RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#16 von Laura , 15.05.2011 22:34

Mein lieber Andre,
diesen langen Beitrag und Deine Argumentationen muss ich erst einmal innerlich verdauen. Bevor wir über den Adel heute weiter diskutieren, sollten wir step by step einmal ergründen, wie der Adel überhaupt entstand und warum er so mächtig werden konnte.
Aus der Geschichte weiß ich, dass die Alten Germanen frei waren. Sie durften jagen, fischen, ihre Äcker bestellen und waren nur der Gemeinschaft gegenüber verpflichtet. Wenn es mit Nachbarstämmen zu Streit oder Krieg kam, wurde der Klügste und Tapferste in der Gemeinschaft zum Herzog auf Zeit ernannt. Ihm wurden für die Zeit der kriegerischen Auseinandersetzungen Vollmachten erteilt, die er nach Sieg oder Niederlage wieder verlor. Danach war er wieder Gleicher unter Gleichen. Erst als der Druck und die Bedrohung durch die Völkerwanderung für die freien Stämme immer bedrohlicher wurde, entschloss man sich einen Herzog auf Lebenszeit mit einem ständigen Heer zu ernennen.
Ich hoffe, Du stimmst mir bis hierher zu.
Dieses ständige Heer mit seiner Führerkaste musste logischerweise finanziert werden, sagt man heute. Wohl oder Übel ging das nur mit ständigen Abgaben (der Zehnte) in Naturalien oder, wer nicht genug Vermögen besaß, mit Arbeitsdienst (Frondienst) zu bewerkstelligen. So etablierte sich nach und nach der Berufsadel. Es waren in der Tat zur damaligen Zeit die Besten unter den Besten, denen diese Privilegien auf Lebenszeit zuteil wurden.
Was haben sie daraus gemacht? Darüber schreibe ich morgen mehr.


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RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#17 von Alter Friese ( gelöscht ) , 16.05.2011 00:17

In Ostfriesland kam der Adel nie richtig zum Zug. Wir hatten unsere Häuptlinge, und die wussten wie weit sie gehen durften. Daher meine und unsere Signatur.
Ein echter Ostfriese lässt sich auch nicht vorschreiben, wann, für wen, und wie oft er arbeiten muss. Er hat immer Arbeit.


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Alter Friese

RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#18 von Lefty ( gelöscht ) , 16.05.2011 18:33

Zitat von Alter Friese
In Ostfriesland kam der Adel nie richtig zum Zug. Wir hatten unsere Häuptlinge, und die wussten wie weit sie gehen durften. Daher meine und unsere Signatur.
Ein echter Ostfriese lässt sich auch nicht vorschreiben, wann, für wen, und wie oft er arbeiten muss. Er hat immer Arbeit.



Und Seeräuber - nicht zu vergessen. Kennst du die Likedeeler oder Vitalienbrüder?


Lefty

RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#19 von Gast , 17.05.2011 19:11

@Laura

Das ist in etwa richtig, aber belegt nur die eine Hälfte der Wahrheit. Die Stämme des alten Germanenreiches, hatten Zweckgemeinschaften, soweit ist das richtig. Aber es gab auch immer einen Stammesältesten und einen kleinen Beirat. Diese sind der Ursprung der entsprechenden Gesellschaftsteilung. Da diese im Zuge von Erweiterungen der Stämme und Zusammenlegung von Territorien weniger Zeit hatten, ihre eigenen Felder zu bestellen. Unterschiede in der Gesellschaftsstellungen gab/gibt es schon seit der Höhlenzeit.
Herzog als Begriff kam btw später. Die entsprechenden Häuptlinge hatten den Titel eines Stammesfürsten.
Das Dumme an den Menschen ist, das sie von je her zu einen nicht unerheblichen Anteil lieber "folgen" statt zu "führen". Es war also eine natürliche Abfolge, das sich eine führende Schicht herausgebildet hat.

All das Bedingt aber noch nicht, das Adel immer schlecht ist/war. Schau einfach mal nach Schweden, wo eine moderne, parlamentarische Monarchie anzutreffen ist. Schau einfach mal generell die aktuelle politische Situation Deutschlands an. Da ist es nicht verwunderlich, das man vielleicht mal über mögliche Alternativen nachdenkt. Und warum denn keine Monarchie? Aber erst, wenn man den Adelsstand refomiert hat und eine gesunde Mischung zwischen ihm und der demokratie gefunden hat.


