Osterbräuche

#1 von Scheinheilige ( gelöscht ) , 21.04.2011 18:02

Es gibt jede Menge Osterbräuche, die ihren Ursprung entweder in der christlichen Tradition oder in heidnischen Bräuchen haben oder in beide. Viele werden bis heute gepflegt, obwohl der eigentliche christliche Hintergrund heute kaum noch eine Rolle spielt.

Ostereier und das Christentum
Eine Erklärung, die aber wenig verbreitet ist, besagt, daß das Verstecken der Eier aus der Zeit der Konvertierung der Heiden zum Christentum stammt. Die frühchristliche Kirche machte sich nicht nur heidnische Fest-Tage zunutze, die sie mit einer neuen christlichen Bedeutung versah, um die Konvertierung zu erleichtern.

Welche Bräuche kennt Ihr und wie verbringt Ihr Euer Osterfest?


Scheinheilige

RE: Osterbräuche

#2 von Klaus Pfahl , 21.04.2011 18:11

Vergangenen Sonntag waren wir für ein paar sonnige Tage im Frankenland. Wir wohnten in einem Hotel in Weismain und hatten zwei wunderschöne Busrundfahrten durch die fränkischen Dörfer. Dabei hatten wir auch die Gelegenheit das kleine Dorf Bieberbach zu bestaunen. Der Osterbrunnen in Bieberbach gehört zu den größten Osterbrunnen weltweit. Im Jahr 2001 wurde der Bieberbacher Osterbrunnen, der mit über elftausend handbemalten Eiern geschmückt war, ins Guiness-Buch der Rekorde eingetragen. Heute ist der Osterbrunnen ein Publikumsmagnet für Besucher und Touristen.


Die Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein macht es erträglich.

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RE: Osterbräuche

#3 von Germanicus ( gelöscht ) , 21.04.2011 18:30

In diesen Dörfern herrscht wenigstens noch Ordnung? Hast du dort jemals unsaubere Straßen und Vorgärten gesehen? Das sind noch vorbildliche Volksgemeinschaften. Jetzt reise einmal zum Vergleich nach Berlin oder Hamburg, dort sieht es in vielen Stadtteilen wie in Anatolien aus, ganz zu schweigen von den Schmierereien an den Wänden.

Germanicus

RE: Osterbräuche

#4 von Laura , 21.04.2011 20:27

Bei uns werden am Samstag Abend die Osterfeuer angezündet.
Das Feuer ist schon im Altertum den Menschen und Göttern heilig gewesen. Die 6 Vestalinnen (altrömische Priesterinnen der Vesta) hatten dafür zu sorgen, dass niemals das heilige Feuer ausging.
Am Abend des Ostertages leuchten von den Anhöhen die Osterfeuer, brennende Räder rollen zu Tal und leuchtende Scheiben werden in hohen Bögen über die Felder getrieben. So weit der Lichterschein dieser Feuer reicht, bringt er dem Lande Glück und Gedeihen. Früher wurden diese Osterfeuer auf besondere Weise entzündet. Wenn man zum Osterberge ging, löschte man zuvor im Hause das Herdfeuer.


Heute ist der 1. Tag von dem Rest meines Lebens

 
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RE: Osterbräuche

#5 von Miss Moneypenny , 22.04.2011 21:28

Am Ostermontag sollen sich, der Überlieferung nach, im Steinbach junge Mädchen noch vor Sonnenaufgang das Gesicht waschen. Im Wasser soll dann das Antlitz des Zukünftigen zu erkennen sein.

 
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RE: Osterbräuche

#6 von Germanicus ( gelöscht ) , 22.04.2011 21:42

In vielen Gegenden wird das "Ostereiergecksen" zelebriert. Hartgekochte Eier werden gegeneinander geschlagen. Sieger ist derjenige, dessen Ei unbeschädigt bleibt. Er erhält als Prämie das Ei des Verlierers und kann sein Glück erneut versuchen.

