Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#1 von Laura , 08.05.2011 21:51

Nach der Katastrophe des 1. Weltkriegs (der die weitere bald folgte) wurden durch die Weimarer Reichsverfassung von 1919 Vorrechte der Geburt, des Geschlechtes, des Standes, der Klasse und des Bekenntnisses ausgeschlossen.
Der Adel war somit abgeschafft, 1919! Alle Menschen sind seither vor dem Gesetz gleich. Spätere Gesetze der Länder ermöglichten es aber, frühere Titel als Teil des Nachnamens zu führen.
Nur in Medien und den einschlägigen Blättern der Regenbogenpresse hat es sich wohl noch nicht herumgesprochen. Dort wird weiterhin gefürstet und geprinzt bis das auch der letzte verarmte Landadel seine Jämmerlichkeit preisgeben darf.


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RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#2 von Andre ( Gast ) , 11.05.2011 22:30

Liebe Laura,

bitte.....Bitteeeee.... Schreib doch nicht einen solchen halbgaren Unsinn.

1. Artikel 109 der Reichsverfassung Abs. 2
"Öffentlich-rechtliche Vorrechte oder Nachteile der Geburt oder des Standes sind aufzuheben. Adelsbezeichnungen gelten nur als Teil des Namens und dürfen nicht mehr verliehen werden. "

Dabei geht es nur um die VORRECHTE (die Nachteile wurden nur vom Proletariat so gesehen)!!!!
Nur die VORRECHTE des Adelstandes wurden abgeschafft, NICHT ABER der Adelselbst und nicht mal der Adelstand!!!

2. Am 5. Julie 1945....<<< dieses Datum vergessen merkwürdiger Weise immer alle ...... wurde die Weimarer Republik, das Großreich Deutschland, etc. und damit alle Verfassungen von den Alliierten annulliert und für Nichtig erklärt. Damit wurde die Verfassung, und damit auch das Gesetz der Verfassung für nicht mehr existent erklärt! Man erlaubte lediglich, weil der demokratische Gedanke erhalten werden sollte, die Verfassung als Vorlage zu nehmen. AAAAABER..... in die endgültige neue Verfassung, wurde dieser passus NIE übernommen sondern NUR gegen Artikel drei des deutschen Grundgesetzer getauscht. Und das meine Liebe, reicht leider bis heute nicht aus, um Adel als abgeschafft zu sehen! Denn genau mit diesem Artikel, legten sich die Herren der neuen Gesetzgebung, gegenüber dem Adel, selbst ein Ei......denn:

3. Adel bedeutet nichts anderes als Edel!..... Adel kann man also nicht abschaffen, denn dann würde man erklären, das man das Edelsein abschafft. Desweiteren, wurden nur die Vorrechte des Adels abgeschafft. Und diese wurden bis heute, nie verifiziert, überprüft oder sonst irgendwas.Denn......

4. Die Priviligien des Adels, also deren Vorrechte waren nicht nur auf das Lehensgesetz gestützt, das wir als Steuerrecht übrigens immer noch haben, sondern in erster Linie, war das Adelsrecht, ein Erbrecht!!! Und das..... haben wir ebenfalls noch.

Bitte...... wenn man zu einem Thema etwas sagen will, was so vielschichtig ist, dann bitte...wirklich bitte....dann aber auch jeden Text, alle entsprechenden Text im genauen Wortlaut, und alle Zusammenhänge genau kennen.

Ergebens
Ich selbst

Andre

RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#3 von Laura , 11.05.2011 22:40

@Andre,
wie Du unschwer erkennen kannst, habe ich lediglich ein paar Sätze als Anregung zur Diskussion geschrieben. Nun sei kein Frosch, registriere Dich, und dann können wir offen miteinander reden, äh schreiben. Der Admin beißt nicht.


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RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#4 von Gast , 11.05.2011 23:32

Waren Frösche nicht zum Küssen da? Oder warf man sie nicht gegen die Wand, bei erfolglosem Kuss?