@ Friese
Das mit Ostfriesland stimmt nicht... In-und Kniphausen lassen grüßen. Ostfriesland hat schon ein paar hundert Jahre alten Seeräuberadel.


RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#20 von Laura , 17.05.2011 20:13

@Andre
es ist ganz natürlich, dass ein Volk geführt werden muss. Ansonsten müssten wir in einer Anarchie leben, und das will ja niemand. Anarchie ist das Gegenteil der Monarchie, und das heißt Alleinherrschaft. Wie die Geschichte lehrt, mündete Monarchie meistens in Unterdrückung, Machthunger, Enteignung, Geldgier und Kriege gegen den Willen der Untertanen.
Nachdem sich der Berufsadel etabliert hatte, ging es mit den genannten Unterdrückungsmechanismen auch schon los. Den einst freien Bauern wurde das Land enteignet, Fischerei und Jagd verboten. Die Menschen wurden schlichtweg versklavt und mißbraucht. Einige wenige hatten das Verfügungsrecht über Grund und Boden und die Verfügungsgewalt über die dort lebenden Menschen. Entscheidend gefördert wurde dieses System durch die von der Kirche propagierte angeblich "gottgewollte" Hierarchie der Gesellschaft. "Der Herr schuldet den Untertanen Schutz und Hilfe. Diese aber schulden dem Herrn Gehorsam und verschiedene Abgaben, welche in Geld oder Naturalien entrichtet werden."

Nee, mein lieber Andre, auf solch einen Adel können wir verzichten. Die heutigen Königshäuser dienen nur noch repräsentativen Aufgaben, und dagegen ist nichts einzuwenden. Solange sie nicht mehr an die Macht kommen, dürfen sich die Adeligen nennen wie sie wollen.
ps
was häst du von dem Recht der ersten Nacht? Hat es auch gegeben - welch eine Verachtung gegenüber den Untertanen.


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RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#21 von Gast , 18.05.2011 15:59

@Laura

Das die Adelsgeschichte der letzten Jahrhunderte voll von Grausamkeiten, Dekandenz und anderer perfider Dinge waren, bestreitet niemand. Am allerwenigsten ich, der mehrere Jahrhunderte Kriegeradel in seinem Blut vereint. Das Verhältnis war 80:20 Schlecht zu Gut. Aber alles was du beschreibst, sind Dinge der Vergangenheit.
"Nutze die Vergangenheit nicht als Sofa für deinen faulen Hintern, sondern als Möglichkeit, gute Dinge zu übernehmen und die schlechten Dinge loszulassen!"
Du hast was die Vergangenheit betrifft also zu 80% recht. Fein. Wenn Du nur in der Vergangenheit rumwühlen willst, dann bitte. Betrachte noch die guten 20% dazu und Du hast ein aktuelles Verständnis für deutsche Geschichte.
Ansonsten einfach die Vergangenheit betrachten, ausmerzen was falsch war, und neu Anfangen. So wie jeder vernunftbegabte Mensch es tun sollte.
Es gibt aktuell noch genug lebendige Monarchiebeispiele, die funktionieren.

Gestern und Heute sind Dinge, die man als Anhaltspunkte für Morgen nimmt. Mal abgesehen davon, es wäre doch mal was, wenn Politiker kein Geld kosten, sondern ihr eigenes Geld verdienen würden, ohne dem Stadt zur Last zu fallen. Recherchiere mal was der aktuelle Präsident und sein Stab so kostet, gekostet hat und noch kosten wird. Das gleiche was er macht, kann auch locker ein König, der überhaupt nichts kostet.

Mfg


RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#22 von Laura , 18.05.2011 20:53

Zitat von
@Laura

Das die Adelsgeschichte der letzten Jahrhunderte voll von Grausamkeiten, Dekandenz und anderer perfider Dinge waren, bestreitet niemand. Am allerwenigsten ich, der mehrere Jahrhunderte Kriegeradel in seinem Blut vereint. Das Verhältnis war 80:20 Schlecht zu Gut. Aber alles was du beschreibst, sind Dinge der Vergangenheit.
"Nutze die Vergangenheit nicht als Sofa für deinen faulen Hintern, sondern als Möglichkeit, gute Dinge zu übernehmen und die schlechten Dinge loszulassen!"
Du hast was die Vergangenheit betrifft also zu 80% recht. Fein. Wenn Du nur in der Vergangenheit rumwühlen willst, dann bitte. Betrachte noch die guten 20% dazu und Du hast ein aktuelles Verständnis für deutsche Geschichte.
Ansonsten einfach die Vergangenheit betrachten, ausmerzen was falsch war, und neu Anfangen. So wie jeder vernunftbegabte Mensch es tun sollte.
Es gibt aktuell noch genug lebendige Monarchiebeispiele, die funktionieren.