Germanicus

RE: Osterbräuche

#7 von Lefty ( gelöscht ) , 25.04.2011 18:57

Das christliche Osterfest wird abgeleitet von dem jüdischen Paschafest, das am ersten Frühlingsvollmond zur Erinnerung an die wunderbare Befreiung aus der Knechtschaft der Ägypter begangen wird. Es war ursprünglich ein Hirtenfest, an dem ein Lamm geschlachtet wurde. Darauf wird auch die Verbreitung des Osterlamms zurückgeführt.


Lefty

RE: Osterbräuche

#8 von Laura , 25.04.2011 20:01

Das Färben der Eier hat eine interessante Geschichte. Früher mussten die armen Bauern Pachtzins an die Großgrundbesitzer bezahlen, und weil sie wenig oder kein Bargeld besaßen, wurde mit Naturalien aus der Landwirtschaft bezahlt. Weil Hühnereier nicht so lange frisch blieben, wurden sie gekocht und anschließend gefärbt, damit sie sich von den frischen Eiern unterschieden.


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RE: Osterbräuche

#9 von Glen ( gelöscht ) , 26.04.2011 11:39

Am Ostersonntag habe ich bei den Sorben das Oster-Reiten miterlebt.

Sehr schön und eindrucksvoll!

Glen

RE: Osterbräuche

#10 von Klaus Pfahl , 26.04.2011 12:21

Zitat von Glen
Am Ostersonntag habe ich bei den Sorben das Oster-Reiten miterlebt.

Sehr schön und eindrucksvoll!



Oh, dann warst Du ja ganz im Osten. Die Sorben sind noch eine geschützte slawische Volksgruppe mit eigener Sprache.


Die Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein macht es erträglich.

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RE: Osterbräuche

#11 von Glen ( gelöscht ) , 27.04.2011 07:44

Ich erzähle mal davon:

Es war eindrucksvoll!

Ich habe die Osterreiter gesehen, wie sie in Bautzen wegritten, bin dann ins 10 km entfernte Dorf Radibor gefahren, und habe dort ihre Ankunft erlebt.

Etwa 70 Mann, hoch zu Ross.

Alle im schwarzem Sonntagsstaat der früheren Zeit, und mit Zylinder.

Sie haben dreimal die Kirche in Radibor umrundet und dabei mit kräftigen Stimmen sorbische Lieder gesungen. Es war ein schönes Bild, sie zu sehen vor dem Hintergrund des strahlend blauen Himmels, den blühenden Obstbäumen, und den Forsythien in den Gärten.

Das Bild hatte etwas Urzeitliches, wie da diese Reitertruppe unter mysteriösen Gesängen dreimal um die Dorfkirche herumritt. Ihr sorbisches "Alleluja!" habe ich noch im Ohr.

Es war ein berührendes Erlebnis.

Glen

RE: Osterbräuche

#12 von Glen ( gelöscht ) , 27.04.2011 07:45

Und hier etwas Info zum Dorf Radibor:

Zitat

Radibor, sorbisch Radwor, ist ein Ort und die zugehörige Gemeinde im Landkreis Bautzen in der Oberlausitz, etwa 10 km nördlich von Bautzen. Der Ort selbst hat rund 700 Einwohner, die Gemeinde etwa 3500. Ein großer Teil der Bevölkerung spricht Sorbisch als Muttersprache.



http://de.wikipedia.org/wiki/Radibor

Und hier eine Liste der zweisprachigen Namen der Gemeinde Radibor:

Die Gemeinde Radibor hat folgende Ortsteile:

Bornitz (sorb. Boranecy), 120 Ew.
Brohna (Bronjo), 79 Ew.
Camina (Kamjenej), 114 Ew.
Cölln (Chelno), 364 Ew.
Droben (Droby), 91 Ew.
Großbrösern (Přezdrěń), 42 Ew.
Grünbusch (Haj), 20 Ew.
Kleinbrösern (Přezdrěnk), 9 Ew.
Lippitsch (Lipič), 188 Ew.
Lomske (Łomsk), 193 Ew.
Luppa (Łupoj), 205 Ew.
Luppedubrau (Łupjanska Dubrawka), 80 Ew