Verehrte Dame Laura,

zunächst entschuldige ich mich Höflich, da ich Euer Post nicht als Anregung zur Diskussion sah, sondern als weiteres Post in Richtung
"Adel ist überholt, abeschafft, usw usw usw". In Verbindung mit dem zitieren der Weimarer Verfassung, war ich einfach zu schnell und oberflächlich genervt.
Was das registrieren Betrifft, nun, es wäre einfach nur eine weitere Seite, ein weiteres Forum, in dem ich registriert bin, in dem ich aber wohl letzten Endes nicht viel tätig sein könnte, weil ich auf zu vielen Hochzeiten tanzen muss.

Aber ich diskutiere auch gern weiter hier, sofern, und da stehe ich zu meiner unHÖFISCHEN Arroganz, es auf einem gewissen Niveau geschieht. Denn ich stehe dazu, das ich nur weltoffenen und intelligenten Menschen zur Diskussion frei stehe.

Aber ich gebe Euch, werte Dame auch gern meine EmailAdresse: ganlaaro@yahoo.de

"Lasset die Spiele beginnen" ^^

Andre


RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#5 von Laura , 12.05.2011 01:08

Nee, das ist mir um diese nächtliche Zeit zu kompliziert. Ich komme in ein oder zwei Tagen darauf zurück. Was seid ihr Männer verkrampft.


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RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#6 von Scheinheilige ( gelöscht ) , 12.05.2011 01:12

Wie ist der denn drauf?
Lasse Dich nicht von dem auf die Schippe nehmen.


Scheinheilige
zuletzt bearbeitet 12.05.2011 01:12 | Top

RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#7 von Gast , 12.05.2011 16:42

[quote="Scheinheilige"]Wie ist der denn drauf?[mad]
Lasse Dich nicht von dem auf die Schippe nehmen.[/quote]

Ist "Scheinheiligkeit" neuerlichendingens Programm? Wenn fragen auftauchen, wären die dann nicht besser an die Person gerichtet, die man meint? Oder ist die Art, wie ich schreibe, zu kompliziert? Nimmt nicht Tod auf die Schippe?

Fragen entstehen meistens durch Unwissenheit, Unsicherheit, Unvermögen Meinungen anzunehmen, etc, etc, etc,.
Ausserdem sollte man die Höflichkeit besitzen, Personen die man nicht kennt, nicht zu bewerten, beurteilen, verurteilen, unterminieren, nachzureden, usw.

Auch wenn ich mir selbst den Lapzus erlaubt habe, sollten Esel nicht folgen, sonst werden die zu Lemmingen^^

Ich


RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#8 von Scheinheilige ( gelöscht ) , 13.05.2011 11:39

Zitat von

Zitat von Scheinheilige
Wie ist der denn drauf?
Lasse Dich nicht von dem auf die Schippe nehmen.



Ist "Scheinheiligkeit" neuerlichendingens Programm? Wenn fragen auftauchen, wären die dann nicht besser an die Person gerichtet, die man meint? Oder ist die Art, wie ich schreibe, zu kompliziert? Nimmt nicht Tod auf die Schippe?

Fragen entstehen meistens durch Unwissenheit, Unsicherheit, Unvermögen Meinungen anzunehmen, etc, etc, etc,.
Ausserdem sollte man die Höflichkeit besitzen, Personen die man nicht kennt, nicht zu bewerten, beurteilen, verurteilen, unterminieren, nachzureden, usw.

Auch wenn ich mir selbst den Lapzus erlaubt habe, sollten Esel nicht folgen, sonst werden die zu Lemmingen^^

Ich




Ich bin normalerweise ein sehr aufrichtiger und verständnisvoller Mensch. Das mindeste, was sich gehört, ist sich erst einmal vernünftig vorzustellen. Dann können wir weiter diskutieren.

MfG


Scheinheilige

RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#9 von Laura , 13.05.2011 11:58

Zitat von Scheinheilige

Zitat von

Zitat von Scheinheilige
Wie ist der denn drauf?
Lasse Dich nicht von dem auf die Schippe nehmen.



Ist "Scheinheiligkeit" neuerlichendingens Programm? Wenn fragen auftauchen, wären die dann nicht besser an die Person gerichtet, die man meint? Oder ist die Art, wie ich schreibe, zu kompliziert? Nimmt nicht Tod auf die Schippe?

Fragen entstehen meistens durch Unwissenheit, Unsicherheit, Unvermögen Meinungen anzunehmen, etc, etc, etc,.
Ausserdem sollte man die Höflichkeit besitzen, Personen die man nicht kennt, nicht zu bewerten, beurteilen, verurteilen, unterminieren, nachzureden, usw.

