Frauenrechte früher

#1 von Zaunkönig , 15.04.2010 16:02

Vielfach vergessen wird heute, dass auch in der Bundesrepublik Deutschland bis 1977 Frauen ihre Ehemänner um Erlaubnis fragen mussten – zumindest theoretisch laut BGB –, wenn sie einer beruflichen Tätigkeit nachgehen wollten. Bis 1958 konnte ein Ehemann das Dienstverhältnis seiner Frau fristlos kündigen. In Bayern mussten Lehrerinnen noch in den 1950er Jahren ihren Beruf aufgeben, wenn sie heirateten. Und erst mit dem Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau, das am 3. Mai 1957 verabschiedet wurde und am 1. Juli 1958 in Kraft trat, hatte der Mann nicht mehr das Letztentscheidungsrecht in allen Eheangelegenheiten, und die Zugewinngemeinschaft wird zum gesetzlichen Güterstand. Bis dahin verwaltete der Mann das von seiner Frau in die Ehe eingebrachte Vermögen und verfügte allein über die daraus erwachsenen Zinsen und auch über das Geld aus einer Erwerbstätigkeit der Ehefrau. In diesem Gesetz von 1957/58 wurden auch zum ersten Mal die väterlichen Vorrechte bei der Kindererziehung eingeschränkt und erst 1979 vollständig beseitigt. Erst seit 1977 gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenteilung mehr in der Ehe.

http://de.wikipedia.org/wiki/Frauenrechte

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RE: Frauenrechte früher

#2 von Vingilot ( gelöscht ) , 15.04.2010 16:39

Das ist bekannt.
Viel mehr würde mich deine Meinung dazu interessieren, Zaunkönig und das Motiv, aus dessen du das Thema eröffnet hast.


Wir wandern unter Bäumen weit vom Meer,
jedoch das Sternenlicht,
des Westens, wir vergessen's nicht.

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RE: Frauenrechte früher

#3 von Schimmerlos ( gelöscht ) , 15.04.2010 17:08

Zitat
In Bayern mussten Lehrerinnen noch in den 1950er Jahren ihren Beruf aufgeben, wenn sie heirateten.



Ja, Zaunkönig, das waren dann die alten Jungfern oder auch Blaustrümpfe genannt.

Schimmerlos

RE: Frauenrechte früher

#4 von Zaunkönig , 15.04.2010 17:43

Zitat von Vingilot
Das ist bekannt.
Viel mehr würde mich deine Meinung dazu interessieren, Zaunkönig und das Motiv, aus dessen du das Thema eröffnet hast.



Dieses Thema nehmen wir gerade in der Schule durch, und ich dachte, dass es vielleicht einige Meinungsverschiedenheiten gibt. Ich persönlich denke, dass man die Vergangenheit nicht vergessen soll, denn die Frauen hatten es nicht immer leicht.

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zuletzt bearbeitet 15.04.2010 | Top

RE: Frauenrechte früher

#5 von Klaus Pfahl , 15.04.2010 18:13

Zitat von Zaunkönig

Dieses Thema nehmen wir gerade in der Schule durch, und ich dachte, dass es vielleicht einige Meinungsverschiedenheiten gibt. Ich persönlich denke, dass man die Vergangenheit nicht vergessen soll, denn die Frauen hatten es nicht immer leicht.

Euer Zaunkönig



Wird in der Schule auch über Pflichten unterrichtet? Alle reden und schreiben nur über Rechte. Für mich bestand das bisherige Leben fast nur aus Pflichten.

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RE: Frauenrechte früher

#6 von Klaus Pfahl , 15.04.2010 19:39

Ran an die Buletten, anders kenne ich es nicht.
Ein Vorgesetzter von mir pflegte immer zu sagen, daß der Mensch gequält werden muß, damit er Lust bekommt zu sterben, aber er selbst war stets ein gutes Vorbild und verstand es zu motivieren.

Meine Großmutter Jahrgang 1880 hatte noch 8 jüngere Geschwister. Da mußten von frühster Kindheit alle 'ran und Schwerstarbeit leisten. Vieles wäre heute nach dem Jugendschutzgesetz undenkbar. Meine Mutter, in Berlin geboren, genoß dagegen die wilden 20er in vollen Zügen, und nach der Kriegszeit ging es ihr mit meinem Vater auch nicht schlecht. Die hatten die Chancen in der Wiederaufbauzeit profitabel genutzt. Gleichberechtigung war für die jedenfalls kein Thema. Das Recht nahmen sie sich einfach.

Heute müssen schon die Männer für ihre Gleichberechtigung kämpfen.

