Was hat Euch der Dienst beim Militär gebracht?

#1 von Klaus Pfahl , 22.01.2011 12:07

In den vergangenen Jahrzehnten haben Millionen junger Männer in der Bundeswehr und Volksarmee der DDR Dienst für die Gemeinschaft geleistet.
Aufgrund meiner Entscheidung damals zur Bundeswehr (Marine) zu gehen,wollte ich hier einfach mal in die Runde fragen, wer von euch gedient hat. Was hat euch die Zeit gebracht? Es ist ja für viele die schönste Zeit des Lebens, für manche aber auch die schlimmste.
Ich bin gespannt, was ihr so zu erzählen habt.


Die Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein macht es erträglich.

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RE: Was hat Euch der Dienst beim Militär gebracht?

#2 von Proconsul48 , 22.01.2011 13:04

Disziplin Gehorsam und Pünktlichkeit...obwohl ich das aus meiner Erziehung schon mitgebracht hatte...
Das Programm nach der Grund- und Spezialausbildung war aber eintönig und wiederholte sich ständig!!

 
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RE: Was hat Euch der Dienst beim Militär gebracht?

#3 von stummer ( gelöscht ) , 10.02.2011 21:53

Hallo -

meine Bundeswehrzeit (1974 - 1978 / Gebirgsjäger / zuzüglich Wehrübungen) habe ich in guter Erinnerung.

Die Ausbilder waren positiv motiviert und kompetent.

Mit freundlichen Grüßen

stummer


Ideologien sind die Rauschgifte nicht nur des Volkes.
Ein gefährliches Vorurteil? Zu meinen, ich hätte keine Vorurteile!
„Was Paul über Peter sagt, sagt mehr über Paul als über Peter“ (Spinoza sinngemäß).
Traduttore traditore! / S = k logW

stummer
zuletzt bearbeitet 10.02.2011 21:58 | Top

RE: Was hat Euch der Dienst beim Militär gebracht?

#4 von Klaus Pfahl , 11.02.2011 01:22

Lieber wäre ich ja Förster oder Naturforscher geworden, aber durch die Schwärmerei meines Vaters habe ich mich nach der Ausbildung bei der Marine beworben. Dadurch eröffneten sich mir völlig andere Perspektiven, die ich voll ausgenutzt habe. Heute bin ich froh auf meinen Vater gehört zu haben. Beim Militär sind ja eigentlich nur die ersten Monate etwas gewöhnungsbedürftig. Wenn man danach seinen Job bei der Truppe hat, ist der Soldatendienst erträglich, es sei denn, man wird wie heute in Krisengebiete eingesetzt.


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RE: Was hat Euch der Dienst beim Militär gebracht?

#5 von Alter Friese ( gelöscht ) , 11.02.2011 11:57

Für mich war es irgendwie vergeudete Zeit. Neu war für mich der Umgang mit den Waffen. Vielleicht könnte ich mit meinen erworbenen Kenntnissen in einem Schießverein Schützenkönig werden.


Lever dood as Slav

Alter Friese

RE: Was hat Euch der Dienst beim Militär gebracht?

#6 von bernhard44 ( gelöscht ) , 14.08.2011 23:33

Zitat von Blitz
In den vergangenen Jahrzehnten haben Millionen junger Männer in der Bundeswehr und Volksarmee der DDR Dienst für die Gemeinschaft geleistet.
Aufgrund meiner Entscheidung damals zur Bundeswehr (Marine) zu gehen,wollte ich hier einfach mal in die Runde fragen, wer von euch gedient hat. Was hat euch die Zeit gebracht? Es ist ja für viele die schönste Zeit des Lebens, für manche aber auch die schlimmste.
Ich bin gespannt, was ihr so zu erzählen habt.


naja, für wen der militärdienst die schönste zeit des lebens war, der muss schon ziemlich arm sein.
ich musste noch 15 monate "dienen", es war zeitverschwendung. man hat ein paar interessante leidensgenossen kennengelernt, mit einem habe ich heute noch kontakt.
aber die, die fest da waren, hatten durchweg nicht alle nadeln an der tanne. militär ist halt was für zivilversager. :)

bernhard44

RE: Was hat Euch der Dienst beim Militär gebracht?

#7 von Gast ( Gast ) , 14.08.2011 23:47

Aber Hallo,
15 Monate ist für einen wie dich auch zuviel.
Jemand mit großem Freiheitsdrang scheint dort fehl am Platze zu sein.
Aber immerhin bist du bei Afghanistan noch ausgekommen.

Gast

RE: Was hat Euch der Dienst beim Militär gebracht?