Auch wenn ich mir selbst den Lapzus erlaubt habe, sollten Esel nicht folgen, sonst werden die zu Lemmingen^^

Ich




Ich bin normalerweise ein sehr aufrichtiger und verständnisvoller Mensch. Das mindeste, was sich gehört, ist sich erst einmal vernünftig vorzustellen. Dann können wir weiter diskutieren.

MfG




Dem kann ich mir nur anschließen. Außerdem können viele Dinge dann per PN behandelt werden.


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RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#10 von Klaus Pfahl , 13.05.2011 16:42

Zitat von

Zitat von Scheinheilige
Wie ist der denn drauf?
Lasse Dich nicht von dem auf die Schippe nehmen.



Ist "Scheinheiligkeit" neuerlichendingens Programm? Wenn fragen auftauchen, wären die dann nicht besser an die Person gerichtet, die man meint? Oder ist die Art, wie ich schreibe, zu kompliziert? Nimmt nicht Tod auf die Schippe?

Fragen entstehen meistens durch Unwissenheit, Unsicherheit, Unvermögen Meinungen anzunehmen, etc, etc, etc,.
Ausserdem sollte man die Höflichkeit besitzen, Personen die man nicht kennt, nicht zu bewerten, beurteilen, verurteilen, unterminieren, nachzureden, usw.

Auch wenn ich mir selbst den Lapzus erlaubt habe, sollten Esel nicht folgen, sonst werden die zu Lemmingen^^

Ich




Gehe ich Recht in der Annahme - Ariel Sonnenschein?


Die Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein macht es erträglich.

Honoré de Balzac

 
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RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#11 von Cadsu ( Gast ) , 13.05.2011 18:07

Ich[/quote]

Gehe ich Recht in der Annahme - Ariel Sonnenschein?[grin]
[/quote]
Muss ich das irgendwie verstehen? Eventuell ein Insider?

Vorstellung:

Mein Name ist Andre. Meines Zeichen Fische. 42 Jahre alt. Adelig. Habe nette Berufe usw usw usw.
Cadsu ist mein Spitzname.

Reicht das als Vorstellung? Oder mehr Details?

Laura:
Dein Eingangspost..... irgendwie lässt es den Nachgeschmack zu, das du adelige Personen nicht magst? Da wären mir doch mal Argumente lieb.

MfG
Andre

Cadsu

RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#12 von Klaus Pfahl , 14.05.2011 11:22

Es reicht mein lieber Cadsu! Dein Schreibstiel hatte mich an einen User aus einem anderen Forum erinnert, deswegen meine Frage.

Ob ich nun für oder gegen den Adel bin, steht hier nicht zur Debatte. Wenn ich so an unseren Ernst August denke....- naja, da kommt man schon ins grübeln, ob das so Gottgewollt ist.


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zuletzt bearbeitet 14.05.2011 | Top

RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#13 von Gast , 15.05.2011 12:25

[quote="Blitz"]Es reicht mein lieber Cadsu![grin] Dein Schreibstiel hatte mich an einen User aus einem anderen Forum erinnert, deswegen meine Frage.

Ob ich nun für oder gegen den Adel bin, steht hier nicht zur Debatte. Wenn ich so an unseren Ernst August denke....- naja, da kommt man schon ins grübeln, ob das so Gottgewollt ist.[hmm][/quote]