Gruß
Blitz


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RE: Frauenrechte früher

#7 von lei , 05.07.2010 22:07

da stellt sich doch die frage, was uns das loslassen
oder die emanzipation der frau gebracht hat?

 
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RE: Frauenrechte früher

#8 von Vingilot ( gelöscht ) , 06.07.2010 12:20

Zitat von lei
@schimmerlos,

mir hat sie direckt nichts gebracht.



Um die Tiefe dieser Antwort auszuloten, wäre es nützlich, wenn du mir folgende persönliche Frage beantworten würdest, lei:
"Bist du männlich oder weiblich?"


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RE: Frauenrechte früher

#9 von Isis ( gelöscht ) , 06.07.2010 20:11

Au ja, lieber lei, zeige einmal dein Konterfei in deinem avatar. Das sieht im Moment noch so nichtssagend aus.


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.

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RE: Frauenrechte früher

#10 von lei , 06.07.2010 23:20

Zitat von Isis
Au ja, lieber lei, zeige einmal dein Konterfei in deinem avatar. Das sieht im Moment noch so nichtssagend aus.




@isis,

wollen sie sich das wirklich antun?

ich habe früher als hauptatraktion bei einer geisterbahn gearbeitet.

 
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RE: Frauenrechte früher

#11 von lei , 06.07.2010 23:38

@zaunkönig:

......Erst seit 1977 gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenteilung mehr in der Ehe.



das war ein fataler fehler des gesetzgebers.

nicht das ich die die stellung der frau in der familie, soweit sie nicht von einer frau auf das niveau einer maschine abgehalftert wurde, herabwürdigen will, im gegenteil.

 
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RE: Frauenrechte früher

#12 von Vingilot ( gelöscht ) , 07.07.2010 06:39

Zitat von lei
@zaunkönig:

......Erst seit 1977 gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenteilung mehr in der Ehe.



das war ein fataler fehler des gesetzgebers.





Warum?
(Der Vollständigkeit halber: Wie ich ihrem Profil nun entnehme, sind sie männlich.)

Zitat von lei
@zaunkönig:
[i]

nicht das ich die die stellung der frau in der familie, soweit sie nicht von einer frau auf das niveau einer maschine abgehalftert wurde, herabwürdigen will, im gegenteil.



"Stellung"?
Es gibt zwischen Ehepartnern nur eine einzige "Stellung", nämlich die der Gleichberechtigung, was selbstverständlich ein grundlegendes Menschenrecht ist.


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zuletzt bearbeitet 07.07.2010 06:53 | Top

RE: Frauenrechte früher

#13 von Gast , 07.07.2010 10:15

@vingilot,


da gestehe ich ihnen nur ein bedingtes recht zu.

sind nicht die aufgaben von mann und frau unterschiedlich?

aus diesem grund ist derbegriff gleichberechtigung in der familie nicht angebracht.

im arbeitsleben finde ich ihn zutreffender.


RE: Frauenrechte früher

#14 von Vingilot ( gelöscht ) , 07.07.2010 11:34

Zitat von
@vingilot,


da gestehe ich ihnen nur ein bedingtes recht zu.



Menschenrechte und Gleichbehandlung sind nichts, was man "zugestehen" muss wie gnädige Almosen. Sie sind eine Selbstverständlichkeit für jeden anständigen, geistig normalen Menschen.
Sie sind unteilbar und haben deshalb auch nicht "bedingt" zu gelten, sondern umfassend und ausnahmslos.

Die Aufgaben von Mann und Frau sind nicht von Natur aus unterschiedlich, bloß ihre Anatomie.
Natürlich gibt es in anderen Ländern noch solche traditionellen, bornierten Rollenvorgaben, die den Geist und die Freiheit unterdrücken (Beispiel Iran, Afghanistan).
In unserer Gesellschaft haben sie jedoch längst nichts mehr zu suchen.


Wir wandern unter Bäumen weit vom Meer,
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Vingilot
zuletzt bearbeitet 07.07.2010 11:35 | Top

RE: Frauenrechte früher

#15 von Klaus Pfahl , 07.07.2010 13:00

Natürlich fallen durch die Rollenverteilung den Geschlechtern unterschiedliche Aufgaben zu, vorausgesetzt daß Kinder zu versorgen sind. Bei kinderlosen Ehen, und wenn beide Partner zudem noch berufstätig sind, gibt es keine natürliche Rollenverteilung mehr. Beide haben die gleichen Rechte und Pflichten.
Bleibt die Ehefrau im Haus, weil sie die Kinder versorgen muß oder sich alleine um den Haushalt kümmert, gibt es dem Mann noch lange nicht das Recht über den Willen der Frau und den Töchtern zu entscheiden, wie es bei den meisten Arabs üblich ist.

Gruß
Blitz


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