Der deutsche Michel, schlafmützig wie immer kümmert er sich lieber um absolut nebensächliche Dinge wie Frauenquote oder ob Schwule heiraten dürfen, statt mal die großen Zusammenhänge anzugehen.

Germanicus

RE: Proteste weltweit: Wut gegen Gier

#3 von lei , 18.10.2011 15:08

vor längerem habe ich hier im forum meine meinung kund getan:

"es ist verwerflich, mit geld geld zu verdienen"

 
lei
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