Luttowitz (Lutobč), 170 Ew.
Merka (Měrkow), 138 Ew.
Milkel (Minakał), 386 Ew.
Milkwitz (Miłkecy), 104 Ew. mit Strohschütz
Neu-Bornitz (Nowe Boranecy), 55 Ew.
Neu-Brohna (Nowe Bronjo), 19 Ew.
Quoos (Chasow), 169 Ew.
Radibor (Radwor), 652 Ew.
Schwarzadler (Čorny Hodler), 39 Ew.
Teicha (Hat), 65 Ew.
Wessel (Wjesel), 95 Ew.[5]

Glen

RE: Osterbräuche

#13 von Sturmgeweiht , 13.11.2011 03:42

Das christliche Ostern kenne ich so gar nicht wirklich, weil ich nie christliche Tradition gelebt habe. Ich selber lebe germanisches Brauchtum und habe eine Jüdin geheiratet, daher feierten wir zu der Zeit Pessach und Varblot.
Wir färbten zu Varblot (Manchmal auch als Ostara oder Sigrblot bezeichnet) immer Eier in gold und rot, zur Ehren der beiden Göttinnen die Frühling und Fruchtbarkeit bringen. Das Haus wurde ein bischen geschmückt mit den gängigen Symbolen die man zu der Zeit überall findet (Marienkäfer, usw). Dieses ganze Osterhasen-Zeugs hat keinen christlichen Ursprung. Das sind heilige Tiere der Göttin Iðunn. Im Garten machten wir immer ein großes Feuer, es wurde getrunken, gegessen, unser Sohn kokelte an einem eigenen kleinen Feuer herum. (Das "Osterfeuer" ist auch ein Brauch mit germanischem Ursprung).
Wir haben Matze gebacken (so ein merkwürdiges, dünnes Brot das nach nichts schmeckt). Ansonsten haben wir nichts bezüglich Pessach gemacht. Vor Pessach muss man alle möglichen Lebensmittel (z.B. solche die mit Getreide gemacht sind, Nudeln und sowas) entsorgen. Wenn man aber vorrätig kauft und keine Lust hat vorher alles aufzuessen, wäre das reinste Verschwendung das wegzuwerfen. Die Nahrungsaufnahme ist übertrieben ritualbehaftet, man darf dies nicht essen, darf jenes nicht essen.... Zur Sedermahlzeit muss man in bestimmter Reihenfolge bestimmte Lebensmittel essen (das dauert teilweise Stunden). Man soll Salzwasser trinken. Alles ziemlicher Unsinn und kein bischen spaßig (jaja, ich kenne den geschichtlichen Hintergrund, Sklaverei, Ägypten, blabla... aber was interessiert mich das?). Da wir unserem Sohn nicht beibringen wollten, dass Tradition mit sinnlosem Zwang zu tun hat, haben wir das weggelassen. Haben Matze und Kekse gebacken, Eier gefärbt und im Garten versteckt und gesucht, ein Lagerfeuer gemacht, gegrillt wenn es schon warm genug war.... Unterschied sich nicht sonderlich vom christlichen Osterfest.


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zuletzt bearbeitet 13.11.2011 | Top

RE: Osterbräuche

#14 von peddor, der Rüstersieler ( gelöscht ) , 13.11.2011 10:06

Einer meiner Oster"bräuche" besteht darin, mich mit family über Ostern im "Rüstersieler Hof" oder "Zur Schönen Aussicht" einzuquartieren und bei den diversen Osterfeierlichkeiten (Osterfeuer) zuzusehen, wie ich es weiland als Kind tat.

Oft sind wir aber auch in England. Manchmal nehme ich an den Ruhrpott-Ostermärschen teil.

Unsere "Sitten" folgen also oft spontanen Bedürfnissen. Einen Teil der Osterferien 2012 werde ich natüüürlich in Hamburg verbringen, wo am 13. / 14. April das Jubiläum "50 Jahre STAR CLUB" zelebriert wird. Die Eintrittskarte für den "Kaiserkeller" habe ich bereits; das Hotelzimmer ist schon längst gebucht !!


Peter


Back to the Sixties !

Back to Flower Power and Woodstock !


www.blumengroup.de

peddor, der Rüstersieler

   

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