#8 von peddor, der Rüstersieler ( gelöscht ) , 24.09.2011 12:51

Wehrdienst beim Bundesgrenzschutz

(oder „We've gotta get out of this place“ (The Animals 1965))


In den USA hatte sich längst die Bürgerrechtsbewegung formiert und war zu immensem nationalen Protest angewachsen – Protest gegen den Vietnamkrieg und seine erschreckende, Menschen verachtende Eskalation, auf Grund derer ganze Landstriche grausamst ausradiert und große Bevölkerungsteile ermordet wurden.
In enger Affinität zur US-Politik hatte eine in den Staaten geborene, doch bald den Erdball umspannende Bewegung eingesetzt: „Peace ! Make love, not war !“, the Flower Power movement.

Da mag es schon fast pervers anmuten, wenn ich mich just zu der Zeit, da das Hippie-Pflänzlein zu gedeihen begann, zum Wehrdienst beim BGS (Bundesgrenzschutz) meldete.
Ursprünglich wollte und sollte ich ja eigentlich entsprechend der Familien-Tradition zur Marine gehen.
Schon bald hatte ich unsere junge Republik an der DL (= Demarkationslinie = so genannte Zonengrenze = Grenze zur DDR) gegen die pösen Kommunisten, namentlich die NVA (Nationale Volksarmee), zu verteidigen, und zwar im Raum Lüchow / Dannenberg östlich von Lüneburg.
Wir liefen und fuhren Streife, das NATO-Gewehr „G 3“ stets griffbereit. Na ja, zumindest sollten wir Streife laufen oder fahren, betteten zumeist jedoch unser müdes Haupt auf duftendem Gras, samtenem Moos oder weichem Waldboden, dösten, den Blick gen Himmel gerichtet, sofern wir nicht schliefen, oder – alternativ – sammelten und aßen Walderdbeeren.
Genau: tarnen, täuschen und verpissen !

Abiturienten wurden bestraft, wenn sie sich erfolgreich beim BGS beworben hatten. Falls sie später nicht am OAL (Offiziersanwärter-Lehrgang) teilnahmen, leisteten sie ihrem offensichtlichen Intellekt entsprechend Frondienste der besonderen Art: Stubenkamerad Wolfgang durfte überwiegend Akten archivieren, bzw. mittels Schubkarre (!) entsorgen; Stubenkamerad Roger säuberte und sortierte vorwiegend ohnehin überaltertes und damit kaum mehr brauchbares Werkzeug; Stubenkamerad Bernd versuchte sich über Monate im Säubern der ursprünglich englischen und eigentlich ausgedienten „Saladin“-Panzerwagen; mir oblag es, Schrauben und Nägel nach Größe und Gewicht zu sortieren. Hin und wieder wurde mir – Karrieresprung !! - die Ehre und mental belastende Aufgabe zuteil, Schlauchboote reinigen zu dürfen.

Ja, ja, es war schon ein hartes Brot bei den Pionieren...


Ansonsten wurden am Schießstand, vor allem aber in Puttlos (Ostseeküste), für Tausende und Abertausende Deutsch-Mark G 3- und M 42-Munition, Granaten und Raketen sinnlos verpulvert.


Okay, ich will mich dennoch nicht beklagen: Als der einzelnen Schwimmstile nicht Unkundiger wurde ich oft genug von Wettkampf zu Wettkampf gereicht. Das war wie Urlaub pur !

Immerhin: Durch diese verlorene Zeit erfuhr ich, wohin ein Teil unserer treuen Alt-Nazis verschwunden war ! Eben: tarnen, täuschen und verpissen !



Gruß - Peter


"Wir haben so viel Ungeklärtes auf dieser Welt,
und damit das so bleibt, gibt es die Wissenschaft !"

(Otto Waalkes)

peddor, der Rüstersieler

RE: Was hat Euch der Dienst beim Militär gebracht?

#9 von Klaus Pfahl , 24.09.2011 13:00

Für mich waren die Jahre bei der "homefleet" eine gute Voraussetzung die Ausbildung auf der Seefahrtschule in Leer mit einer Ars..backe abzureißen. Das meiste was dort von mir gefordert wurde war mir durch den Dienst bei der Marine schon bekannt.


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RE: Was hat Euch der Dienst beim Militär gebracht?

#10 von Feivel ( gelöscht ) , 03.11.2011 15:28

Tapferer Kriegsdienstverweigerer meldet gehorsamst: Ich war nicht beim Militaer

Feivel

RE: Was hat Euch der Dienst beim Militär gebracht?

#11 von amarok , 11.04.2012 12:40

Ich war, geschlechtsbedingt, auch nicht beim Bund.
Hatte jedoch viele Freunde/Verwandte männlichen Geschlechtes, die dort waren.