Kannst Du einen ordentlichen Stiefel vertragen?
1. War die Frage nicht an Dich gerichtet sondern an Laura.
2. Diskussion bedeutet Streitgespräch. Eine Diskussion verlangt von niemanden, sein Gegenüber zu mögen.
3. Den Pinkelfritzen hier anzuführen ist typisch. 130.000 Adelige in Deutschland. Über 50% davon in Familienverbänden organisiert. Und ewig werden zwei bis drei Heinis aus der Versenkung gegraben, die mit Adel herzlich wenig zu tun haben.
4. Gott, nun, diese Zeiten sind eher vorbei. Auch wenn 90% des bestehenden Adels christlich erzogen wurde und ein gesunder Respekt vor einer vielleicht höheren Instanz vorhanden ist, so sind Phrasen wie "Von Gottes Gnaden......." nur noch Bestandteil der Tradition.
5. Stellen 25% des Adels in Deutschland, ca. 8% des Bruttoinlandprodukts. 130.000, 25%, 8%, herumrechne, 100.000 Millionen Einwohner, herumrechne, 92%, zahlen vergleiche....... Nunja, wer hier in einem Spitzenverhältnis mehr dazu beiträgt, das Deutschland nicht noch mehr Pleite geht, usw.
6. Demokratie ist Tod. Es ist bereits von allen Politikwissenschaftlern bestätigt, das Demokratie, wie wir sie praktizieren, nicht funktioniert. Allein die Tatsache, das jemand ein "Unternehmen" wie Deutschland an den Ruin fahren kann und dennoch weiter macht, ist ein Privileg, das nur die Demokratie zustande bekommt. In jedem anderen Unternehmen, wären die Verantwortlichen längst gefeuert worden.
7. Wenn schon über den Adel hergezogen oder diskutiert wird, sollte man ein gewisses Maß an Grundwissen mitbringen. Feudalsysteme, deutsche Geschichte, internationale Geschichte, Adelsrechte und Pflichten, usw usw usw.

Und noch mal abschliessend. 130.000 Menschen mit einer einzigen peinlichen Person zu vergleichen.......... das klärt sich dann wohl von selbst.

mfg
Andre


RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#14 von Laura , 15.05.2011 15:10

@Andre
Du hebst die Leistungsfähigkeit des Adel hervor. Da kann ich Deinen Zahlen nicht widersprechen. Aber woher kommt das?
Leistungsfähigkeit und besondere Bildung hat etwas mit Vermögen zu tun. Verbunden mit dem Titel waren Privilegien, die dem Normalbürger niemals gewährt wurden. Der Adelige musste keine Steuern zahlen, durfte sogar Abgaben und Dienste von Bauern fordern, hatte beste Karrieremöglichkeiten und das Recht auf politische Mitbestimmung. In seiner Glanzzeit, vom Mittelalter bis in das späte 18. Jahrhundert, bestimmte der Adel das politische, soziale und kulturelle Geschehen. Diese Zeiten sind vorbei, und das ist auch gut so.
Seit den 70er Jahren gibt es einen blühenden Handel mit Adelstiteln. Nichtadelige lassen sich einfach für viel Geld von adeligen Namensträgern adoptieren. Nicht zuletzt deshalb ist der Adel heute nicht viel mehr, als eine untergegangene privilegierte Gesellschaftsschicht.
Einen schönen Sonntag noch
Laura


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RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#15 von Gast , 15.05.2011 20:56