Gestern und Heute sind Dinge, die man als Anhaltspunkte für Morgen nimmt. Mal abgesehen davon, es wäre doch mal was, wenn Politiker kein Geld kosten, sondern ihr eigenes Geld verdienen würden, ohne dem Stadt zur Last zu fallen. Recherchiere mal was der aktuelle Präsident und sein Stab so kostet, gekostet hat und noch kosten wird. Das gleiche was er macht, kann auch locker ein König, der überhaupt nichts kostet.

Mfg



Lieber Andre,
ich möchte die ganze Adelsgeschichte mir ihren negativen Auswüchsen nicht weiter vertiefen. Sicher hat es gerade bei dem niederen Adel verantwortungsvolle Familien gegeben, die sich dem Volk verpflichtet fühlten, selbst bescheiden ihre Vorbildfunktion ohne Hervorhebung ihrer Privilegien ausgeübt hatten.
Fakt ist, dass es in Deutschland keinen Adel mehr gibt. Es gibt auch keinen Stand mehr, der einen Bürgerlichen wegen seiner Verdienste in den Adelsstand erheben dürfte. Was von den "edelen Familien" übrig geblieben ist ist nur der Name und die Tradition.
Wie kommst Du auf die absurde Idee, dass ein Königshaus nichts kostet? Komme mir nicht mit dem Argument, dass sich der Hochadel aus seinen vererbten Besitztümern selbst finanziert. Diese wurden in der traurigen Vergangenheit dem Volke geraubt.

Gruß
Laura


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RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#23 von Alter Friese ( gelöscht ) , 19.05.2011 19:38

Soweit mir bekannt ist, sind Adelstitel in Deutschland nur noch ein Bestandteil des Namens und nicht mehr gesetzlich geschützt. Jeder darf sein Kind z.B. Graf Dagobert oder Gräfin Maria taufen lassen.


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Alter Friese

RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#24 von Paule ( Gast ) , 21.05.2011 15:31

Werter von Andre,

der letzte Adelstitel in Deutschland wurde am 12. November 1918 irgendeinem von Kleefeld verliehen. Garantiert seitdem hat ein deutscher Adelstitel nichts mehr mit Leistung zu tun. Was auch problemlos aus Beispielen wie der Doktorarbeit eines von Guttenberg oder Deiner miserablen Rechtschreibung und Deinem ebenso schlechtem Schreibstil abzuleiten ist.

Und auf das stolz zu sein, was mein Papa irgendwelchen armen Bauern abgepresst hat, das ist doch irgendwie schräg, oder nicht?

Ich bin stolz auf meinen akademischen Titel. Eigene Leistung, nichts geklaut, nichts geerbt. Und ich habe Respekt vor allen mit und ohne von, die auch mit eigener Leistung etwas nachhaltiges schaffen.

Hochachtungsvoll,

Paule

Paule

RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#25 von Klaus Pfahl , 21.05.2011 17:35

Alle Achtung Paule, willkommen


Die Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein macht es erträglich.

Honoré de Balzac

 
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RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#26 von Paule ( Gast ) , 22.05.2011 03:26

Danke für das Willkommen.

Der deutsche Adel war auch ein wesentlicher Faktor der Hitler an die Macht verholfen und anschließend seine Ziele bis zum Ende unterstützt hat. Was durch den bewundernswerten Mut einer einzelnen Ausnahme nicht wieder gut gemacht werden konnte.

Die Franzosen sind da schlauer mit dieser Zunft umgegangen und mussten ihre Konsequenz nie bereuen. Ganz im Gegenteil.