Und mich wundert bis heute, warum die eigentlich alle (nur 1 Ausnahme) als Arschlöcher zurückgekommen sind.
Egal, ob nur Grundwehrdienst oder auf x Jahre verpflichtet - danach war mit denen nicht mehr auszukommen.

Die 1 Ausnahme war ein Cousin von mir, der 2 Jahre auf der FuckingGeorge (Gorch Fock) gedient hatte. Der war total in Ordnung, auch nach seiner Bundeswehr-Zeit.


Hey, Perry, da bist Du ja :)
(P&F)

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RE: Was hat Euch der Dienst beim Militär gebracht?

#12 von lei , 11.04.2012 15:30

wer von euch seemännern kennt denn die "raule" noch?

 
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RE: Was hat Euch der Dienst beim Militär gebracht?

#13 von Klaus Pfahl , 11.04.2012 17:19

Die "Raule" gehörte mit zu den ersten Schiffen der grauen Flotte. Dieser uralte Schinken war, glaube ich, in Flensburg beheimatet. Dort hatte ich sie gesehen, als ich in Mürwik zur Ausbildung war.


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RE: Was hat Euch der Dienst beim Militär gebracht?

#14 von Batzi64 , 14.04.2012 16:43

Moin Moin, bin der Neue, nomen est omen: Batzi = Bayer, bin auch noch südlich der Donau zuhause, also Alpenvorland.

Ich war 84-86 verkleidet als Matrose. Eigentlich sollte ich ja mal Gebirgsjäger in Murnau werden ( "Bongo", wem das was sagt...), aber dann erinnerte mich meine Oma daran, daß der gute alte Opa 1914 bis 1919 ( die Revolution hat er auch noch mitgemacht) bei der kaiserlichen Marine war, in Cuxhaven. Und weil Oma den Opa damals schon schick fand, wollte auch ich nicht oliv, sondern blau werden.

Also freiwillig als SaZ gemeldet. Dann der erste Kulturschock: Antreten zur 2-tägigen Prüfung bei der Annahmestelle in WHV; wie die Kaserne hieß, weiß ich gar nicht mehr. Tests, Tests, Tests..... als der Mann in blauem Sakko da vorn sagte: Also, Wahrschau, klar bei Bleistift!.... wußte ich erstmal gar nicht, was der meinte....
Jedenfalls klappte alles und nach der GA in BHV-Ortungsschule kam ich als Batzi auf die alte F222 "Augsburg".

Die Grundausbildung hat mir nichts ausgemacht. Das "Zu-sechst-im-Schlafzimmer-Milieu" hatte ich schon im Schulinternat am Gymmi früher geübt; den Tonfall war ich noch von den Lehrern her gewöhnt.

Für mich war es mit die schönste Zeit in meinem Leben bei der Marine. Ich habe Menschen aus allen Teilen Deutschlands kennengelernt, die ich so wahrscheinlich nie auf einem Haufen kennengelernt hätte....

Ich habe Länder gesehen, die ich vllt nie gesehen hätte ( Norwegen, Schottland, Dänemark, Portugal, Südfrankreich, Kreta, Griechenland, Tunesien, .....)

Ich habe mich selbst besser kennengelernt unter den Bedingungen an Bord.

Ich habe als eigentlich angehender Förster die Wunderwelt des Meeres bestaunen können, ob Sturm bei WS 11 vor England oder phosphoreszierenden Plankton in der Biscaya oder den Sonnenaufgang in der Straße von Gibraltar oder die langsame Fahrt durch die herrliche Fjordlandschaft um Trondheim herum.

Ich habe in Auslandshäfen Vorgesetzte als Menschen erlebt, wie mir das in eine r bayer. Kaserne sicherlich nicht passiert wäre.

Und ich habe einen Menschenschlag erlebt an der Küste, der mir immer als sehr herzlich, humorvoll und spontan in Erinnerung bleiben wird !

Natürlich gab es auch Negatives, Marineinternes, aber meine Lebensstationen in Bremerhaven, Wilhelmshaven, Plön, Flensburg werde ich nie vergessen. Meer und Leute dort haben mich sehr geprägt. Dafür auch mal ein DANKESCHÖN an all die Fischköppe von damals ......und natürlich die diversen FischköppInnen .........................


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zuletzt bearbeitet 14.04.2012 | Top

RE: Was hat Euch der Dienst beim Militär gebracht?

#15 von Klaus Pfahl , 14.04.2012 17:38

Aber Hallo, super Eingangsbeitrag!
Die Kaserne für die Youngsters war damals in Ebkerige. Dort wurde ich auch früher drei Tage lang auf Herz und Nieren getestet. 2/3 der Anwärter fiel aus gesundheitlichen Gründen durch. Später mehr, und noch einmal an dieser Stelle ein herzliches Willkommen.


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