@Laura

Da werden aber eine Menge Dinge quer in den Topf geworfen Und merkwürdiger Weise, werden immer nur die Privilegien genannt, und nie die Pflichten eines Adeligen.
Aber ich möchte mal Deine Aussage Step by Step durchleuchten.
[b][i]Leistungsfähigkeit und besondere Bildung hat etwas mit Vermögen zu tun[/i][/b]
Meinst Du das Vermögen des Geldes oder das Vermögen des Könnens?
Denn die Aussage muss ich komplett ablehnen, egal wie Du es meinst. Adel entstand nicht allein durch Erbrecht. Ganz im Gegenteil. Ein Großteil des Adels entstand durch Leistung, die man als ergebener Soldat bzw in der alten Tradition als Ritter erwarb. Und Bildung stand damit nicht nur dem Adel zu, sondern war schon mal ein Ausbildungskriterium des Ritterstandes. Klar, wurden Kinder aus dem Adelsstand bevorzugt, aber eben nicht nur. Das Verhältnis in der Ritterknappschaft war in etwa 20:80 Adel vs. Normalbürger. Somit kam Bildung auch nichtadeligen zuteil.
[b][i]Verbunden mit dem Titel waren Privilegien, die dem Normalbürger niemals gewährt wurden[/i][/b]
Mal abgesehen davon, das du die PFLICHTEN vergessen hast, aber dazu komme ich gleich.
Privilegien sind damals wie heute Dinge, die man sich erarbeitet hat und nach seinem Tod weitergibt. Siehe dazu auch die Möglichkeit, das irgendwelche Eltern irgendwelchen Kindern ihre Häuser vererben. Und ein Privileg der Adeligen war, das sie Rechtsprechen durften. Toll!!! Man hat ja auch sonst nichts besseres zu tun, als Deppenbauern A dabei zuhören zu müssen, wie er Deppenbauern B beschuldigte, eine Henne geklaut zu haben. Glaub mir, wenn du den gesamten Adelskatalog an Rechten und Pflichten kennen würdest, würdest du verstehen, das Otto Normal, sich ganz sicher nicht wünschte Adelig zu sein. Zumal, wenn man Otto Normal seine Hütte im Zuge eines Krieges wegnahm oder niederbrannte, zog er weiter, baute eine Neue und gut wars. Währen Graf Kocks von der Gasanstalt am höchsten Turm sein Leben aushauchte, weil sein Feind ganz sicher nicht den legitimen Grundbesitzer einer Schloss- oder Burgbehausung am Leben lies.
Rechte: Justizbarkeit, Knechtschaftstreue, Landbesitz, politisches Recht auf Allianzsippschaft. Plus ein paar kleinere Rechte noch.
Pflichten: Rechtsprechung, Erstellung und Finanzierung eines Heeres zu Gunsten seinen "Vorgesetzten" (König/Kaiser), Steuern (5% statt 10-20%), Amtspflichten, Kirchenpflichten, Kriegsdienstpflicht. Denn jeder Adelige unter Waffen musste sein Heer anführen, das heisst, als ersten den Kopf hinhalten.
[b][i]Der Adelige musste keine Steuern zahlen, durfte sogar Abgaben und Dienste von Bauern fordern, hatte beste Karrieremöglichkeiten und das Recht auf politische Mitbestimmung[/i].[/b]
Steuern hab ich schon erwähnt. Nur vereinzelte Adelige hatten Vergünstigungen, der Rest durfte blechen. Jepp, Bauern durften arbeiten. dafür hatten Bauern, insofern ihr Herr nett war ein tolles Leben. Sie brauchten nur Arbeiten und Leben. 10% Steuernzahlen, das wars. Denn der adelige Herr, beschützte sie, sprach ihnen Recht, bot ihnen kirchlichen Beistand, und ein guter Herr packte auch schon mal mit an. Karrieremöglichkeiten? Das Beispiel hingt aber. Die einzige Chance die "Leiter" heraufzufallen war, das ein noch mächtigerer Adelige neue Landschaften zuwies, die er dann auch noch verwalten musste. Ansonsten sie die Karriere so aus: Burgherr A, überfiel Burgherr B, gewann und schon hatte er mehr Land und Besitz. Und durfte zittern und beten, das nicht Burgherr C mehr Ritter als er hatte. Die Familiäre Karriere: Man wird geboren, hart ausgebildet, man wird Burgherr. Tolle Trick. -.-
Das Recht auf politische Mitbestimmung hatte nie ein Adeliger. Da in der feudalen Gesellschaft der Prinzip der Alleinherrschung praktiziert wurde. Ich König, du nix! Ich sage, du gehorchst. Alles andere viel unter die Rubrik "Diplomatie" was bis heute ein recht anstrengender Beruf ist.
[b][i]In seiner Glanzzeit, vom Mittelalter bis in das späte 18. Jahrhundert, bestimmte der Adel das politische, soziale und kulturelle Geschehen. Diese Zeiten sind vorbei, und das ist auch gut so. [/i][/b]
Das Politsche = Jepp. Das Soziale = Jepp. Und in beiden konnten die Menschen immer nur hoffen, das ihr Lehnsherr ein weiser, guter und gerechter Mann war. Das Kulturelle = Nein. Denn das ist nur eine Art der Betrachtungsweise. Adel = Prunk, Gemälde, Bälle. Otto Normal = Bauernfeste, Sonntagskleidung, Hochzeitsfeste, usw. Wobei ich das zweiter eher vorziehen würde, als die lästigen Pflichtunternehmungen des Adels.
Die Zeiten sind vorbei und das ist gut so?
Laura, sag mal, auf welchem Planeten lebst du denn? Die gesamte Gesellschaft unseres Planete "wird gelebt". Wenige herrschen und bestimmen über alle. Zumindest das, ist schlimmer als früher, da im Verhältnis weit aus weniger Menschen heute, viel mehr Macht haben, als es adelige je hatten. Allein Kriege funktionieren heute anders. Ferngesteuerte Irgendwas töten Menschen auf der ganzen Welt. Kosteneinsatz = Gering. Damals? = Tausende Männer und unzählige Waffen mussten von A nach B transportiert werden. Logistisch ein Unterfangen, was nicht mal eben am "Computer" zu errechnen war. Es ist gut, das Obama, Merkel und wie sie nicht alle heissen heute mehr denn je, die Politik, alles Soziale und die Kultur bestimmen? Alles ist frei, solange du nichts gegen den Staat sagst. Tolle Wurst. Ich würde sagen, vom Regen nicht in die Traufe, sondern unter einen Wasserfall.
[b][i]Seit den 70er Jahren gibt es einen blühenden Handel mit Adelstiteln. Nichtadelige lassen sich einfach für viel Geld von adeligen Namensträgern adoptieren.[/i][/b]
Stimmt,ein Umstand, den ich persönlich zu tiefst bedaure. Zumal wir, nach der Allgemeinheitsauffassung, mit Adelstiteln machen können was wir wollen, sofern sie nicht Bestandteil eines Namens sind. Sich Graf, Herzog oder Freiherr zu nennen, war mit Erschaffung der BRD jedem möglich, ohne dafür etwas bezahlen zu müssen. Ledigleich ein Eintrag unter Ordens- oder Künstlername reichte aus. Darum muss ich persönlich auch extrem über die Prinzen XYZ lachen, die einen Freddy Millionen zahlen, nur um "Bernd Dummbrot, Prinz von Anhalt" zu heissen. Ein Umstand, den übrigens 98% aller in Deutschland lebender Adeligen nicht toll finden. Das ist auch einer der Gründe, warum Freddy nie in der Gesellschaft akzeptiert wurde.
[b][i]Nicht zuletzt deshalb ist der Adel heute nicht viel mehr, als eine untergegangene privilegierte Gesellschaftsschicht.[/i][/b]
Ich nenne hier nur ein Beispiel. Fürst von Bismarck. Ein Milliardenschweres Unternehmen. Oder die von Hohenzollern, oder Schaumburg-Lippe, oder oder oder.
Desweiteren ist es ja ein Widerspruch, wenn man sagt "priviligierte Gesellschaftsschicht". Laut Gesetz sind wir gar nichts. Da wir vor dem Gesetz alle gleich sind. Laut einem Großteil der Bevölkerung, sind wir nur anders aber nicht priviligiert. In der Regel begegnet man dem Adel zumindest in Gedanken mit Häme. Aber wir sind zumindest eines nicht. Untergegangen. Aber ich gebe dir Recht, das der Adel selbst schuld daran ist. Wir leben schon viel zu lange viel zurückgezogen. Da wundert es niemanden, das ein paar wenige Heinis unseres Standes, dafür sorgen, das ein komisches Licht auf uns geworfen wird.