Grüße,

Paule

Paule

RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#27 von Andre ( Gast ) , 25.05.2011 13:03

Guten Tag,

@Laura

Noch einmal, Deine Annahme, es gäbe keinen Adel und keinen Adelsstand mehr, ist falsch. Nach wie vor gibt es beides. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Adel heute keine offiziellen Ämter bekleidet und keine öffentlich-rechtliche Positionen mehr auf Grund von Geburtsrecht bekleidet. Und es ist ebenso falsch, das man einen "Normalbürgerlichen" nicht mehr in den Adelsstand heben darf. Jedes der noch amtierenden hohen Adelshäuser bzw. deren Hauschefs, sowie jeder Mensch aus dem Adelsstand, der einen Herzöglichen Titel hat, darf in den traditionellen Adelsstand erheben. Einzig und allein die Tatsache, das damit keine Ämter bekleidet werden, macht den Unterschied zu einer früheren Situation aus.
Das ein aus den Adelshäusern gestellter König dem Staat keine Kosten verursachen würde, versteht sich aus dem Stand selbst. Das Haus von Bismarck allein ist schon ein Milliardenunternehmen. Die anderen amtierenden Häuser sind ebenfalls nicht Arm. Da es sich nur um eine formelle Ernennung handeln würde, die nur die entsprechenden Funktionen des Bundespräsidenten inne hätte, wären die Kosten gering, da jedes dieser Häuser ausreichend Mittel zur Verfügung stellen würde.
Das mit dem "geraubt" vergiss dann auch mal schnell wieder. Kein normaler Bauer war in der Lage, eigenes Land zu besitzen. Nicht weil man es ihm raubte, sondern weil er sich das nicht leisen konnte. Die Pflichten aus Landbesitz waren so hoch, das kaum jemand aus dem niederen Stand in der Lage war, sich eigenes Land leisten zu können. Denn Landbesitz bedeutete, die Verpflichtung, dieses Land auch zu beschützen und zu erhalten.

@ Alter Friese
Falsch. Niemand kann sich einen Adelstitel einfach so aneignen. Korrekt ist, das jeder Mensch das Recht hat, sich im Bereich der Ordens- und Künstlernamen, einen Titel zuzulegen. Wie z.B. " Graf von Hamburg". Das war es dann aber auch schon. Damit wird die Person aber nicht Adelig. Er heisst immer noch "Vorname Nachname", das ist alles. Lediglich auf seinen Künstl(er)i(s)chen Namen verweisend, darf er sich dann "Vorname Nachname, Graf von Hamburg" nennen oder Visitenkarten so gestalten. Rechtlich hat das keine Relevanz. Name ist und bleibt Name. Die Eintragung ist aber auch nicht einfach. So muss man recht viele Nachweise tätigen, damit einem das Amt glaubwürdig abnehmen kann, dass man unter dem Künstlernamen als Künstler aktiv ist.
Und selbst das sich "einfach so nennen" ist kompliziert, da man niemals den Anschein erwecken darf, eine andere Person zu sein, als jene, die in einem amtlichen Dokument geführt wird. Auf seinen richtigen Namen muss man immer ein Verweis legen, wenn man z.B. Blogbetreiber ist. Das machen recht viele Personen im Internet nicht. Verboten sicher, aber leider sind die Behördenmühlen recht langsam.

@Paule (beide Posts)

"Garantiert seitdem hat ein deutscher Adelstitel nichts mehr mit Leistung zu tun." <<< Zitat von Dir.
Ich könnte nun versuchen, aus diesem Satz einige neue Sätze zu bilden, die Sinn ergäben. Aber in diesem Zusammenhang von meiner "miserablen Rechtschreibung" zu berichten, ist nahezu grotesk. Meinen Schreibstil als Schlecht darzustellen ist ebenfalls, nach Deinem Posting irgendwie, mmhhh, dumm? Vielleicht solltest Du erst einmal Deine eigene Rechtschreibung klar kriegen, bevor Du über anderen den Stab zu brechen versuchst. Nur so ein Tipp, dann würde Dein Post auch nicht so lächerlich wirken.