Aber ich gebe Dir Politisch mal einen Anreiz, über das feudale System nachzudenken. Besonders mit dem Hintergrund einer parlamentarischen Monarchie.

Wir haben etwas über 600 Deppen, die so tun, als könnten sie ein Land regieren. Ich sage das Absichtlich so, weil ich eine persönliche Ungute Meinung über die Spezies "Volksvertreter" habe. Diese paar Leutchens, haben in den letzten 40 Jahren nichts anderes gemacht, als sich selbst zu beweihräuchern und dafür zu sorgen, das man der Verfassung von Deutschland nicht beikommen kann. Alles im Sinne der Demokratie und für die Politiker. Angela Merkel ist von den Sorgen des Volkes soweit weg wie nur irgendwas. Und zu allem Überfluss, dürfen die paar Leute alles bestimmen, was in Deutschland so abzugehen hat. (Früher gabs wenigstens noch ein paar Bauern, die aufbegehrt haben, wenn die "Bosse" mal ´ne Weile Scheisse gebaut haben. A.d.Verf.) Dieser "Minigesellschaft" da oben im "Olymp" sagt also, was jeder Deutsche zu fressen hat. Allzu gerne gibt man sich liberal, wo härte erforderlich ist, zumindest wenns um Deppen wie Kinderschänder geht. Usw usw usw. Ich kann Dir hier stundenlang so weiterschreiben, wohin uns die Demokratie gebracht hat.