Aber damit auch Du etwas lernst:
1. Ich stehe dazu, eine sehr unkonventionelle Schreibweise zu haben. Zumindest in den Bereichen, wo ich mich Privat bewege. Wie in Foren wie Diesem hier. Nur würde ich mir nie anmaßen, anderen Personen zu kritisieren, weil sie anders schreiben. Das ist schlichtweg unhöflich. Aufmerksam mache ich lediglich, auf Falschinformationen.
2. Rechtschreibfehler. Auch dazu stehe ich. Schnellschreiben und nur flüchtiges Überlesen, ergibt halt auch Flüchtigkeitsfehler. Und da ich hier als Privatmensch bin, scherrt es mich nicht. Nicht einmal, wenn man das von mir privat Geschriebene im Internet öffentlich herzitieren würde, um mich zu kompromittieren, würde mir das etwas ausmachen.
3. Korrekt würde es heissen "Herr von Plessen" und nicht Herr von Andre.
4. Der letzte OFFIZIELLE Adelstitel wurde da vergeben, stimmt. Etwa Hundert Andere, danach, werden nicht erwähnt. Die haben aber auch nichts mit öffentlich-rechtlichen Ämtern zu tun, und/oder wurden nicht auf Grund von Kriegshelderien vergeben.
5. Man sollte generell Stolz auf seine Familie sein. Ebenso, wenn diese Familie, bereits etwas geleistet hat. Da ich nicht wissen kann, was Dein "Papa" irgendwelchen armen Bauern abgepresst hat, lasse ich Deine Aussage mal so im Raum stehen. Outting hat doch was befreiendes, oder? Im Gegensatz zu Dir, bin ich zu Recht NICHT Stolz auf meinen Vater, oder meinen Großvater. Letzterer war ein Kriegsverbrecher. Doch auf alle Vorfahren, die vor diesem, meinem Großvater kamen, bin ich stolz. Denn meine Familiengeschichte lässt sich fasst 1000 Jahren zurückverfolgen. Und mit Stolz kann ich berichten, das 90% dieser Männer, ehrenwert waren.
6. Du, ich bin auch Stolz, auf meine akademischen Titel. Denn ich habe sogar gleich zwei davon, die ich mir selbst erarbeitet habe. Auf diese Titel lege ich nicht viel Wert. Weiss Du, kleiner Paule, irgendwie schäm ich mich für Dich. Hast Du es so nötig, darauf hinzuweisen, das du Akemiker bist, das Du das hier anführen musst? Titel, egal welcher Art, taugen gar nichts, wenn man sie erst in den Raum stellen muss, um Anerkennung zu ergattern. Deine Aussage hätte für mich einen viel größeren Wert gehabt, wenn Du nur von Leistung gesprochen hättest, ohne Dich in ein Licht zu setzen, in das du offensichtlich nicht gehörst.
7. Du, ich bin auch Stolz. Auf meine Leistungen, meine Titel, meinen Adelsstand. Aber nicht um damit zu prahlen, sondern weil ich meine Familiengeschichte ernst nehme. Weil ich mein Land liebe, weil ich meine Arbeit liebe und alles was mit mir verbunden ist. Mein Leben wird dadurch zu einer Herausforderung, die mit sehr viel Verantwortung zu tun hat. Meine Titel sind eine Bürde, die ich gerne trage, weil sie mich jeden Tag daran erinnern, wer ich bin und woher ich komme. Schade, das Du Dein Leben als geringfügiger betrachtest, und alles nur auf Leistung beziehen musst. Im übrigen ein Tipp. Wenn man Dir alles wegnimmt. Titel, Haus, Kleidung. Was bleibt denn dann noch von Dir übrig? Woran soll man denn dann noch Deinen "Leistung" erkennen?

Abschliessend zu Deinem ersten Posting: Deine Beleidungen sind ehrlos und ein billiger Versuch, von eigener Belanglosigkeit abzulenken. Das ich Dich beleidigt habe, liegt daran: Nemo me impune lacessit.

Dein zweites Post.

Von jemanden, der angeblich einen akedemischen Titel hat, erwarte ich ein wenig mehr, als nur billige Polemik. Und ich erwarte, wenn er sich auf ein Terrain bewegt, das er sicher stehen kann und die Materie kennt. Googeln hätte in Deinem Fall wahre wunder bewirkt.
1. Hat nicht der deutsche Adel wesentlich zu Hitlers Machtübernahme beigetragen, sondern es waren nur sehr, sehr wenige, die eine Adelstradition nachweisen konnten, die ihn unterstützt haben. Aber auch das nur, bis zu seiner Kriegstreiberei. Insgesamt zwei Adelshäuser haben ihn unterstützt, und wer die deutsche Geschicht richtig kennt, würde dann auch wissen, das sich diese zurückgezogen haben, als es zum Krieg und vor allem aber, schon vorher, als es zur Hetze gegen die Juden kam. Richtiger Weise erwähnst Du ja zumindest die Situation, das es Adelige waren, die jenes Attentat leider nicht zum Erfolg bringen konnten. Die Annahme, das es nur wenige waren ist geschichtlich dann aber wieder falsch.