Knapp über 600.... denen knapp über 130.000 gegenüberstehen. Menschen, die flächendeckens über das Land verteilt sind. In der Regel einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen und eigenes Geld verdienen, statt Otto Normal anhand von Steuern zur Kasse bitten. Menschen, die durch die Flächenverteilung, wesentlich dichter am Puls des Geschehens sind, als die Merkel und Konsorten. Menschen, die lokal viel bewegen, für viele da sind, Vorbild sein können, usw. Eine Menge an Menschen, die sich Politik nicht mal eben auf die leichte Schulter nehmen kann, weil bei 130.000 Menschen, nicht mal eben ein Konsens gefunden werden kann. Menschen, die früher mal Recht innerhalb eines Tages gesprochen haben (heute muss man ja Monate bis Jahre warten auf ein Gerichtstermin). 130.000 Menschen, die Geld verdienen, eine unglaublich hohe soziale Familienstruktur besitzen, weil sie nichts anderes kennen als Familie und Freundschaft (bis auf wenige Ausnahmen, denn auch wir sind nur Menschen und auch adelige Frauen haben ihre Tage *seufz*). Menschen, die sicherlich auch strenger wären zum Teil, als die Merkelschen Speichellecker. Aber sorry, genau das fehlt der Jugend offensichtlicht heutzutage.

Noblesse oblige. Ich glaube kaum, das jemand der das nicht kennt oder nicht darein geboren wurde, verstehen kann, was für ein enorm sozialer Druck dadurch entsteht, das dieses Adelige sein, tatsächlich eine enorm hohe Verpflichtung mit sich bringt. Und noch etwas geben ich Dir zu bedenken. Die Verbrechensrate unter Adeligen, da man sie ja als in sich abgeschlossene Minderheitenspezies betrachtet, ist weit aus geringer als unter dem Rest der Bevölkerung. Selbst Wirtschaftsdelikte sind weniger, weil man immer unter "besonderer Beobachtung" steht.

Adel ist nicht abgeschafft. Nicht mal rechtlich. Bei Erschaffung unseres ach so tollen Bundesstaates wurden die Adeligen leider vergessen. Im Allgemeinen gabs keinen Adel mehr, über den man sich Gedanken machen musste. Das Problem dabei ist, das das so, nie gestimmt hat.
1. Hat Artikel 109 im Jahre 1918 nur bestimmte Rechte abgeschafft. Das waren aber wenige. Eigenständige innere Rechte des Adels wurden nie berührt.
2. Wurde die Weimarer Verfassung am 5. Julie 1945 von den Alliierten für nichtig erklärt. Ergo trat Artikel 109 ausser Kraft.
3. Gab es sei dem keine Neuregelung des Adelstandes. Wie gesagt, das hat man damals einfach übersehen.
Richtig ist, das wir laut Gesetz alle gleich sind. Richtig ist, das dem Adel mit Artikel 109 die öffentlich-rechtlichen Privilegien entzogen wurden. Das wars aber auch schon. Nicht mal die Namensrechtlichen Dinge des Adels wurde im Grunde bis heute eindeutig definiert. Da steht/stand nur was von "Wird Bestandteil des Namens". Das was daraus gemacht wurde, war völlig falsch. Denn ein Beiblatt erklärte diesen Passus. Darin stand nur, das es nur im öffentlich-rechtlichen Sinne so zu verstehen ist. Ebenso die Nummer mit dem "Titel sind blablaba...UND DÜRFEN NICHT MEHR VERLIEHEN WERDEN".... das ist bis heute Blödsinn, denn es wurde im Bleiblatt verfasst, das es sic nur um die öffentlich-rechtliche Vergabe von Titeln handelte. Titularrechte waren nicht damit gemeint. Denn mit dem einen Recht der Vergabe, bekam der "neue" Adelige Rechte und Pflichten (ja, auch steuerliche Vergünstigungen, das war aber alles nach 1825) und das andere Recht war lediglich die titulare Anerkennung einer Person. Ein Monarch konnte bestimmen, welche Rechte und Pflichten ein Adelige mit einem Titel bekam. Da aber nicht alle Titel gleich waren, bezog sich Artikel 109 nur auf die amtsvergebenden Titel.

So, nun hoffe ich auf weitere Contra-Adel Meinungen.
Andre


   

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