2. Französische Geschichte ist auch nicht so Deins, oder? Sorry für die Frage hier, aber was weisst Du überhaupt?
2.a.) Bei der französischen Revolution wurde nicht alle Adeligen umgebracht. Lediglich nur 50 Prozent.
2.b.) Dein Zuspruch, das der Mord an Menschen, durch Menschen, egal welches Standes in Ordnung sei, ist lachhaft. Was bitte schön ist schlau daran, Menschen zu töten?
2.c.) Was Dich in meinen Augen aber dann endgültig in ein Abseits stellt ist die Behauptung, das die armen Bauern, mit ihrer Revolution keine Konsequenzen ertragen mussten. Ich meine, wie geschichtlich Unbedarft muss man sein, so etwas zu behaupten? Die Revolution, hat Opfer in astronomischer Höhe gekostet und die Konsequenz war, das sie am Ende einen Kaiser hatten, der jener Namensgeber für den "Napoleonkomplex" war. Die Konsquenz für ihr handeln war Krieg. Das findest Du toll?


Wenn Du schon versuchst, andere Menschen irgendwie in ein schlechtes Licht zu rücken, mache Dich
1. Schlau über diese Person
und
2. wäge ab, ob Du es Dir überhaupt leisten kannst
denn,
es wird immer Menschen geben, die einfach besser im Licht stehen, als Du es je tun wirst. Die intelligenter sind, oder einfach nur noch mehr im gesellschaftlichen Leben stehen, als Du.
Das sind Erfahrungen, die ich selbst habe beobachten können. Es gibt wirklich viele Menschen auf dieser Welt, die mir über sind. Die mehr Geld haben als ich. König sind statt nur Herzog, Noch mehr akedemische Titel haben als ich. Mehr Angestellte haben als ich. Mehr, mehr mehr. Ja sogar, die mehr auf den Gebieten Ahnung haben, die ich studiert habe.
Mein lieber Paule, Arroganz, ist etwas, das man sich schwer verdienen muss und sich nur dann leisten kann, wenn man Leistungen schon erbracht hat.

Der Eingangstitel "Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?" wird hier kaum behandelt. Sachliche Diskussionen dazu wäre mir lieber, da man das mit Fakten darstellen kann. In diesem Sinne, würde ich mich über ein pro und contra freuen. Und nein, auch ich bin nicht für alles, wofür der Adel steht oder stand.

MfG
Andre

Andre

RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#28 von Gast ( Gast ) , 25.05.2011 14:00

Sie scheinen ein sehr profunder Kenner der Adelslandschaft zu sein.
Respekt

Gast

RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#29 von Laura , 26.05.2011 18:02

@Andre,
Bevor ich weiter auf das Thema eingehe, beantworte mir eine Frage: Wer ist Deine "Weiße Frau"?

Gruß Laura


Heute ist der 1. Tag von dem Rest meines Lebens.

 
Laura
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RE: Wurde der Adel in Deutschland abgeschafft?

#30 von Andre ( Gast ) , 27.05.2011 02:15

@Gast

Profund? Eher Bescheiden! Es gibt noch so vieles, was ich entdecken und lernen will. Aber ich bin stets bemüht, meine bereits vorhandenen Kenntnisse über den Adel, täglich auszubauen. Es gibt nicht mehr viele Möglichkeiten, etwas neues zu schaffen. Allerdings muss man das auch nicht. Es reicht, wenn man etwas Altes nimmt, die Fehler ausmerzt, der Zeit anpasst und ganz viel Gutes hineinlegt.

@Laura

Es gibt zwei Arten wie ich Dir antworten kann.
1. Die Menschliche:
Liebe Laura, ich habe nicht den blassesten Schimmer, wovon Du redest. Habe ich mich irgendwo verschrieben und Du deutest darauf versteckt hin? Denn ich bin weder mit einer weißen Frau verheiratet, noch mit einer "Bunten" ^^, da ich geschieden bin. Und ich hoffe, du unterstellst mir nicht Rassismus.

2. Die Andere Seite:
Liebe Laura, über das Mensch sein hinaus, begleiten mich Fähigkeiten, die Otto Normal nicht versteht. Mensch sein, bedeutet im hier und jetzt zu sein. Anders zu sein bedeutet, nun ja, eben Anders zu sein. Deine Anspielung verstehe ich nur auf eine Art und die Frage kann ich Dir deshalb hier nicht beantworten.

Aber ich gebe Dir gern eine Email-Addy, unter der Du mich alles Fragen kannst was Du willst.
>>>>> ganlaaro@yahoo.de <<<<<

Dort kannst Du dann auch Deine gezielte Frage noch viel detailreicher stellen.

mfg
Andre

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